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Anna-Schaffelhuber-Grenzenlos-Camp

Vom Rollstuhl ins Segelflugzeug - Fliegerclub Mühldorf hilft Jugendlichen beim Abheben

Am Steuer selbstbewusst werden: Quentin Braun erfährt von den Fluglehrern Peter Antczak und Wieland Naumann (von links), wie er den Flieger steuern kann.
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Am Steuer selbstbewusst werden: Quentin Braun erfährt von den Fluglehrern Peter Antczak und Wieland Naumann (von links), wie er den Flieger steuern kann.
  • Kirsten Meier
    VonKirsten Meier
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Noch nie geflogen und nicht laufen können, aber mit 14 Jahren einen Segelflieger steuern: Der Fliegerclub Mühldorf will behinderten und nichtbehinderten Jugendlichen in jedem Sommer Erfahrungen ermöglichen, die sie sonst nicht machen können.

Mühldorf – Deshalb veranstaltet der Club das „Anna-Schaffelhuber-Grenzenlos-Camp“, iniziiert von der behinderten Paraolympionikin aus Regensburg, die seit Jahren bei Winterspielen im Monoskibob Medaillen holt. Der Tag heißt Grenzenlos-Camp, die Flieger verbinden das natürlich in erster Linie mit ihrem Sport. Der Funke springt aber auch sehr schnell auf die Teilnehmer über.

„Als ich in der Luft war, habe ich mich richtig toll gefühlt“, sagt Quentin Braun. Der 14-Jährige Rollstuhlfahrer ist aus Sonthofen angereist, um den Tag erleben zu können. 24 junge Leute zwischen 14 und 21 Jahren, behindert oder nicht, sind dabei.

Noch keine 15 und schon Autofahrer

Die Mühldorfer Fliegerfreunde unterstützen das Anliegen des Camps seit drei Jahren. Das Ziel der Workshop in den Bereichen Sport, Medien und Persönlichkeit soll den Jugendlichen helfen, Grenzen zu überwinden und sich neuen Herausforderungen zu stellen, Selbstbewusstsein erlangen.

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„Diese Veranstaltung ist für uns eine Herzenssache. Wir wollen jungen Menschen unvergessliche Erlebnisse schenken“, sagt die Jugendleiterin des Fliegerclubs, Ursula Przewieslik (30) aus Mühldorf. „Die Freude und das Glück der Jugendlichen zu sehen und zu spüren ist natürlich auch für uns etwas ganz Besonderes.“ Die Teilnehmer sind in zwei Zwölfer-Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe kommt vormittags, die andere nachmittags.

Glücksgefühl weiter geben

Der Vorsitzende des Fliegerclubs Herbert Wambach (59) weiß was für ein großes Glück seine Vereinsmitglieder und er haben, wenn sie fliegen können. Dieses Glücksgefühl sollen auch ihre jungen Besucher erleben dürfen. „Wo hat man mehr Freiheitsgefühl als in der Luft? Diese Grenzenlosigkeit zu spüren ist einfach unbeschreiblich“, sagt Wambach.

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Jugendleiterin Przewieslik ist sich sicher: „Fliegen ist eine Chance für jeden, egal ob man ein Handicap hat oder nicht.“ Dass es den Jugendlichen viel Spaß macht, sieht man an ihren Gesichtern. Quentin Braun sagt dazu: „Ein unvergesslich schönes Erlebnis.“ Er war heuer zum ersten Mal dabei. „Es ist richtig cool. Lauter tolle Leute, ein cooles abwechslungsreiches Programm und klar, wir haben hier alle jede Menge Spaß“. Besonders großer Beliebtheit erfreut sich auch der Fahrspaß am Boden. Michael Prenissl aus Kraiburg, Flieger und Fahrlehrer, ermöglicht es den jungen Leuten, selbst ein Auto zu steuern, obwohl sie dafür noch viel zu jung sind.

Erlebnis ist größer als die Aufregung

An einem Fahrsimulator können die Jugendlichen ihre ersten Fahrversuche machen, auf der Start- und Landebahn dürfen sie selbst das Steuer in die Hand nehmen. Alles natürlich in Begleitung von Fahrlehrern.

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Ein speziell umgebautes Automatikfahrzeug macht es möglich, dass auch die behinderten Jugendlichen fahren können. Grenzen überwinden, das ist dem Camp gelungen, sagt Quentin Braun. Der behinderte Jugendliche sagt: „Ich war am Anfang ein bisschen aufgeregt und angespannt, aber ich bin positiv eingestellt. Deshalb hat die Freude überwogen.“

Für Barrieren in der Luft oder an Land gebe es Lösungen, sagt Jugendleiterin Przewieslik: „Die jungen Leute dürfen sich hier wie Piloten fühlen. Sie sitzen im Flugzeug vorne und können selbst steuern. Hinter ihnen der erfahrene Fluglehrer.“

Jugendliche dürfen selbst fahren

Beim Autofahren sei es das Gleiche. „Sie dürfen selbst das Auto steuern. Neben ihnen sitzt ein Fahrlehrer, der ihn alles erklärt und natürlich die Kontrolle über das Fahrzeug hat.“

Damit das Erlebnis für die Ewigkeit festgehalten wird, schneiden die Teilnehmer aus ihren gesammelten Bildern und Videos einen Film zusammen.

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