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Abkehr von der Inzidenz

Wenn die Corona-Ampel rot zeigt - So bereitet sich das Inn-Klinikum Mühldorf auf die vierte Welle vor

Noch ist die Belastung überschaubar: Die Grafik zeigt, wie viele Coronapatienten in den drei Krankenhäusern behandelt werden und wie viele Betten die Kliniken haben. Klinger
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Noch ist die Belastung überschaubar: Die Grafik zeigt, wie viele Coronapatienten in den drei Krankenhäusern behandelt werden und wie viele Betten die Kliniken haben. Klinger
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Noch ist alles auf Grün, mit der neuen Corona-Ampel könnte es aber schon bald neue Einschränkungen auch für Menschen in der Region geben. Und für die Krankenhäuser, die sich darauf vorbereiten.

Mühldorf – Die Abkehr von der alten Bewertung der Pandemie nach der Inzidenzzahl trifft bei Ärzten in der Region auf Zustimmung.

Dr. Matthias Pfersdorff, ist Chefarzt der Notaufnahmen im Inn-Klinikum in Altötting und Burghausen. „Die neue, inzidenzunabhängige Corona-Verordnung mit Regelungen auf 3G-Basis anhand der Hospitalisierungsrate begrüße ich“, betonte er. „Wichtig dabei ist, dass die neuen Regeln vor allem für die Bürgerinnen und Bürger einfach und verständlich sind.“

Kapazität bereits in Mühldorf erhöht

Verständlichkeit ist auch für Landrat Mayimilian Heimerl ein entscheidendes Kriterium. „Wir befinden uns jetzt in einer Phase der Pandemiebekämpfung, in der aufgrund des Impffortschritts die Lockerungen verantwortbar sind.“

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

Damit gehe mehr Verantwortung auf jeden Einzelnen über. „Auch beim Impfen müssen wir weiter vorankommen“, betonte er. „Nur so können wir die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern im Griff behalten.“

Die Abkehr von der alten Bewertung der Pandemie nach der Inzidenzzahl trifft bei Ärzten in der Region auf Zustimmung.

Hohe Belastung im eigenen Haus erfahren

Denn das ist das wichtigste Ziel der neuen Regelung. Chefarzt Pfersdorff und die Mitarbeiterinnen in den Akutkrankenhäusern des Inn-Klinikums in Altötting, Mühldorf und Burghausen hat erfahren, wie hoch die Belastung während der jüngsten Wellen war. 99 Corona- Patienten lagen am 9. Dezember in den drei Häusern und belegten über zwölf Prozent der Betten.

Vorbereitung auf die vierte Welle läuft seit Wochen

Seit Wochen bereitet Pfersdorff zusammen mit seinen Kollegen die Kliniken auf die vierte Coronawelle vor. Das geschieht nach seinen Angaben in verschiedenen Schritten. „In der ersten Phase, die vom Krisenstab Mitte August eingeleitet wurde, hat die Krankenhausleitung die Kapazitäten in Mühldorf in der Covid-Station auf 14 Betten erhöht und in Burghausen die Covid-Station mit zehn Betten reaktiviert“, berichtet der Chefarzt der Notaufnahme. Diese Krankenzimmer seien vor allem technisch für die Aufnahme von Corona-Kranken hergerichtet worden. Das Personal für diese Corona-Zimmer wird von anderen Stationen abgezogen. „In Altötting stehen derzeit zusätzliche fünf Betten für Covid-Patienten zur Verfügung.“

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Wie notwendig die Vorbereitungsmaßnahmen sind, zeigen die aktuellen Zahlen. Denn mit dem Ansteigen der Neuinfektionen steigt die Zahl der schwer erkrankten Menschen und damit die der Patienten in den drei Akuthäusern des Inn-Klinikums.

Aktuell liegen 19 Coronakranke im Klinikum

Gestern mussten 19 Coronakranke im Inn-Klinikum behandelt werden. 13 in Mühldorf, drei in Burghausen und Altötting. Drei von ihnen lagen auf der Intensivstation, zwei wurden beatmet. Noch vor Wochen mussten die Ärzte keine Corona-Patienten behandeln.

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Trotz der steigenden Zahl von Corona-Patienten und der Vorbereitung auf die Aufnahme weiterer Kranker, läuft der Regelbetrieb in Altötting und Burghausen laut Pfersdorff noch ohne relevante Einschränkungen. Anders sieht es in Mühldorf aus. Dort mussten Lungenkranke, die nicht mit Corona infiziert sind, auf anderen Stationen dezentral untergebracht werden. „Dadurch und die Vorhaltung zur Möglichkeit der Einzelzimmerunterbringung, wurden reguläre Betten reduziert“, sagt Pfersdorff.

Die Kliniken halten allerdings nach eigenen Angaben keine Betten speziell für Coronapatienten frei.

Zusätzliches Personal auf Intensiv nötig

„Die Belegung der Intensivbetten wird nach dem tatsächlichen Patientenbedarf gesteuert über alle Standorte des Inn-Klinikum hinweg, eine Reservierung findet nicht statt“, betont Pfersdorff. Aktuell gibt es im Inn-Klinikum 22 Intensivbetten: zehn in Altötting und je sechs in Burghausen und Mühldorf.

Die meisten Intensivbetten sind Beatmungsbetten

In Mühldorf und Altötting können alle Intensivbetten auch Beatmungspatienten aufnehmen, in Burghausen drei. Die Zahl der Beatmungsbetten in Mühldorf kann auf zehn aufgestockt werden, sodass dann maximal 23 Beatmungsbetten zur Verfgügung stehen. Dafür ist aber zusätzliches Personal nötig.

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