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Gegenseitiger Notverbund mit der Schlicht-Gruppe

Wasser für beide Seiten: Gemeinde Aschau am Inn baut Leitungsnetz aus

Mit dem so genannten Inlinerverfahren wird die neue Leitung in Teilstücken in das bestehende Leitungsnetz eingezogen. Die alte Leitung hätte dem höheren Druck nicht standgehalten.
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Mit dem so genannten Inlinerverfahren wird die neue Leitung in Teilstücken in das bestehende Leitungsnetz eingezogen. Die alte Leitung hätte dem höheren Druck nicht standgehalten.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Die Gemeinde Aschau am Inn baut aktuell ihr Trinkwassernetz aus. Denn in Zukunft wollen sich die Kommune und der Zweckverband zur Wasserversorgung der Schlicht-Gruppe bei Bedarf gegenseitig mit Wasser versorgen. Rund 281.000 Euro werden für den gegenseitigen Notverbund in den Leitungsbau investiert.

Aschau – Alle 200 Meter die Erde aufgegraben, die Leitung ein Stück weit offen gelegt und eine neue Leitung liegt parat. Die Gemeinde Aschau baut ihr Trinkwassernetz aus, um einen gegenseitigen Notverbund mit der Schlicht-Gruppe zu schaffen. Erst im Juli hatte der Gemeinderat grünes Licht gegeben.

Seit 35 Jahren besteht zwischen der Gemeinde Aschau und dem Zweckverband zur Wasserversorgung der Schlicht-Gruppe ein Notverbund. Das bedeutet, dass von der Schlicht-Gruppe Wasser nach Aschau geflossen ist, wenn es in der Gemeinde Probleme mit dem Trinkwasser gab. Der Zweckverband hatte nun aber einen gegenseitigen Notverbund angestoßen, sodass bei Bedarf Aschau auch Wasser in das Netz der Schlicht-Gruppe speisen soll. Aschau wird „gleichgestellter Partner“, wie Bürgermeister Christian Weyrich (CSU) in der Juli-Sitzung sagte.

Bauliche Veränderungen nötig

Damit dies möglich ist, braucht es bauliche Veränderungen an der Aschauer Wasserversorgung. Ab dem Übergabeschacht in Fürst fließt momentan das Wasser nur in Richtung Aschau und damit bergab. Dass aber künftig das Wasser auch in die andere Richtung fließen kann, braucht es unter anderem eine Druckerhöhungsanlage. Für diese, den Leitungsbau, eine Erweiterung der Automatisierung und Schaltanlage, Stromversorgung sowie Umbau und Erweiterung des Rohrsystems fallen etwa 281.000 Euro an. Davon übernimmt die Gemeinde 121.500 Euro, der Zweckverband trägt 159.500 Euro.

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Mittlerweile hat der Leitungsneubau auch schon begonnen. Wie Bürgermeister Christian Weyrich auf Nachfrage mitteilt, wird in die bestehende Leitung mit einem Innendurchmesser von 200mm eine neue stabilere Leitung eingezogen. Diese hat einen Außendurchmesser von 180mm. „Damit sind wir Aschauer dann in der Lage, der Schlichtgruppe Trinkwasser in deren Netz in Reichertsheim mit einer Menge von 20 Litern pro Sekunde einzuspeisen“, erklärt Weyrich.

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Die bestehende Leitung hätte den dabei auftretenden Druck nicht ausgehalten, weshalb eine neue Leitung eingezogen werden muss. Dies passiert mit dem so genannten Inlinerverfahren.

Zunächst wurden am Beginn und Ende der bestehenden Leitungsstrecke, sowie im Abstand von 200 Metern sogenannte Kopflöcher gegraben, an denen die bestehende Leitung freigelegt und aufgeschnitten wurde. Zunächst werden aber immer zwei Leitungsstränge im Spiegelschweißverfahren zu 200 Meter langen Teilstücken verbunden, bevor sie nach und nach eingezogen und in den Kopflöchern verbunden werden.

Einzugshilfe einblasen

Dazu wird zunächst eine Einzugshilfe in das 200 Meter lange Teilstück eingeblasen, an dem wiederum am anderen Ende ein Seil befestigt wird. Dann wird es zurückgezogen und an einer Seilwinde befestigt. Das andere Ende des Seils wird an einer sogenannten Einzugsglocke befestigt, die fest mit dem einzuziehenden Rohr verbunden ist.

Wie viel Meter Rohrleitung bislang eingezogen worden sind, wie die Arbeiten vorangehen, darüber informiert Bürgermeister Christian Weyrich in der nächsten Sitzung des Gemeinderats am 14. September um 19.15 Uhr in der Gemeindehalle. Weitere Themen sind ein Antrag auf Überdachung des bestehenden Fahrsilos mit einer Rundbogenhalle, der Bericht über die örtliche Prüfung der Jahresrechnung 2020, der Erfahrungsbericht zur Hochwasserlage 30. August und der Abschlussbericht des Aschauer Sommers 2021.

Das Aschauer Trinkwassernetz in Zahlen

Der Aschauer Hochbehälter hat ein Volumen von 1600 Kubikmeter, das Fassungsvermögen liegt damit weit über den durchschnittlichen Tagesbedarf der Gemeinde von 700 Kubikmetern. Am Trinkwasserbrunnen können pro Jahr bis zu 450.000 Kubikmeter Trinkwasser gefördert werden mit maximal 35 Liter pro Sekunde. Mit 15 Liter pro Sekunde soll das Wasser automatisch eingespeist werden. Maximal geht es dabei um 1600 Kubikmeter pro Tag und maximal 150.000 Kubikmeter pro Jahr. Damit bleibt die Aschauer Wasserversorgung auch künftig für den eigenen Bedarf leistungsfähig und besitzt noch Reserven.

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