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In Niederbayern bereits nachgewiesen

Wie Geflügelzüchter in der Region Mühldorf ihre Tiere vor der Vogelgrippe schützen können

Der langjährige Betreiber des Geflügelhofs Romeder, Ernst Romeder (links) mit Sohn und Nachfolger Christian vor einer Herde der freilaufenden Hühner.
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Der langjährige Betreiber des Geflügelhofs Romeder, Ernst Romeder (links) mit Sohn und Nachfolger Christian vor einer Herde der freilaufenden Hühner.
  • Karlheinz Jaensch
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In Niederbayern wurde das Virus schon an einem Vogel nachgewiesen. Das Gefahrenpotenzial der Vogelgrippe ist auch im Landkreis Mühldorf hoch. Deswegen empfiehlt das Veterinäramt schon jetzt vorbeugende Maßnahmen.

von Josef Bauer, Sebastian Bichler und Karlheinz Jaensch

Mühldorf – Erst Norddeutschland, inzwischen auch Niederbayern: Bei Wildvögeln ist der stark krankmachende Erreger der Vogelgrippe beziehungsweise der Geflügelpest (Aviären Influenza – H5N8) nachgewiesen worden. Es ist eine Frage der Zeit, bis der Erreger auch in der Region Mühldorf auftaucht. Die örtlichen Geflügelzüchter üben sich jedoch in Gelassenheit – noch.

Ende Oktober war ein Vogelgrippe-Fall in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Hamburg aufgetaucht. Auch in Niederbayern ist bei einem toten Vogel diese Krankheit erkannt worden. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern wurde die Geflügelpest mittlerweile auch in drei Hausgeflügelbeständen festgestellt. Wegen des winterlichen Vogelzuges werden wahrscheinlich künftig auch in anderen Bundesländern infizierte Wildvögel gefunden. Somit erhöht sich das Risiko, dass Hausgeflügelbestände mit dem Virus in Kontakt kommen.

Keine Gefahr für Menschen

Eines erklärt das bayerische Landwirtschaftsministerium vorweg: „Eine Infektion von Menschen oder anderen Haustieren durch Wildvögel ist eher unwahrscheinlich.“ Das Ministerium warnt aber davor, tote Vögel anzufassen – Hunde sollen tote Vögel nicht fressen. „Von Fleisch und Eiern geht bei ordnungsgemäßem und hygienischem Umgang keine Gefahr aus.“ Im Zweifelsfall töte das Durcherhitzen von Eiern die Erreger ab. „Die Bestände an Hausgeflügel sind nur durch vorbeugende Hygienemaßnahmen zu schützen“, teilt das bayerische Landwirtschaftsministerium dazu mit.

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Eine Stallpflicht gibt es bisher nicht

Andreas Anzenberger von Fachzentrum für Kleintierhaltung in Pfaffenhofen: „Bisher hatten wir in der Region noch keinen Fall der Geflügelpest, aber das Gefahrenpotenzial ist auch in Bayern hoch. Die Geflügelpest wird in der Regel von Wildvögeln verbreitet. Wir können nicht ausschließen, dass betroffene Vögel bis Bayern kommen. Die Geflügelbestände in der Region sind durch vorbeugende Hygienemaßnahmen zu schützen. Eine Stallpflicht gibt es bisher nicht.“

Kontakt von Wildvögeln mit Hausgeflügel vermeiden

Aufgrund der aktuellen Situation empfiehlt das Veterinäramt am Landratsamt Mühldorf deshalb allen Geflügelhaltern, folgende vorbeugende Maßnahmen gegen den Eintrag von Krankheitserregern in Geflügelbestände durchzuführen und einzuhalten: Kein Füttern und Tränken außerhalb des Stalles. Vermeiden von Kontakt von Wildvögeln mit Hausgeflügel. Hygienemaßnahmen (Schuh- und Kleiderwechsel) bei Zugang zu Geflügelställen. Futter, Einstreu und Gegenstände, welche mit Geflügel in Berührung kommen, sind von wildlebenden Vögeln fernzuhalten. Gegebenenfalls müssen Maschinen und Gerätschaften gereinigt und desinfiziert werden.

Abwarten bis es eine Anweisung vom Veterinäramt gibt

Vor allem sollte bereits jetzt schon Vorsorge getroffen werden, falls es aufgrund der aktuellen Gefährdungslage zu einem Aufstallungsgebot von Geflügel für den Landkreis Mühldorf kommt.

„Wir halten uns bei der Haltung unserer Tiere an alle geltenden Hygienevorschriften. Ansonsten haben wir bisher keine besonderen Maßnahmen ergriffen und verlassen uns darauf, dass wir vom Veterinäramt rechtzeitig Informationen oder Weisungen bekommen würden. Als erste Maßnahme dürften dann möglicherweise die Hühner nicht mehr ins Freie gelassen werden. Aber das ist bisher noch nicht der Fall“, erklärte Geflügelhalter Ernst Romeder.

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3.000 Legehennen in vier Herden

Rund 3000 Legehennen in vier Herden zählt der Züchter. Er vertreibt Eier, Geflügel und Nudeln als Direktvermarkter, liefert sogar direkt an die Haustüre. Kommt es zu einem Fall von Geflügelpest in unserer Region, sehen sich die Romeders gut aufgestellt.

Durch eine Aufstallung ergibt sich eine ungewohnte Situation für die Tiere. Es sollte daher ausreichend Platz zur Verfügung stehen sowie eine Optimierung der Geflügelhaltung durch zusätzliche Sitzstangen, Beschäftigungsmaterial und Rückzugsmöglichkeiten erfolgen, empfehlen Experten schon jetzt, sich rechtzeitig darüber Gedanken zu machen.

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„Es ist sicherzustellen, dass ausreichend Einstreumaterial zur Verfügung steht, welches vor Wildvögeln geschützt gelagert werden kann. Ziel der Schutzmaßnahmen ist es, die Seuche zu vermeiden und die Erkrankung in einem frühen Stadium gezielt bekämpfen zu können. Dazu müssen alle Geflügelhaltungen beim Veterinäramt bekannt sein. Neben Hühnern, Enten, Puten und Gänsen sind auch Tauben, Fasane, Rebhühner und Wachteln anzugeben“, sagt das Mühldorfer Veterinäramt.

Kleintierzuchtverein hält sich an die Regeln, die von den Behörden vorgegeben werden

Zwar verfolgt auch der Vorsitzende des Neumarkt-St. Veiter Kleintierzüchtervereins, Werner Berggold, in den Nachrichten und Zeitungen genau das Geschehen rund um die Vogelgrippe. „Solange uns das Veterinäramt nicht benachrichtigt, darf unser Geflügel im Freien bleiben. Vorher ist eine Stallhaltung nicht erforderlich“, hält er sich strikt an die bisherigen Regeln. Von dem möglichen Auftreten in Niederbayern hat er ebenfalls Kenntnis. Aber Gründe zum Einschreiten sieht er nicht.

Geflügelbestand jetzt melden

Wer also bisher seinen Geflügelbestand noch nicht angezeigt hat, muss diesen umgehend beim Landratsamt Mühldorf a. Inn, Veterinäramt, Töginger Straße 18, 84453 Mühldorf a. Inn unter der E-Mail: vetamt@lra-mue.de melden.

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