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Brauchtum in Altmühldorf zum 4. Dezember

Damit Weihnachten die Kirschen blühen: Genau am Barbaratag muss man die Zweige schneiden

Mesnerin Christine Schmid holt sich von ihrem Kirschbaum Barbarazweige in die Stube.
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Mesnerin Christine Schmid holt sich von ihrem Kirschbaum Barbarazweige in die Stube.
  • VonUrsula Huckemeyer
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Jedes Jahr am 4. Dezember holt sich Christine Schmid Kirschzweige ins Haus. Heiligabend sollen sie als Glücksbringer blühen. Dafür ist das richtige Timing entscheidend.

Altmühldorf – Sie kennt sich bestens aus mit Blumen, Blüten und Bäumen. Gemeint ist Christine Schmid, die seit nunmehr 26 Jahren als Mesnerin in St. Laurentius tätig ist. Die 55-Jährige versteht sich außerdem auf Traditionen und Brauchtum.

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„Alte Bräuche dürfen nicht in Vergessenheit geraten“, so die feste Überzeugung der Mesnerin. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Christine Schmid die Legende rund um die Barbarazweige jedes Jahr aufs Neue lebendig hält.

Die Zweige sollten Frost gespürt haben

Immer am 4. Dezember, also dem Barbaratag, schneidet die Katholikin von ihrem Kirschbaum größere und kleinere Zweige ab. „Die großen Zweige stelle ich in der Kirche auf, die kleineren kommen in unserer Stube in eine Vase“, erklärt sie.

Wenn alles klappt, stehen rund um Weihnachten die vormals kahlen Zweige in voller Blüte. Christine Schmid rät, die Zweige schräg anzuschneiden. Von Vorteil sei es auch, die Schnittflächen mit einem kleinen Hammer vorsichtig weich zu klopfen. Die Barbarazweige sollten vor dem Schneiden bestenfalls schon mal mit Frost in Berührung gekommen sein. Ist das nicht der Fall, rät die Mühldorferin zu einem kleinen Trick: Die Zweige einfach eine Nacht lang ins Gefrierfach legen. Dann in lauwarmes Wasser stellen und vorzugsweise am Fensterbrett parken. Mindestens einmal pro Woche sollte das Wasser gewechselt werden.

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„Ich freue mich natürlich sehr, wenn meine Zweige am Heiligen Abend aufgeblüht sind. Immerhin soll dies der Legende nach Glück bringen“, erzählt die Mesnerin, die in den blühenden Zweigen vor allen Dingen aber ein Hoffnungszeichen sieht. Gerade in der beschwerlichen Corona-Pandemie sei es wichtig, die Hoffnung nicht zu verlieren.

Wenn alles klappt, erwachen die Knospen der Barbarazweige rund um Weihnachten in voller Blüte.

Hinter den Barbarazweigen verbirgt sich eine alte Geschichte. Die Heilige Barbara lebte als Tochter eines reichen Kaufmannes in Kleinasien. Als sie die christliche Religion kennenlernte, ließ sie sich taufen. Barbaras Vater, ein Heide, war auf seine Tochter wütend und zeigte sie an. Dies geschah in jener Zeit, als Kaiser Decius zur Christenverfolgung aufrief. Daraufhin wurde Barbara in Gefangenschaft genommen und in einen Turm gesperrt.

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Der Legende nach soll sich auf dem Weg dorthin ein Kirschbaumzweig in ihrem Kleid verfangen haben. Barbara stellte den Zweig in einen Becher mit Wasser. An dem Tag, als sie zum Tode verurteilt wurde, blühte der Zweig in voller Pracht auf. Die fromme Märtyrerin aus dem dritten Jahrhundert gilt heute als Schutzpatronin der Bergleute und der Artillerie.

Wie Christine Schmid erklärt, können nicht nur Zweige der Kirsche, sondern auch Zweige anderer Obstbäume geschnitten werden. Wer sich schon vor Weihnachten an frischen Blüten erfreuen will, verwendet am besten Forsythien. „Die blühen früher“, weiß die Mesnerin aus langjähriger Erfahrung.

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