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AUSBILDUNG LIEGT AUF EIS

Wegen Corona hat Feuerwehr Rattenkirchen mit Einschränkungen zu kämpfen

Gleich zu Beginn vergangenen Jahres war die Rattenkirchener Feuerwehr bei einem Großbrand in Haun gefordert.
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Gleich zu Beginn vergangenen Jahres war die Rattenkirchener Feuerwehr bei einem Großbrand in Haun gefordert.
  • Kirsten Meier
    VonKirsten Meier
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Der Übungs- und Ausbildungsbetrieb bei der Feuerwehr Rattenkirchen ruht coronabedingt, Fortbildungen sind nicht möglich. Trotzdem sind die Aktiven gefordert wie in normalen Zeiten. Eine harte Zeit, sind sich die beiden Kommandanten einig.

Rattenkirchen – Seit Beginn der Corona-Pandemie mag der Einzelne vielleicht das Gefühl haben, als wäre das Sirenenheulen weniger geworden. Dem ist jedoch nicht so, wie die beiden Feuerwehrkommandanten Michael Bohner und Michael Bierwirth aus Rattenkirchen versichern.

Kommandant Michael Bohner

„2019 hatten wir 23 Einsätze, wozu technische Hilfeleistungen, Brände löschen und sonstige Tätigkeiten wie Begleitung von Prozessionen, Bittgängen und dem Sankt Martins Umzug gehörten“, sagt der erste Kommandant. 2020 reduzierten sich die sonstigen Tätigkeiten, da Veranstaltungen coronabedingt ausfielen. Dafür stieg die Zahl der Brände und der technischen Hilfeleistungen, bei denen der Einsatz von Geräten gefordert war, leicht an.

2020 begann mit einem schweren Großbrand und endete mit der Öffnung einer Wohnung am Silvestertag, in der zwei tote ältere Menschen lagen. Bohner blickt inzwischen auf 40 Jahre bei der Feuerwehr Rattenkirchen zurück. Bierwirth ist seit 26 Jahren im Dienste der Floriansjünger. Beide erleben wohl ihre härtestes Zeit, seit sie bei der FFW aktiv sind.

Helfer sind sich selbst überlassen

„Uns gehen die sozialen Kontakte total ab. Wir dürfen nach belastenden Einsätzen nicht einmal eine Nachbesprechung machen. Egal wie schlimm unser Einsatz war, danach heißt es für alle sofort nach Hause gehen“, sagt Bohner. „Der eine steckt einen tödlichen Unfall besser weg als der andere. Kameradschaft und die Gespräche gerade in Helferberufen sind enorm wichtig“, setzt er fort.

Zweiter Kommandant Michael Bierwirth

Selbstverständlich gibt es für die Einsatzkräfte auch Anlaufstellen, doch diese sind bei Weitem nicht so eine große Stütze wie die eigenen Kameraden. Nicht nur die Tatsache, dass sich die Helfer selbst überlassen sind, ist belastend, sondern vor allem auch, dass der Übungs- und Ausbildungsbetrieb komplett stillsteht.

Nachwuchs kann nicht nachkommen, weil Treffen verboten sind. „Die modulare Truppausbildung liegt komplett auf Eis. Dabei wäre das so enorm wichtig. Der Abschluss der modularen Truppausbildung ist die Voraussetzung für jeden Aktiven bei der Feuerwehr, um weitere Fort- und Weiterbildungen zu besuchen. Jede Feuerwehr braucht perfekt ausgebildete Leute“, sagt Bohner.

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Starke Einschränkungen gibt es auch bei den Einsätzen. Hier sind aktuell statt der üblichen neun Personen nun nur noch sechs im Löschgruppenfahrzeug erlaubt. Der Mannschaftskombi darf nur auf Anforderung rausfahren und das natürlich auch nur mit begrenzter Personenzahl. Ein schwerer Brand oder ein tödlicher Verkehrsunfall müsse mit weniger Einsatzkräften bewältigt werden wie mit einer großen Mannschaft.

Vereinsleben als Ausgleich

Da auch der Übungs- und Ausbildungsbetrieb stillsteht, kann man nur auf die jahrelange Berufserfahrung der Helfer hoffen. Zu den Einsätzen kommen noch diverse Vorschriften, die eingehalten werden müssen. Für 2021 konnte die Feuerwehr nicht einmal einen Übungsplan erstellen, weil nach wie vor Ungewissheit herrscht.

Die beiden Kommandanten schätzen trotz allem, dass auf ihre Floriansjünger auch in schweren Zeiten stets Verlass ist. Sie hoffen, dass Normalität bald wieder einkehrt. „Wir würden uns wünschen, dass bald wieder Übungen und Ausbildungen möglich sind. Vor allem auch, dass alle, die in ihrer modularen Truppausbildung stecken, ihren Abschluss machen können“, sagt Bierwirth.

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Doch nicht nur die Arbeit ist ihnen wichtig, sondern auch das Vereinsleben, denn das ist ein schöner Ausgleich zu ihrem Job. „Vergangenes Jahr wären im Feuerwehr-Verein Vorstandschaftswahlen gewesen, mussten allerdings ausfallen. Die Wahlen wurden dann auf den 16. März dieses Jahr verschoben, aber das wird auch wieder nicht stattfinden“, setzt der zweite Kommandant fort.

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