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Ausstellung im Mlhldorfer Haberkasten

Wenn politisches Versagen zum Krieg führt: Ausstellung zeigt Gründe für Ritterschlacht 1322

Museumsleiter Korbinian Engelmann übernahm selbst die erste Führung durch die neue Ausstellung.
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Museumsleiter Korbinian Engelmann übernahm selbst die erste Führung durch die neue Ausstellung.

Mit den historischen Hintergründen der letzten Ritterschlacht auf deutschem Boden befasst sich eine Ausstellung im Mühldorfer Haberkasten. Dabei wird auch klar, warum Krieg etwas mit Versagen von Politik zu tun hat.

Mühldorf – Jetzt ist sie offiziell eröffnet, die Ausstellung „1322 Ritter, Schlacht und Königswürde“. Sie dürfte, darin waren sich die Gäste der Eröffnungsveranstaltung einig, die Erwartungen erfüllen und könnte zum Renner werden. Denn selten sei Geschichte in einem Museum der Größe des Haberkastens spannender und vielfältiger vor den Vorhang geholt, hieß es.

Ausstellung beschönigt nichts

Landrat Max Heimerl lobte, dass die Ausstellung die letzte „Ritterschlacht“ nicht glorifizierend betrachte, sondern vor dem historischen Hintergrund und unter wissenschaftlicher Annäherung. „Es muss klar sein: Das war damals ein großer Krieg, es sind viele Menschen gestorben bei dieser Schlacht, die nichts anders war als das Ergebnis falscher Politik“ betonte Max Heimerl. „Es war ein grausames Ereignis, das viel Leid gebracht hat über die Menschen in der Region.“

Angesichts aktueller politischer Krisen mit den Kriegen in der Ukraine und anderen Ländern der Welt sei es wichtig, dieses Thema ins richtige Licht zu setzen und daraus zu lernen. Denn feststeht, so der Landrat: „Die Geschichte endet nie, wir alle schreiben sie weiter“.

Ein Ereignis, das es nicht hätte geben dürfen

Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl sprach von einer „hervorragenden Ausstellung“ über ein Ereignis, dass es eigentlich nicht geben hätte dürfen und das doch passiert sei: „Es ist gut, etwas darüber zu lernen und auch Lehren daraus zu ziehen, denn eine Schlacht darf auch im Rückblick nicht glorifiziert werden“ war er sich mit dem Landrat einig.

Beide Kommunalpolitiker sprachen von der Ausstellung als „gutem Beispiel für Kooperation“, Landkreis und Stadt hätten hervorragend zusammengearbeitet und dabei sein ein hervorragendes Ergebnis entstanden.

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Die Einführung zur Ausstellung übernahm Korbinian Engelmann, Leiter des Geschichtszentrums und Museum Mühldorf.

Er rief die Vorgeschichte der Schlacht von 1322 in Erinnerung: Vor 700 Jahren sind mitten im Landkreis 20 000 Menschen zusammengetroffen, um Krieg zu führen. Zwei schwer bewaffnete Heere hätten sich gegenüber gestanden.

20.000 Ritter und Fußkämpfer

Tausende Ritter und Fußkämpfer mitsamt ihrem Tross nahmen einen weiten Marsch auf sich, um den Streit zweier Fürsten um die Krone zu beenden. Seit 1314 herrschte im Heiligen Römischen Reich der Konflikt, ob der Wittelsbacher Ludwig oder doch der Habsburger Friedrich den Thron besteigen sollte. Am 28. September 1322 fand die entscheidende Schlacht nordöstlich von Mühldorf statt.

In einem außergewöhnlichen Einführungsfilm, gestaltet von Nikola Obermann, Christine Gensheimer und Timo Katz, wird die Geschichte rund um Schlacht von 1322 pointiert dargestellt. Bei den Besuchern der Ausstellungseröffnung kam dieser Film sehr gut an, zu sehen ist er als erste Station der Ausstellung und geeignet ist für Besucher jedes Alters. Mit diesem Film lud Museumschef Korbinian Engelmann die Gäste zum Besuch der Ausstellung ein,

Viele originale Fundstücke

Und da gab es dann so manches „Oh“ und „Ah“ zu hören: Auf über 350 Quadratmetern werden die Hintergründe und der Verlauf der Schlacht dargestellt. Durch die Präsentation erfahren die Besucher auf ihrem Rundweg, was diese letzte Ritterschlacht ohne Feuerwaffen so einzigartig macht.

Zahlreiche originale Funde aus dem Gebiet, in dem die Schlacht stattgefunden hat, werden ergänzt durch Nachbauten beispielsweise von Waffen. So wird schnell deutlich, mit welcher Brutalität damals gekämpft wurde, denn beim Sterben wollte schon seinerzeit niemand der Erste sein.

Doch es werden auch andere Fragen beantwortet: „as gab es damals zu essen? Wie sah der Alltag aus im Heer? Wie waren die Kämpfer ausgerüstet? Lehrreich, aber ohne alle Oberlehrer-Attitüde wird das gezeigt, vieles kann angefasst werden, für junge Besucher gibt es einen Rätselrundweg durch die Ausstellung. Er ist Teil eines abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramms in de nnächsten Monaten für Jung und Alt.

krb

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