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Vor 50 Jahren

Als Waldkraiburg um ein eigenes Krankenhaus kämpfte - und andere Großprojekte

Nicht alle Projekte im Schulzentrum wurden verwirklicht. Das Vollgymnasium kam – nach langem Kampf – ein Vierteljahrhundert später.
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Nicht alle Projekte im Schulzentrum wurden verwirklicht. Das Vollgymnasium kam – nach langem Kampf – ein Vierteljahrhundert später.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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Der Kampf um ein Krankenhaus in Waldkraiburg hat viele Jahre lang Bürger und Kommunalpolitiker beschäftigt. Im Januar 1970 unternahm der CSU-Ortsverband einen neuen Vorstoß für das Projekt, das ein unerfüllter Traum geblieben ist. Es war nicht das einzige Großprojekt, über das in der Woche vor 50 Jahren in Waldkraiburg diskutiert wurde.

Waldkraiburg und die Welt – Große Pläne gab es auch für Waldkraiburg-Süd: Dort sollte das größte Schulzentrum des Landkreises entstehen. Der Stadtrat schreibt einen Planungswettbewerb aus, wie die Zeitung in der Woche vor 50 Jahren berichtet..

Fünf Schulen und ein Tagesheim geplant

Die Aufgabenstellung für den Wettbewerb: Auf dem Gebiet rund um die Franz-Liszt-Straße sollen neben der Realschule und einer erweiterten Grundschule eine Hauptschule, ein Gymnasium, eine Fachoberschule, eine 15-klassige Sonderschule, ein Dreifachturnhalle, ein 50 Meter-Hallenbad, eine katholische Kirche mit Kindergarten und ein Tagesheim untergebracht werden, in dessen Speisesaal 1800 bis 2000 Schüler in vier Schichten Mittag essen können.

„Außer der Schwimmhalle pressiert alles“, so Bürgermeister Josef Kriegisch. Die Stadt die Schulen baut, wie kaum eine vergleichbare Kommune, befindet sich im Wettlauf mit ihrem dynamischen Bevölkerungswachstum.

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3100 Schüler in 85 Klassen zwingen Schulen, Lehrer und Kinder zu manchen Improvisationen. (Die Realisierung des ehrgeizigen Projekts Schulzentrum hat viel länger gedauert als damals gedacht; vieles ist mittlerweile aber verwirklicht. Aus der Fachoberschule und dem Tagesheim ist nichts geworden. Die Sonderschule wurde für andere Schulzwecke verwendet. Das Schwimmbad fiel kleiner aus; Anm. d. Red.)

CSU will Krankenhaus bis 1976 realisieren

Aus dem „Grundversorgungskrankenhaus“, das der CSU-Ortsverband in einer Resolution der Mitgliederversammlung bis spätestens 1976 fordert, ist gar nichts geworden. Käme das Krankenhaus nicht, wäre dies „ein Schildbürgerstreich“, findet Stadtrat Gustav-Adolf Aßmann.

In der Resolution nimmt die CSU Abschied von einer anderen Option: ein neues 600 Betten-Haus zwischen Mühldorf und Waldkraiburg zu bauen.

Notfalls will die Stadt die Wettbewerbskosten für den Krankenhausneubau in Waldkraiburg dem Landkreis vorschießen, erklärt SPD-Bürgermeister Josef Kriegisch. Seit 1967 hatte die Stadt begonnen, eine Krankenhausrücklage zu bilden.

Heiße Debatte um die neue Kunsteisbahn, die neben dem Jahnstadion geplant ist. Die CSU-Fraktion im Stadtrat hält das Projekt aus finanziellen Gründen nicht für vordringlich. Bürgermeister Kriegisch und die SPD-Stadträte wollen die Eisbahn so schnell wie möglich realisieren.

1300 Wohnungen für 4500 Menschen im Bau

Fast 1300 neue Wohnungen befinden sich im Bau. Sie sollen bis Ende 1973 fertig sein und Wohnraum für weitere 4500 Menschen in Waldkraiburg bieten, dessen Bevölkerungszahl damit auf rund 22 000 steigen würde.

Die Waldkraiburger Eisschützen wollen sich organisieren und einen Verein gründen.

Der Zappe-Festsaal gehört zu den begehrtesten Lokalitäten, wenn es um es Feiern geht. Weil die Nachfrage für die Faschingssaison vor 50 Jahren besonders groß war und 30 Vereine um 15 mögliche Termine buhlten, einigten sich Veranstalter und Wirt auf eine Verlosung der Termine. Das ging gehörig schief, wie die Zeitung berichtet: Denn am Ende blieb dere Saal an zwei der begehrten Freitags- und Samstagstermine leer, weil es sich die „Gewinner“ der Termine anders überlegten. Der Gastwirt zog die Konsequenzen: Für die Saison 1971/72 wurde der Saal nur mehr nach dem Motto vergeben: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Tauziehen um Staatsforst geht weiter

Das Tauziehen um die Eingemeindung von Flächen des Mühldorfer Harts geht weiter. Nach Waldkraiburg, Ampfing und Altmühldorf will auch Mettenheim ein Stück vom Kuchen.

1971 – der Landkreis Mühldorf war vor der Gebietsreform noch deutlich kleiner. Doch die Zahl der Unfalltoten, die in der Verkehrsbilanz der Polizei für das Jahr 1970 aufscheint, ist weit höher als heutzutage: 26 Menschen verloren damals im heimischen Straßenverkehr ihr Leben, neun allein auf der B 12, drei auf der B 299.

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