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Historisches aus der Heimat

Warum Mühldorf Mühldorf heißt – Das 62. Jahrbuch des Heimatbunds lüftet weitere Geheimnisse

Einst markantes Wirtshaus am Mühldorfer Stadtplatz: Der Jägerwirth, später Jägerhof, eng verbunden mit Mühldorfs letzter Brauerei und der Familie Unertl.
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Einst markantes Wirtshaus am Mühldorfer Stadtplatz: Der Jägerwirth, später Jägerhof, eng verbunden mit Mühldorfs letzter Brauerei und der Familie Unertl.

MIt dem 62. Band will das Mühlrad des Mühldorfer Heimatbunds einige spannende Frage der Geschichte des Landkreises klären. Zum Beispiel den ewigen Streit, wo sie denn nun stattfand, die letzte Ritterschlacht auf deutschem Boden.

Mühldorf – Zwei historische Fragen sorgen im Landkreis immer wieder für Diskussionen: Wo kommt der Name Mühldorf her? Und wo fand sie nun wirklich statt, die letzte Ritterschlacht auf deutschem Boden zwischen Ludwig dem Bayern und und Friedrich dem Schönen?

Das sind nur zwei der neun Geschichtsbeiträge, die acht Autoren auf 176 Seiten im neuen Mühlrad des Mühldorfer Heimatbunds behandeln.

In der Stadt der Brauereien

Die Herkunft des Namens „Mühldorf“ versucht Wolfgang Janka mithilfe der Methoden der Ortsnamenforschung die Entstehung des Stadtnamens zu klären. Und Bernhard Lübbers geht der Frage auf den Grund, wieviel an der Legende vom „braven Schweppermann“ dran ist, dem tapferen Feldhauptmann, dem der siegreiche Kaiser Ludwig der Bayer nach der Schlacht von Mühldorf von 1322 zwei Eier und jedem anderen eines überreichte. Eine Geschichte, die jedes Schulkind kennt. Wieviel Wahrheit ist daran, ist es eine reine Legende?

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Die anderen Themen: Im Handelshaus Schmidt am Stadtplatz 43 konnte der Mühldorfer Bürger „Confect, Prisilltaback, Liqueurs, kandierte Früchte, Rheinsalm, Wallrosszähne, Schluckbildchchen mit dem Namen Jesu, Flohpulver…“ erwerben, „alles, was das Herz begehrt“, aber auch die nötigen Dinge des Alltags. Angelika Kromas spürte im Stadtarchiv Mühldorfs das Anschreibebuch („Strazza“) aus dem Jahr 1647 auf, das mehr als 7000 Einträge aufweist. Das Buch erlaubt uns einen interessanten Einblick in das damalige Einkaufsverhalten der Innstädter.

Die Frage, wo der Schicklbräu stand, wo sich der Himmelkeller oder der Sallerbräu befanden, beantwortet der Heimatforscher Meinrad Schroll in einem umfangreichen Beitrag. Um 1700, zur Blütezeit des Brauwesens gab es in Mühldorf fast zwei Dutzend Brauereien und etliche Gaststätten.

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Im Aktenbestand des Pfarrarchivs Kraiburg findet sich auch ein „Censur-Buch“ der „deutschen Werktagsschule in Taufkirchen v. Wald“ aus dem Schuljahr 1856/57, das damals der Lehrer Jacob Moser zu führen hatte. Er hielt darin nicht nur Schulleistung, Fleiß und Betragen der einzelnen Schüler fest, er dokumentierte auch das Verhalten der Schulkinder und ihr Befinden. Die Einblicke, die er damit in die familiären und gesundheitlichen Verhältnisse gewährt, sind teils erschütternd. Von Johann Wagner, der sich mit dem Censur-Buch befasst, stammt auch ein Beitrag zu den Ursachen für die hohe Kindersterblichkeit in der Pfarrei Lafering bei Taufkirchen im 19. Jahrhundert.

Vorstellung fällt heuer wegen Corona aus

Peter Müller, der bereits eine fundierte Arbeit zum KZ-Aussenlager Mühldorf veröffentlicht hat, stellt detailliert Ablauf und Urteile der Dachauer US-Kriegsverbrecherprozesse dar, vergleicht sie mit den deutschen NSG-Prozessen, und unterzieht sie einer kritischen rechtsethischen Würdigung, die nicht immer zugunsten der US-Gerichtsbarkeit ausfällt

Ab sofort im Buchhandel erhältlich

Mit den Fragmenten eines Heiligen Grabes aus Kirchdorf bei Haag beschäftigt sich der Kreisheimatpfleger Ferdinand Steffan. Er kann dabei in seinem fundiert recherchierten Beitrag nachweisen, dass es sich dabei nicht um die Reste des Hochgrabes eines Haager Grafen um 1380 handelt, wie die lokale Geschichtsforschung meint, sondern, dass diese gotischen Reliefs nicht nur ein seltenes und vorzügliches Zeugnis mittelalterlicher Kunst in der Grafschaft Haag sind, sondern wohl auch eines der ältesten bekannten heiligen Gräber in unserer Region.

Die offizielle Vorstellung des Mühlrads fiel heuer wegen der Corona-Einschränkungen aus. Es ist ab sofort im Buchhandel und kann über die Internetseite https://heimatbund-muehldorf.de/ des Vereins erhältlich.

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