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Taxler, Tankstellenbetreiber und Kunden verärgert

„Vom Staat nach Strich und Faden beschissen“ – Frust über hohen Spritpreis trotz Tank-Rabatt wächst

Bayern, Oberviechtach: Hans Brunner steht an einer Zapfsäule seiner Tankstelle. Die Tankstelle zeigt Benzin- und Dieselpreise halbliterweise an. Mehr als 2 Euro je Liter Diesel oder Benzin können die Zapfsäulen der Tankstelle Brunner in der Oberpfalz aus technischen Gründen nicht anzeigen.
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Bayern, Oberviechtach: Hans Brunner steht an einer Zapfsäule seiner Tankstelle. Die Tankstelle zeigt Benzin- und Dieselpreise halbliterweise an. Mehr als 2 Euro je Liter Diesel oder Benzin können die Zapfsäulen der Tankstelle Brunner in der Oberpfalz aus technischen Gründen nicht anzeigen.
  • Christa Latta
    VonChrista Latta
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Ein Ergebnis des Tankrabatts steht schon jetzt fest: Die immer noch hohen Preise ärgern viele. Auch Taxifahrer und Tankstellenbetreiber sind sauer. Und sie haben einen konkreten Verdacht zu den Gründen der weiterhin hohen Preise.

Mühldorf – Seit 1. Juni soll der Tankrabatt die Spritpreise deutlich senken. Rund 35 Cent billiger sollte der Liter Super sein, knapp 17 Cent der Liter Diesel. So sollten die Geldbeutel von Autofahrern beim Tanken spürbar entlastet werden.

Aber die Wirkung des Rabatts ist verpufft. Die Preise an den Zapfsäulen sind weiter hoch. Die OVB-Heimatzeitungen haben nachgefragt, welche Erfahrung Tankstellenbetreiber mit dem Rabatt gemacht haben und wie ein Taxi-Unternehmen zum Thema vergünstigter Sprit steht.

„Glauben Sie an Wunder? Ich nicht!“

„Wir werden vom Staat nach Strich und Faden beschissen“, Susanne Wiesner, Chefin von Taxi Wiesner in Mühldorf, nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um den Tankrabatt geht. „Für uns als Taxiunternehmen ist das Fahren uferlos teuer geworden. Wir sind immer auf der Suche nach der günstigsten Tankstelle.“

Ihre Antwort auf die Frage, ob sie nach den Pfingstferien mit sinkenden Preisen rechnet, ist eindeutig: „Glauben Sie an Wunder? Ich nicht!“

„Insgesamt sind die Kunden nicht zufrieden mit dem Tank-Rabatt, weil sich der Preisnachlass nicht durchgesetzt hat“, weiß auch Michael Leinfelder, Betreiber der AVIA-Tankstelle in Buchbach nach rund zehn Tagen Tankrabatt.

Kunden schimpfen an der Kasse

„Bei Diesel merkt man den Rabatt einigermaßen, bei Super fast gar nicht. Wenn Kunden einen Kommentar dazu abgeben, dann meist, dass sie sich mehr erwartet hatten oder, dass den Rabatt wohl irgendwer anders einschiebt.“ Dabei stehe fest: „Wir Pächter sind es sicher nicht, wir bekommen seit 50 Jahren die gleiche Provision. Die Preisveränderungen über den Tag werden von der Zentrale aus automatisch getätigt, damit haben wir vor Ort gar nichts zu tun.“

„In den ersten Tagen haben einige Kunden geschimpft und gepulvert, weil der Tankrabatt nix gebracht hat, danach haben sie wieder ganz normal getankt“, diese Erfahrung macht Max Hauser, Chef der Tankstelle Auto Hauser in Töging, eigentlich bei jeder massiveren Preiserhöhung an der Zapfsäule.

Kurz vor dem Rabatt gingen die Preise hoch

„Die Kunden sagen jetzt nicht mehr viel zu den Preisen, man muss sie ja so akzeptieren, wie sie sind. Auffällig war, dass für mich als Tankstellenbetreiber die Einkaufspreise in den drei bis vier Tagen vor dem Tankrabatt täglich um fünf Cent pro Liter nach oben gegangen sind. Kurz vor dem 1. Juni habe ich meine Tanks nicht mehr aufgefüllt, um danach mit dem günstigeren Sprit aufzufüllen. Ich glaube, in ganz Töging waren die Tanks leer. Das Ganze wurde von der Politik nicht fertig gedacht. Hätten sie die Mehrwertsteuer gesenkt, dann könnte sich niemand bereichern. Für die Mineralölkonzerne ist der Rabatt wie ein Sechser im Lotto.“

Kunden schimpfen

Auch Michael Böhm vom 24-Total Autohof Mühldorf neben der Autobahn A94 kann keine positiven Auswirkungen des Tankrabatts feststellen. „Die Kunden schimpfen jetzt schon mal beim Bezahlen an unserer Kasse, weil der Rabatt nicht bei ihnen ankommt“, stellt er fest. „Wir als Tankstellenbetreiber haben aber auf die Preise gar keinen Einfluss und können am wenigsten dafür. Wir müssen beim Einkauf die gleichen hohen Spritpreise bezahlen. Da hat die Politik wieder mal zu kurz gedacht.“