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Wegen Corona in den Knast

Allein vor leeren Zuhörer-Rängen: Stephen Kroner, Richter im Amtsgericht Mühldorf.

Mühldorf. – „Wir sind im Amtsgericht zum Glück coronafrei.

Trotzdem sind derzeit nicht so viele Mitarbeiter im Haus. Wir Richter können ja auch in normalen Zeiten zu Hause arbeiten und die Akten mitnehmen, viele andere sind auch im Homeoffice. Die Verhandlungen haben wir aus Infektionsschutzgründen abgesagt, als stellvertretender Direktor bin ich aber jeden Tag fünf bis sechs Stunden im Gericht. Denn eilige Fälle müssen natürlich trotzdem verhandelt werden.

So muss der Ermittlungsrichter kommen, wenn es um Haftsachen geht. Dazu gehört auch, wenn jemand gegen Auflagen wegen einer Corona-Erkrankung verstößt und trotz Quarantäneanordnung draußen rumläuft. Dann könnte er in Haft genommen werden. Einen solchen Fall hatten wir aber noch nicht. Familienrichter sind gefragt, wenn es um das Kindeswohl geht, falls es zu häuslicher Gewalt kommt. Aktuell spüren wir aber noch keinen Anstieg der Fälle, unter Umständen sind derzeit aber die Jugendämter stärker gefragt. Auch eilige Insolvenzsachen könnten vorkommen.

Deswegen ist es wichtig, dass wir den Betrieb aufrechterhalten. Wir haben ein Wechselmodell. Die Wachtmeister arbeiten in kleineren Gruppen als sonst im Schichtbetrieb, auch die Rechtspfleger sind zum Teil hier, zum Teil zu Hause, genau wie wir Richter. Damit können alle anliegenden Dinge bearbeitet werden.

Ich war in der vergangenen Woche zum letzten Mal im Gerichtssaal und hätte eine Verhandlung gehabt. Diejenige, die kommen sollte, kam aber nicht. So fiel die Verhandlung aus.“

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