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Dem Verein droht die Auflösung

Nachfolger fehlen: Wanderfreunde Neumarkt stehen nach 46 Jahren vor dem Aus

Ein Bild, das schon länger der Vergangenheit angehört. Corona hat nach Einschätzung von Wandererchef Siegfried Huber der Wandererbewegung den Rest gegeben. Der Neumarkter Verein soll aufgelöst werden.
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Ein Bild, das schon länger der Vergangenheit angehört. Corona hat nach Einschätzung von Wandererchef Siegfried Huber der Wandererbewegung den Rest gegeben. Der Neumarkter Verein soll aufgelöst werden.

Die Wanderfreunde Neumarkt könnten bald Geschichte sein. Es finden sich für den Vorstand einfach keine Nachfolger. Daher droht jetzt die Auflösung des Vereins.

Von: Siegfried Huber

Neumarkt-St.Veit – 28 Mitglieder waren ins Gasthaus Holzkarrer gekommen, um bei einer außerordentlichen Jahresversammlung über das Weiterbestehen oder die Auflösung der Wanderfreunde Neumarkt abzustimmen. Für die Auflösung des Vereins wäre eine Dreiviertelmehrheit notwendig gewesen, die aber knapp verpasst wurde. Von 28 Stimmen waren 20 für die Vereinsauflösung, sieben Mitglieder sprachen sich dagegen aus, ein Mitglied enthielt sich. So wurden die 21 Stimmen für die Vereinsauflösung knapp verfehlt.

Das heißt aber nicht, dass der Verein nun vor der Auflösung bewahrt bleibt. In einer weiteren außerordentlichen Versammlung soll nun erneut über das Schicksal des traditionellen Vereins abgestimmt werden. Denn es fehlt einfach an einer Person, die das Erbe des landjährigen Vorsitzenden Siegfried Huber antreten will.

Vereinsgründung vor 46 Jahren

109 wanderlustige Neumarkter hatten fast auf den Tag genau vor 46 Jahren, am 9. Juli 1976 den Verein gegründet, der vorher, von 1970 an eine Abteilung im TSV Neumarkt war. „Der Verein hat offensichtlich seinen Zenit überschritten“, sagt der Vorsitzende Siegfried Huber, der sich nun zum Schritt gezwungen sah, über die Auflösung des Vereins abstimmen zu lassen.

Huber informierte zu Beginn über den Werdegang des Vereins: Nach 1164 Aufnahmen und 931 Abgängen hat der Wanderverein derzeit 231 Mitglieder. Huber sagte, dass das mangelnde Interesse an Wanderungen und das Engagement in Vereinen im Allgemeinen überall festzustellen sei. In erster Linie corona-bedingt hätten der Deutsche Volkssportverband und seine Mitgliedsvereine zahlreiche Termine abgesagt. Seit 2019 habe mussten die Wanderbewegung sehr nachgelassen, bedauerte Huber.

Rückblick auf Höhepunkte des Vereinslebens

In seinem Rechenschaftsbericht erinnerte Huber an den ersten Neumarkter Volksmarsch, der – damals noch nicht in Vereinsstruktur – am 5. und 6. Juni 1971 durchgeführt wurde. Von 1971 bis 1976 war die Abteilung Wandern im TSV Neumarkt Veranstalter der Wandertage. Mit den beiden Aktionen „Deutschland wandert“ 1996 und 1997 wurde die „Muko-Hilfe“ unterstützt, eine Organisation, die an Mukoviszedose erkrankte Personen unterstützt. Der 40. und letzte internationale Volkswandertag wurde am 14./15. Juni 2008 durchgeführt, ergänzte Huber.

Der Vorsitzende erwähnte auch die Gründungsfeste vom 4. August 2001 (25-Jahr-Feier) und vom 22. August 2016 (40-Jahr-Feier), an die Pacht des Vereinshauses in Maschl (1980 bis 1991), Adventfeiern von 1974 bis 2018 mit Spenden an Kindergärten und Kirchen, die Errichtung eines Feldkreuzes am Badweg und insgesamt etwa 200 Ausflugsfahrten, die seit 1973 durchgeführt wurden.

Wunsch nach Vereinsfusion

Elisabeth Mitterhofer, Vereinskassiererin seit 1982, trug den Bericht für das Jahr 2021 vor, der einen geringen Gewinn aufwies.

Dann wurde es formell: Waren es bei der schriftlichen Abstimmung zur Satzungsänderung für das Streichen der Gemeinnützigkeit noch 24 Mitglieder, die zustimmten, wurde es bei der Abstimmung zur Auflösung des Vereins spannend. Es gab zahlreiche Wortmeldungen, die sich für den Erhalt des Vereins aussprachen.

Huber, der seit 1970 den damals noch nicht eingetragenen Verein führt, hatte nach eigenen Worten versucht, Nachfolger für die Vorstandsämter gesucht. Bis zur Versammlung hatten die Vorsitzendenposten Siegfried Huber und Anna Schmid inne, Kassier war Elisabeth Mitterhofer und als Schriftführer fungierte bis dato Franziska Huber.

Noch keine Mehrheit für Auflösung

Allerdings blieb diese Suche erfolglos. Auch bei der außerordentlichen Versammlung erklärte sich niemand bereit, ein Amt in der Vorstandschaft zu übernehmen. Die notwendige Mehrheit für die Vereinsauflösung kam aber auch nicht zustande. „Deshalb muss jetzt, laut Vereinssatzung, innerhalb von zwei Wochen eine weitere Mitgliederversammlung einberufen werden, die ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden Mitglieder beschlussfähig ist“, erklärt Huber.

Therese Berghammer sprach dem Vorsitzenden Huber für seinen steten Einsatz Lob und Anerkennung aus. Aus der Versammlung wurde der Wunsch geäußert, Fusionen mit den Wandervereinen aus Egglkofen oder Gangkofen anzustreben und sich weiterhin zu geselligen Zusammenkünften zu treffen. Außerdem sprach man sich dafür aus, dass Anna Schmid und Elisabeth Mitterhofer ein Angebot für einen Vereinsausflug ausarbeiten sollen.

Außerordentliche Mitgliederversammlung am 14. Juli

Die außerordentliche Mitgliederversammlung der Wanderfreunde findet am Donnerstag, 14. Juli, um 19.30 Uhr im Gasthaus Holzkarrer statt. Die Versammlung ist ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden Mitglieder beschlussfähig. Bei einer Vereinsauflösung fällt das Vereinsvermögen dem Kindergarten Kinderwelten St. Vitus zu.

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