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Doppelt getroffen

Weidenbach demonstriert gegen Schließung des Bauübergangs und Verlegung der Kreisstraße

Rund 160 Teilnehmer aus Weidenbach und Umgebung waren zu der Demonstration gegen die Bahnpläne auf das Gelände der Zimmerei Kamhuber gekommen.
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Rund 160 Teilnehmer aus Weidenbach und Umgebung waren zu der Demonstration gegen die Bahnpläne auf das Gelände der Zimmerei Kamhuber gekommen.

Der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke München-Mühldorf würde für die Gemeinde Heldenstein und vor allem den Ortsteil Weidenbach einschneidende Veränderungen bringen. Die geplante Schließung des Bahnübergangs in Axenbach mit der die DB Netz AG ins Planfeststellungsverfahren eingetreten ist, stößt vor Ort auf massiven Widerstand.

Weidenbach– Etwa 160 Bürger haben sich jetzt bei einer Kundgebung versammelt, um ihren Protest gegendie Pläne der Bahn zum Ausdruck zu bringen. Mit ihrer friedlichen Demonstration setzten die Einwohner von Weidenbach und den umliegenden Ortsteilen ein Zeichen gegen die Schließung des Bahnübergangs in Axenbach und gegen eine Verlegung der Kreisstraße über die Blumenau nach Küham. Die Demonstranten forderten stattdessen eine Bahnüberführung und einen Anschluss Weidenbachs an den Kreisverkehr an der Isentalstraße.

Teil des Großprojekts Bahnausbau zwischen München und Mühldorf

Die geplante Schließung des Bahnübergangs steht im Zusammenhang mit dem Großprojekt ABS 38. Dieses umfasst den vollständigen zweigleisigen Ausbau von München über Mühldorf nach Freilassing sowie die Elektrifizierung dieser gesamten 145 Kilometer langen Strecke. Nach Ende des Ausbaus wird abschnittsweise eine maximale Streckengeschwindigkeit von bis zu 200 Kilometern pro Stunde möglich sein. Derzeit sind es maximal 120 bis 140 Kilometer pro Stunde. Insgesamt werden im Rahmen des Streckenausbaus laut Angaben der Bahn 166 Brücken, 43 Bahnübergänge und 19 Bahnhöfe um- oder neu gebaut.

Zu teuer, zu aufwendig: Bahn lehnt Alternativen zur Schließung des Bahnübergangs ab

Im November ist die DB Netz AG mit der Trasse Blumenau ins Planfeststellungsverfahren gegangen. Damit hatte sie sich auf Höhe von Weidenbach auf die Variante festgelegt, die die Gemeinde Heldenstein und insbesondere die Bürger in und um Weidenbach ablehnen. Die DB Netz AG beruft sich dabei auf einen Kreistagsbeschluss, der wiederum auf einem Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahr 2016 gründet. Damals wurde den Gemeinderäten von den Mitarbeiter der DB Netz AG die Varianten Bahnüberführung oder Straßenüberführung als technisch nicht möglich oder zu teuer dargestellt.

Neue Bürgermeisterin sucht Gespräch mit der Politik

Letztlich sei dem Gremium damals nichts anderes übrig geblieben, als einen Beschluss zur Trasse Blumenau zu fassen, sagen die Gegner der Schließung der Bahnüberführung. Der Gemeinderatsbeschluss wurde im Jahr 2017 widerrufen. Der Kreistag hob seinen Beschluss dagegen nicht wieder auf.

Nach ihrem Amtsantritt versuchte Bürgermeisterin Antonia Hansmeier (CSU) wieder Bewegung in die Sache zu bringen. Sie berichtete von verschiedenen Treffen mit Landrat Maximilian Heimerl, dem Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer und dem Landtagsabgeordneten Marcel Huber.

Letzte Möglichkeit für Weidenbach

Gemeinderat Georg Schwenk (W-E-W), der mit seinem Fraktionskollegen Christian Hansmeier zu der Demo aufgerufen hatte, appellierte an die Bürger, sich am Planfeststellungsverfahren zu beteiligen. „Die einzige Möglichkeit, die uns jetzt noch bleibt, sind Einwände gegen die Planfeststellung vorzubringen.“

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Wichtig sei es, in den Einwendungen die persönliche Betroffenheit zu schildern. Gemeinderat Hansmeier informierte darüber, wie ein Einwand formal richtig vorgebracht werden muss. Es lagen Musterschreiben auf, die den Bürgern eine Hilfestellung geben sollen. „Je mehr Schreiben bei der Regierung eingehen, umso besser“, so Hansmeier. Jeder Einwand muss von der Regierung einzelnen bewertet werden. Wer noch kein Musterschreiben bekommen hat oder an der Demonstration nicht teilnehmen konnte, kann sich ein Schreiben bei einem der beiden Gemeinderäte abholen.

Zur Einheit aufgerufen

Bürgermeisterin Antonia Hansmeier rief zur Einheit auf. „Nur wenn wir alle zusammenstehen und Gemeinde, Landkreis und Bürger an einem Strang ziehen, sehe ich noch eine Möglichkeit, die Trasse Blumenau zu verhindern“.

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