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Angereist aus ganz Deutschland

Vom Himmel ins Kloster - 64 Pilotinnen aus Deutschland trafen sich auf Flugplatz Mühldorf

Gut gelandet und bester Laune trotz dunkler Wolken: Ruth Haliti aus Düsseldorf, Rsowitha Höltken aus Rheine, Heike Wieland und Sabine Hecht, beide aus Mühldorf (von links). Nicht alle der 64 Pilotinnen aus Deutschland konnten mit dem Flieger anreisen.
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Gut gelandet und bester Laune trotz dunkler Wolken: Ruth Haliti aus Düsseldorf, Rsowitha Höltken aus Rheine, Heike Wieland und Sabine Hecht, beide aus Mühldorf (von links). Nicht alle der 64 Pilotinnen aus Deutschland konnten mit dem Flieger anreisen.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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  • Harald Schwarz
    Harald Schwarz
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Ob aus Berlin, Düsseldorf oder dem Schwarzwald: 64 Pilotinnen aus Deutschland kamen am Wochenende nach Mühldorf. Dabei lief nicht alles planmäßig.

Mühldorf – Cessna, Beech, Pipistrel Virus, Piper, Instrumentenflug und Wettervorhersagen, Beruf oder Hobby: Das waren die Themen, als am Wochenende 64 Pilotinnen aus Deutschland auf dem Mößlinger Flugplatz ankamen. Der eigenartige Sommer hatte den Frauen einen Strich durch die Rechnung gemacht: Statt Mühldorf aus der Luft zu sehen, blieb vielen nur der Blick durchs Zug- oder Autofenster. Nur sieben Maschinen landeten auf dem Flugplatz in Mühldorfs Norden.

Heike Wieland aus Mühldorf ist meist mit einem Leichtflugzeug unterwegs.

Ruth Haliti ist trotzdem bester Laune, „Es ist hier so schön“, schwärmt die Düsseldorferin, die bereits am Freitag mit Roswitha Hölken in einer einmotorigen Cessna 172, Baujahr 1961, gelandet ist. Drei Stunden waren die beiden Frauen aus Rheine und Essen bis an den Inn unterwegs.

Dienstflugzeug einer Unternehmerin

Andere fanden den Weg aus Berlin nach Mühldorf, aus Osnabrück oder dem Schwarzwald. Da die Hobbyfliegerinnen und ihre Flugzeuge auf Sichtflug angewiesen sind, blieb vielen angesichts tief hängender Wolken über Deutschland nur die Benutzung erdgebundener Fortbewegungsmittel.

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Trotzdem gab es auf dem Flugfeld einiges zu bestaudnen und zu besprechen. Zum Beispiel die Beechcraft einer Erfurter Unternehmerin, komplett für Instrumentenflug ausgestattet. Sie fliegt damit die Standorte ihrer Firma in Deutschland an.

Mühldorferin liebt Leichtflugzeuge

Eine der Pilotinnen ist Heike Wieland aus Mühldorf. Wenn sie in ihre Pipistrel Virus – ein schnelles Ultraleichtflugzeug – steigt, dann genießt sie die „unglaubliche Freiheit“, die in der Luft. „Das ist wie Motorradfahren in der Luft“, sagt die 59-Jährige, die begeisterte Motorradfahrerin und Fliegerin ist.

So sahen nur die wenigsten Pilotinnen die Stadt: Anflug auf die Region.

Schon als Kind vom Fliegen geträumt

Sie wollte schon immer gerne fliegen und habe bereits als Kind davon geträumt, Pilotin zu werden. Mit 30 hat sie dann mit dem Drachenfliegen angefangen, danach mit der Privatfliegerei. Rund ein halbes Jahr hat sie gebraucht, bis sie die Pilotenlizenz in der Tasche hatte. 60 Stunden Theorie und 35 Stunden Praxis lagen dann hinter ihr.

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Doch dann konnte sie ihren Traum leben und sich die Welt von oben ansehen. „Es ist ein unbeschreibliches Erlebnis, in die Abendsonne zu fliegen“, sagt sie. Das Fliegen bedeutet für sie das hautnahe Erleben der dritten Dimension, des Raums.

Justin Kill (links) und Antonanetta Sontheimer, zwei Fluglehrerinnen aus Berlin. Foto Mayer

Manche knifflige Situation bewältigt

Doch sie hat auch schon die eine oder andere kniffelige Situation zu bewältigen gehabt. So erinnert sie sich, als sie noch eine junge Fliegerin war, das Wetterbriefing nicht so gewissenhaft gemacht habe, wie es erforderlich ist. „Da hätte ich beinahe die Temperatur in der Höhe unterschätzt“, erinnert sie sich. Etwas, was fatale Auswirkungen auf die Leistungsdaten eines Flugzeuges haben kann.

Klosterschwestern freuen sich schon

Mittlerweile fliegt Heike Wieland nur noch mit Ultraleichtflugzeugen. Die sind nicht so stark behördlich reguliert als die Sportmaschinen. Sie haben weniger strenge Regeln zum Unterhalt, was das Hobby nicht so teuer und aufwendig macht wie bei einem Privatflugzeug.

Eine glückliche Fügung ist, dass ihr Ehemann ebenfalls ein begeisterter Flieger ist und ihr Hobby sogar zum Beruf gemacht hat und am Flugplatz Mößling eine Flugschule für Leichtbauflugzeuge betreibt. Da kann man sich dann auch mal nach Feierabend gemeinsam in eine Maschine setzen und bei einem Rundflug die Seele baumeln lassen. Dabei wechseln sie sich am Steuerknüppel selbstverständlich ab.

Begehrtes Fotomotiv: Das feuerrote Schulungsflugzeug des Fliegerclubs Mühldorf.

Frauen, die ihre Leidenschaft teilen

Einmal im Jahr treffen sich die Frauen, die zwischen 20 und 85 Jahren alt sind. „Eine ganz normale Community, Frauen, die ihre Leidenschaft teilen.“ Haliti selbst ist 54, Pressesprecherin beim Zoll und hat schon 1200 Flugstunden hinter sich.

Nach dem Aufenthalt in Mühldorf geht es weiter an den Chiemsee auf die Fraueninsel ins Kloster. Dort würden sie mit offenen Armen empfangen. „Schwester Scolastika freut sich schon auf uns, weil wir so ein lustiger Haufen sind.“

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