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Meinung

Waldkraiburger Wochenschau: Prädikate von vielversprechend bis fragwürdig

Die Nachricht der Woche: 50 Millionen Euro steckt die Firma Netzsch in eine neue Produktionshalle samt Büroeinheit (rechts oben) und in die Modernisierung des Werksgeländes an der Geretsrieder Straße in Waldkraiburg.
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Die Nachricht der Woche: 50 Millionen Euro steckt die Firma Netzsch in eine neue Produktionshalle samt Büroeinheit (rechts oben) und in die Modernisierung des Werksgeländes an der Geretsrieder Straße in Waldkraiburg.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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Mit herausragend guten Nachrichten startet unser Autor Hans Grundner in die Waldkraiburger Wochenschau. Dann muss er sich doch wieder ärgern.

Prädikat: familienfreundlich

Mit guten Nachrichten ging die letzte Wochenschau zu Ende, mit besseren startet die neue. News, die alles andere überstrahlen, kommen von einer Waldkraiburger Firma: Zuerst hat Netzsch ein Signal nach innen gesetzt, als das Unternehmen nach der Verlängerung der Ferien durch den Freistaat seine Mitarbeiter früher in bezahlten Weihnachts-Sonderurlaub schickte. Prädikat: familienfreundlich.

Hans Grundner.

Dann folgte noch ein Ausrufezeichen aus dem Hause Netzsch: Bis 2024 pumpt der Pumpenhersteller 50 Millionen Euro in die Werkszusammenlegung an der Geretsrieder Straße. Stärkt den Standort. Sichert Arbeitsplätze. Eine hochmoderne Produktionsanlage entsteht, auch die anderen Hallen werden dort auf den Top-Standard gebracht. Büroeinheiten und Verwaltung kommen flächensparend aufs Dach der neuen Fabrik. Prädikat: zukunftsweisend.

Prädikat: vielversprechend

Da verstummt jede Kritik, die zuletzt wegen viel diskutierter Betriebserweiterungen laut geworden war. Übrigens: Frei gegeben haben die Mittel jene Gesellschafter, die linksmissionarische Klimaaktivisten noch vor Kurzem enteignen wollten. Was für ein Unsinn! Wie wär‘s, wenn sich die selbst ernannten Interessenvertreter des Proletariats – nach Corona – einfach mal auf ein Bier mit richtigen Facharbeitern zusammensetzten, um zu erfahren, wie solche Aktionen bei den Betroffenen ankommen. Prädikat: peinlich.

Ein Nebeneffekt, für Anwohner und Stadt aber von großer Bedeutung, ist die Absiedlung des alten Werks aus einem Wohngebiet. Seit 40 Jahren arbeitet Waldkraiburg dran, die Verflechtung von Wohnen und Arbeiten, eine Folge der Stadtgeschichte, zu überwinden und sich neu zu ordnen. Dieses Projekt kommt wieder ein Stück voran. Prädikat: vielversprechend.

Prädikat: verantwortungsvoll

Dass Corona auch für etwas gut ist, wer hätte das gedacht? Diese Woche hat den Beweis gebracht: Der Pausenhof der Beethoven-Schule wird größer – wegen der Pandemie. Die Schüler brauchen mehr Platz, um Abstand zu halten. Sie werden auch dann noch was von der Erweiterung haben, wenn Corona – hoffentlich bald – nicht mehr das alles bestimmende Thema ist. Prädikat: nachhaltig.

Dass Corona noch den Alltag diktiert, die Erfahrung mussten die Liwanzenbäcker vom Waldbad-Förderverein und das Jugendparlament machen. Sie wollten nur ein bisserl vorweihnachtliche Stimmung verbreiten. Das Virus hatte was dagegen. Ob der Adventsweg am Haus der Jugend zwingend hätte abgesagt werden müssen? Einige Korrekturen im Konzept hätten ihn wohl retten können. Es war trotzdem richtig, abzusagen. Wer mag das Risiko bei anhaltend hohen Infektionszahlen tragen? Prädikat: verantwortungsvoll.

Prädikat: fragwürdig

Eigenartig ist, dass auf der gleichen rechtlichen Grundlage – der 9. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung – in Rosenheim ein Mini-Budenzauber stattfinden darf. Wenn die Ministerpräsidenten in Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern sich bei Inzidenzen von kaum 50 schwer tun, alle Corona-Volten von Markus Söder mitzumachen, ist das nachvollziehbar. Wenn in Mühldorf-Landkreis mit Inzidenz 208 der ein kleiner Adventsweg to go mit drei Hütten nicht geht, in Rosenheim-Stadt bei einer Inzidenz von 242 acht Hütten, die sich im stark frequentierten Zentrum verteilen, aber Leute anlocken dürfen, dann sollte sich niemand mehr wundern, wenn da mancher nicht mehr mitkommt.Prädikat: fragwürdig.

j.grundner@ovb.net

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