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Thermaler Bodenschatz

Wärme aus der Tiefe nutzen: Gemeinde Polling will Geothermieprojekt umsetzen

Auf einem Feld nördlich der Kläranlage soll das Geothermieprojekt verwirklicht werden. Dort erwartet Diplom-Geograph Bernhard Gubo Wasser mit der entsprechenden Wämre vorzufinden.
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Auf einem Feld nördlich der Kläranlage soll das Geothermieprojekt verwirklicht werden. Dort erwartet Diplom-Geograph Bernhard Gubo Wasser mit der entsprechenden Wämre vorzufinden.
  • Robert Wagner
    VonRobert Wagner
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Nachdem der Gemeinderat bereits die Grundsatzentscheidung für den Aufbau einer Geothermie in der Gemeinde getroffen hatte, folgte nun in einem weiteren Schritt eine Präsentation mit Details zum Sachstand sowie einer näheren Bezeichnung des Standortes. So sehen die weiteren Schritte aus.

Polling – Wie Diplom-Geograph Bernhard Gubo von der Firma „Erdwärme Inn“ ausführte, soll der Standort auf dem freien Feld nördlich der Kläranlage in Polling entstehen. Hier sei man zuversichtlich, die entsprechende Wärme vorzufinden. Er rechne hier mit sehr hohen Wassermengen, ähnlich wie sie in Waldkraiburg vorgefunden wurden, meinte Gubo.

Bürgermeister Lorenz Kronberger zeigte sich überzeugt von dem Vorhaben und sagte: „Mit dieser Energieform würden wir bei der CO2-Einsparung einen großen Schritt machen und nicht nur kleckern“. Er sehe es als zukunftsweisend an.

Positiver Rücklauf der Fragebögen

Positiv bewertete Kronberger auch den Rücklauf der Fragebögen, die im Ortsbereich verteilt worden seien, um die Meinung beziehungsweise Einstellung der Bürger zu diesem Thema zu ermitteln. Von 500 Fragebögen erhielt die Gemeinde einen Rücklauf von circa 200. Dies sei im ersten Anlauf ein gutes Ergebnis. Versorgt werden könnten, so Bernhard Gubo, der Ortsbereich von Polling und seine umliegenden Anwesen, Weiding und Mühldorfs Süden sowie natürlich die beiden großen Gewächshäuser. Ebenso wäre eine Anbindung Tüßlings möglich.

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Hinsichtlich der notwendigen Energiemengen sei es möglich, die Anlage bei Bedarf zu erweitern, erklärte Gubo auf Anfrage von Reinhard Oberstar (CSU).

Bezüglich der Umsetzung avisierte der Bergbauingenieur bei einem optimalen Verlauf das Jahr 2024 für die ersten Anschlüsse an. Sobald die entsprechenden Genehmigungen vorlägen, sollten im Frühjahr 2023 die Bohrarbeiten beginnen.

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Energie für eine nachhaltige Zukunft

Große Teile Oberbayerns verfügen über einen Bodenschatz, der für eine nachhaltige Zukunft immer wichtiger werden wird: Geothermie, die Erdwärme in Tiefen von mehreren Hundert bis zu mehreren Tausend Metern, die in Form von heißem Wasser gefördert und genutzt werden kann. In der Gemeinde Polling könnte das 25. tiefe Geothermie-Projekt in Bayern entstehen.

Die Geothermie benötigt immer eine Bohrung, um das vorhandene heiße Wasser aus der Tiefe zu fördern und eine weitere Bohrung, um das kalte Wasser nach der Nutzung wieder in dieselbe Gesteinsschicht zurückzubringen.

Thermalwasser mit bis zu 103 Grad Celsius

Zwischen den beiden Bohrungen mit einer Entfernung von meistens über 1000 Metern, sickert das kalte Wasser dann wieder über Wochen und Monate zu der Förderbohrung und wird dabei wieder erhitzt. In Polling ist geplant, das Thermalwasser in einer Menge von 100 Liter pro Sekunde bei einer Temperatur von 103 Grad Celsius verwenden zu können.

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Geologie in Polling ist bereits gut bekannt

Die Bohrarbeiten und die Nutzung des Thermalwasser wird dabei vom Bergamt Südbayern, angesiedelt bei der Regierung von Oberbayern, sowie vom Landesamt für Umwelt überwacht und reglementiert. Die Geologie unter Polling ist bereits gut bekannt, da es in der Vergangenheit einige Öl- und Gasbohrungen sowie auch die Geothermiebohrungen in Waldkraiburg gegeben hat, die alle ohne Probleme sicher gebohrt wurden.

Hohe Auflagen bei den Bohrungen

Das Thermalwasser, das in der Tiefe zwischen 3600 und 4200 Metern erwartet wird, hat dabei fast Trinkwasserqualität. Die etwa sechs bis neun Monate dauernden Bohrungen werden dabei von spezialisierten und bergrechtlich zugelassenen Bohrfirmen realisiert. Die behördlichen Auflagen sind sehr hoch, was Grundwasserschutz, Vermeidung von Erschütterungen, Schallemissionen und Naturschutz anbelangt.

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