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NEUER GESCHÄFTSFÜHRER BEIM GUMMIWERK KRAIBURG

Waldkraiburger Kautschuk- und Silkonproduzent sieht Nachhaltigkeit als großes Zukunftsthema

Dr. Darijo Mijolovic leitet das Gummiwerk Kraiburg seit wenigen Wochen als neuer Geschäftsführer. Am Standort in Waldkraiburg entwickeln und produzieren rund 400 Beschäftigte Kautschuk- und Silikonmischungen. Gummiwerk Kraiburg
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Dr. Darijo Mijolovic leitet das Gummiwerk Kraiburg seit wenigen Wochen als neuer Geschäftsführer. Am Standort in Waldkraiburg entwickeln und produzieren rund 400 Beschäftigte Kautschuk- und Silikonmischungen. Gummiwerk Kraiburg
  • Frank Bartschies
    vonFrank Bartschies
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Seit einigen Wochen ist Dr. Darijo Mijolovic neuer Geschäftsführer des Gummiwerk Kraiburg. Der 48-Jährige sieht Nachhaltigkeit als die große Zukunftsanforderung an, die auch für seine Branche zugleich eine Chance sei.

Waldkraiburg – Unter neuer Leitung steht das Gummiwerk Kraiburg seit 1. März: Dr. Darijo Mijolovic (48) hat als Geschäftsführer die Nachfolge von Helmut Esefeld angetreten, der in Ruhestand gegangen ist. Mijolović wechselte innerhalb der KRAIBURG-Unternehmensgruppe: zuvor war er bei KRAIBURG TPE GmbH & Co. KG in leitender Funktion global für die Forschung und Entwicklung verantwortlich. Ab 2017 wurde ihm zusätzlich die Gesamtverantwortung für das Qualitäts‐, Energie‐ und Umweltmanagement übertragen. Seit dem 1. März 2021 leitet er die Gummiwerk KRAIBURG GmbH & Co. KG.  

2020 Umsatzeinbruch um zehn Prozent

Das Gummiwerk fertigt im internationalen Markt für den Kunden maßgeschneiderte Produkte im Kautschuk- und Silikonbereich. Die Übernahme der Geschäftsführung fiel aufgrund der Corona-Pandemie in keine einfache wirtschaftliche Phase des Unternehmens. 2020 sei kein leichtes Jahr gewesen, gesteht Mijolovic zu. Die Entwicklung und ihre wirtschaftlichen Folgen hätten das Unternehmen „überraschend stark erwischt“. Der Umsatz sei gegenüber 2019 um zehn Prozent eingebrochen. Im vierten Quartal sei jedoch ein guter Abschluss zu verzeichnen gewesen. Das erste Quartal 2021 bezeichnet Mijolovic als erstaunlich gut. Dennoch: Man müsse wachsam bleiben. Es herrsche immer noch Unsicherheit, wie es mit der Wirtschaft in Deutschland weitergeht.

„Am Kunden bleiben und arbeiten“ laute die Devise auch in der schwierigen Zeit, die das Unternehmen mit Kurzarbeit oder Home-Office erfolgreich gemeistert habe. „Es geht nicht nur um 400 Mitarbeiter, sondern auch um 400 Familien, die im Hintergrund stehen.“

Nachhaltigkeit: Anforderung und Chance zugleich

Den Wandel, der sich derzeit vollzieht, sieht der Geschäftsführer auch als Chance, um der Zukunftsanforderung „Nachhaltigkeit“ gerecht zu werden. So seien Unternehmen beispielsweise in Fragen des Klimaschutzes gefordert oder auch im Bereich der Mobilität, einem der großen Geschäftsfelder des Gummiwerkes. Die konventionellen Verbrennersysteme in der Automobilität würden zurückgehen. Es gelte jetzt, Lösungen für den Bedarf der Zukunft zu entwickeln. Das Thema „Nachhaltigkeit“ treffe das Gummiwerk Kraiburg aber in vielschichtiger Weise. So würden heute beispielsweise bereits zukunftsorientierte Produkte für Windkraftanlagen angeboten oder Materialien, die die Anforderungen der neuen Gesetzgebung zur Trinkwasserversorgung erfüllen.

Ökologie, Ökonomie und soziale Verantwortung kennzeichnen Mijolovic zufolge das Thema „Nachhaltigkeit“. Das Unternehmen selbst hat sich Mijolovic zufolge seit 15 Jahren bereits dem Energie- und Umweltmanagement verschrieben.

Seit 2016 gut zwölf Millionen investiert

Das Unternehmen stehe zu Waldkraiburg: „Wir glauben an diesen Standort.“ 12,2 Millionen Euro habe das Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren hier investiert. Man sei auch räumlich gut aufgestellt: „Wir haben noch Luft nach oben.“

Bürgermeister: Firma seit 70 Jahren verlässlicher Partner der Stadt

Waldkraiburgs Bürgermeister Robert Pötzsch sieht im Gummiwerk Kraiburg einen seit über 70 Jahren bedeutenden wirtschaftlichen Standortfaktor für die Stadt und einen wichtigen Arbeitgeber in der Region. „Seit jeher stehen wir im engen Austausch, wenn es darum geht, optimale Bedingungen für ein erfolgreiches Unternehmensumfeld herzustellen.“

Probleme bei der Personalsuche

Heuer plant die Firma laut Mijolovic, neben den notwendigen Investitionen in Maschinen große Teile der EDV-Struktur zu erneuern. Außerdem würden 2020 frei gewordene Arbeitsplätze nachbesetzt. Die Personalsuche sei teilweise schwierig, weil das Know-how und die Erfahrung langjähriger Mitarbeiter nicht so leicht kompensiert werden könnten.

Eine positive Bilanz zieht er zum Umgang mit der Corona-Krise im Unternehmen. Durch zahlreiche Maßnahmen sei es gelungen, die Infektionsfälle unter den Mitarbeitern im einstelligen Bereich zu halten und eine Infektionskette im Betrieb zu vermeiden.

Zur Person

Dr. Darijo Mijolovic wurde 1973 im Landkreis Aichach-Friedberg geboren. Nach dem Abitur studierte er Chemie. Das Studium in Regensburg schloss er 1998 mit dem Diplom in metallorganischer Chemie ab, die Promotion folgte im Anschluss. 2001 begann er seine berufliche Laufbahn bei der BASF in Ludwigshafen, wo er in der Forschung und anschließend im Business Development tätig war. Die vergangenen drei Jahre leitete er die Entwicklung von Papierchemikalien, zuständig für ganz Europa. Durch den Kontakt mit einem Studienkollegen kam er 2013 zum Gummiwerk Kraiburg und koordinierte hier Forschung und Entwicklung der Sparte Thermoplastische Elastomere (TPE). 2017 übernahm er den Bereich Energie-, Umwelt- und Qualitätsmanagement sowie Arbeitssicherheit. Im November 2020 wurde er in die Geschäftsführung berufen, seit 1. März leitet er das Unternehmen. Mijolovic ist verheiratet, hat zwei Söhne und wohnt in Landshut. Als Hobbies nennt er seine Familie und – wenn Zeit bleibt – sein Faible für Oldtimer. baf

Zum Unternehmen

Die Gummiwerk Kraiburg GmbH & Co. KG ist Mitglied der Kraiburg-Unternehmensgruppe und beschäftigt derzeit etwa 400 Personen in Waldkraiburg und rund 80 Mitarbeiter am Produktionsstandort Novi Iskar/Bulgarien. Mit einem Vertriebsbüro ist das Gummiwerk in Orenburg/Russland vertreten. Gegründet wurde das Unternehmen als Hersteller von Gummi-Mischungen 1947 von Friedrich Schmidt. In Waldkraiburg werden heute auf einer Betriebsfläche von über 10 000 Quadratmetern individuelle Kautschuk- und Silikonmischungen entwickelt und produziert. Der Gesamtumsatz lag 2020 bei rund 90 Millionen Euro. Die hergestellten Gummi- und Silikonmischungen – etwa 2500 Produkte pro Jahr – sind auf die Anforderungen der etwa 1000 Kunden zugeschnitten. Zum Einsatz kommen die Produkte in der Automobilbranche, im Maschinenbau, der Öl- und Gasförderindustrie, der Walzenindustrie, in der Gas- und Trinkwasserversorgung, der chemischen Industrie und bei weiteren Gummiformteil-Herstellern.

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