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Ein Wahrzeichen erhalten

Stolzer Erhalter eines Industriedenkmals und Wahrzeichens der oberen Stadt: Josef Gaigl vor der Walzmühle, die heute Prima Vera Naturkornmühle heißt. hon
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Stolzer Erhalter eines Industriedenkmals und Wahrzeichens der oberen Stadt: Josef Gaigl vor der Walzmühle, die heute Prima Vera Naturkornmühle heißt. hon

Die Firma Primavera Naturkorn betreibt die alte Walzmühle am Mühldorfer Bahnhof. Für viel Geld wollen die Eigentümer das Industriedenkmal erhalten und nutzen.

Mühldorf – Es ist eine dieser Geschichten, die schön sind, egal, welche Zutaten sie vermischt. Jedenfalls sollen in einer der Mühldorfer Bombennächte über 200 Bomben auf die Walzmühle gestürzt sein. Fast die ganze Mühle ging in Flammen auf und fand nach 29 Jahren ein brutales Ende. Fast die ganze Mühle, denn der Siloturm blieb wie durch ein Wunder unversehrt. Zu verdanken, so glauben manche, ist das einer Marienstatue, die im Innenhof hoch oben am Siloturm hängt: „Sie hat auf das Silo aufgepasst.“

Respekt vor dem Industriedenkmal

Das sagt Josef Gaigl, dem die Mühle heute zusammen mit drei weiteren Gesellschaftern gehört. Er erzählt diese Geschichte zwar recht nüchtern, wenn er aber von den beiden Kunstwerken an seiner Mühle spricht, klingen Respekt und Achtung mit: Zwei Kunstwerke, eben jene Marienstatue und das weithin sichtbare Logo mit dem Schriftzug Walzmühle an der Nordfassade.

Dabei sind die beiden Kunstwerke nur der sichtbarste Teil der Investitionen, die die Gesellschafter in den letzten Monaten in ihre alte Mühle gesteckt haben, um sie zu bewahren. „Wir haben Verantwortung für ein Wahrzeichen“, sagt Gaigl. „Ich würde es nie fertig bringen, das Denkmal zu schädigen.“

Deshalb geben die Besitzer immer wieder Geld aus, um den Verfall zu verhindern. Zugleich schauen sie, dass sie die Nutzung erhalten. Und so gingen im Fall des großen Siloturms Wirtschaft und Denkmalschutz Hand in Hand. Denn Kernpunkt der Sanierung war die Wiederherstellung der Silobehälter.

Das sind 20 Meter hohe, schmale Betonröhren, die im Inneren des Siloturm senkrecht in die Höhe ragen und das Getreide aufnehmen. Durch die 100 Jahre lange Nutzung waren sie ausgewaschen und dringend reparaturbedürftig. Keine leichte Aufgabe, denn nur Spezialfirmen können diese Arbeit leisten und die 30 Silos wiederherstellen. Auf gut zwei Millionen Euro summierten sich laut Gaigl die Sanierungsarbeiten innen und außen.

Raum für die Firmaist eng

Die derzeitigen Eigentümer stellen sich damit in die Tradition der Vorbesitzer, die die Mühle 1916 erbauten und nach dem Krieg wieder aufbauten. Bis heute erlebte sie ständige Bauveränderungen, zuletzt 1990 und 2005. Inzwischen drängelt sich ein Konglomerat verschiedener Baustilformen auf dem relativ engen Gelände. Die Gesellschafter hoffen, dass sie dort weitere Möglichkeiten zur Erweiterung finden, um das prägende Gebäude für ihren Betrieb nutzen und so auch erhalten zu können.

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