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„Volksfest dahoam!“

Nach Absage des Mühldorfer Volksfestes: Die Blaskapelle bringt das Volksfest nach Hause

„Mia dan nix, mia woin bloß spuin!“ So wirbt die Blaskapelle Altmühldorf auf ihrer Facebookseite für sich. Jetzt kommt die Kapelle sogar zum Straßenfest oder zur Gartenparty frei Haus – auf Spendenbasis. Im Vordergrund: Valeria Ernst und Julian Käsmaier, im Hintergrund Vorsitzender Sepp Bernhart.
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„Mia dan nix, mia woin bloß spuin!“ So wirbt die Blaskapelle Altmühldorf auf ihrer Facebookseite für sich. Jetzt kommt die Kapelle sogar zum Straßenfest oder zur Gartenparty frei Haus – auf Spendenbasis. Im Vordergrund: Valeria Ernst und Julian Käsmaier, im Hintergrund Vorsitzender Sepp Bernhart.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Auf der Suche nach Alternativen: Die Blaskapelle Altmühldorf will in diesem Jahr trotzdem für Wiesn-Atmosphäre sorgen und bietet Standkonzerte „To Go“ an. Das verbirgt sich hinter der Idee der Altmühldorfer Blaskapelle.

Altmühldorf – Standkonzert Auszug, Anzapfen, Bierzeltgaudi: Pustekuchen. Denn auch 2021 wird es kein Volksfest in Mühldorf geben. Die Corona-Pandemie lässt ein Fest dieser Größe nicht zu, auch Alternativkonzepte, ein Fest im kleineren Rahmen, scheiterte letztlich an den Richtlinien zur Eindämmung der Pandemie. Zumindest Blasmusik wird es aber geben. „Wenn wir schon nicht ins Volksfest gehen können, dann kommt das Volksfest halt zu Euch!“, sagt Andrea Stadler, stellvertretende Vorsitzende der Blaskapelle Altmühldorf, die aus der Not eine Tugend machen will und als „Mobile Blaskapelle“ an den beiden ursprünglich angedachten Volksfestwochenenden – Ende August und Anfang September – Hausbesuche anbietet.

Endlich wieder öffentlich spielen: Erst am vergangenen Sonntag war das im Haberkasten-Innenhof der Fall (Video oben). Es hätten zwar mehr Besucher sein können. Aber wenn die Zuhörer nicht zur Blaskapelle kommen, dann kommt die Blaskapelle frei Haus, zum „Volksfest dahoam“.

Mindestens eine Stunde Blasmusik

Die Idee ist simpel: „Wer ein Straßenfest geplant hat, zur Gartenparty einlädt, in der Firma ein Sommerfest veranstaltet oder einen runden Geburtstag feiern will – zu dem kommt die Blaskapelle ins Haus“, erklärt Stadler die Überlegungen, die in den vergangenen Tagen konkret geworden sind. „Es ist ja endlich wieder erlaubt, miteinander zu musizieren. Doch das Proben alleine macht nicht glücklich, wenn man das Gelernte dann nicht präsentieren darf“, begründet Stadler die Entscheidung, dass die Musiker nun zur Blasmusik-Liebhabern direkt nach Hause in den Garten kommen.

Dass es schon das zweite Jahr ohne Volksfest ist, bedauern alle in der Kapelle. Vor allem die Junggebliebenen. Doch in den Überlegungen der Vorstandschaft spielt natürlich noch eine andere Sache eine Rolle: Ohne Einnahmen wird es auch zunehmend schwieriger, die aufwendige Jugendarbeit am Laufen zu halten.

Lesen Sie dazu auch : Mühldorfer Musiker sammeln Spenden mit der Isartaler Blaskapelle

60 Jungmusiker – und alle motiviert bis in die Fingerspitzen

Denn die ist vorbildlich, wie die Zahlen des Musiker-Vorsitzenden Sepp Bernhart belegen: „Wir haben knapp 60 Jungmusiker. 45 Nachwuchsmusiker befinden sich aktuell in Ausbildung, knapp 30 Kinder und Jugendliche spielen in der Jugendkapelle, zehn in der Stufe davor, der Vorjugendkapelle“, zählt Bernhart auf, der erleichtert darüber ist, dass die Corona-Pandemie nicht zu einem Schwund bei den Musikerschülern geführt hat. Das Gegenteil ist der Fall: Die wöchentlichen Proben sind gut besucht, vor allem die Jugend ist bis in die Fingerspitzen motiviert. „Das hat man auch schon bei den ersten Veranstaltungen nach Corona gesehen“, ergänzt Andrea Stadler, verweist auf den ersten öffentliche Auftritt seit Langem im Seniorenheim „Sonnengarten“.

Zusammenhalt ist nach Corona stärker denn je

Bei den Wandervorstellungen der Blaskapelle auf den Bühnen rund um den Mühldorf Stadtplatz habe man gespürt, dass der Zusammenhalt nach wie vor vorhanden ist. „Wir wollen was tun, müssen aber darauf achten, was wir überhaupt gemäß der Richtlinien machen dürfen“, fährt Bernhart fort, „jeder ist heiß darauf, endlich wieder vor Publikum zu spielen.“

Spenden kommen der Jugendarbeit zugute

Und wenn schon kein Volksfest möglich ist, dann bringt die „Mobile Blaskapelle“ ihre Lieder direkt zu den Fans von bayerisch-böhmischer Blasmusik. „Quasi als Volksfest dahoam“, tüftelt Stadler noch am richtigen Motto. Etwas Zeit hat sie noch. Denn für gewöhnlich ist es das letzte Wochenende im August, wenn das erste Fass auf dem Mühldorfer Volksfest angezapft ist. Bis zum 15. August sollten sich aber Interessenten spätestens beim Vorsitzenden Sepp Bernhart unter der Telefonnummer 01 70/54 67 085 (ab 18 Uhr) gemeldet haben.

„Das läuft dann auf Spendenbasis. Alles, was wir einnehmen, kommt der Jugendarbeit zugute!“

Sepp Bernhart, Vorsitzender der Blaskapelle Altmühldorf

Coronakonforme Besetzung mit 12 bis 15 Musikern

„Wir kommen coronakonform mit einer Besetzung von zwölf bis 15 Musiker, spielen dann Minimum eine Stunde. Kürzer ist eher schlecht, weil wir ja Anfahrt und Abfahrt einkalkulieren müssen, wenn es dann zum nächsten Auftritt geht“, erklärt Sepp Bernhart. Und die Kosten für das „Volksfest dahoam“? Da nennt Bernhart keine Summe. „Das läuft dann auf Spendenbasis. Alles, was wir einnehmen, kommt der Jugendarbeit zugute!“

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So machen es andere Blaskapellen

Die Blaskapelle Musikatzen, die Blasmusiker aus dem ganzen Landkreis in ihrer Mitte weiß, hat die Corona-Zeit dafür genutzt, um eine neue CD aufzunehmen. Auf mehrere Termine verteilt präsentiert die Spitzenkapelle ihre neuen Lieder und zwar am 8. August imLandgasthaus Maier in Frauensattling bei Vilsbiburg, am 20. August beim Stroblwirt in Oberhausen bei Weilheim und am 27. August im Hofcafé Untergünzl bei Unterneukirchen.

Sepp Eibelsgruber, der als Dirigent auch der Blaskapelle Altmühldorf vorsteht, hat seine Wirtshaustour begonnen, auf der er als Alternative zu seinen Benefizkonzerten Geld für krebskranke Kinder sammelt. Am 8. August spielt er beim „Wirt z‘Irl“ (17 Uhr).

Neumarkter Stadtkapelle hält Proben in verschiedenen Gärten ab

Alfons Weigand, Vorsitzender der Neumarkter Stadtkapelle sehnt sich auch nach öffentlichen Auftritten, nachdem das Volksfest in Neumarkt in den Pfingstferien in Wasser gefallen ist. Einen öffentlichen Aufruf gibt es von der Stadtkapelle nicht: „Aber wir proben. Und das jede Woche woanders, bei den Leuten, die uns hören wollen, auch im Garten. Es muss halt das Wetter passen!“ Eine Brotzeit, dazu die passenden Getränke – das ist den Neumarktern Lohn genug. Wir machen das nicht, wir proben privat bei Leuten daheim im Garten.

Wünsche werden auch aus zwei Kilometern Entfernung geäußert – via Whats App

Am vergangenen Freitag fand die Probe daheim auf den Hof des Musikerchefs statt. Anscheinend hat man die Kapelle bis ins zwei Kilometer entfernte Elsenbach gehört. Per Whats App hatte sich dann ein dort lebender Blasmusikliebhaber den „Böhmischen Traum“ gewünscht. „Leider haben wir die Nachricht erst nach der Probe gelesen“, bedauert es Weigand, dass dieser Wunsch unerfüllt geblieben ist. Doch bei den nächsten Proben verspricht Weigand einen regelmäßigen Blick auf das Smartphone.

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