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Mit Gesang zum Städtele hinaus

Vielstimmiger Abschied aus Töging – Chorleiterin Cornelia Klüter verlässt die Stadt und die meisten ihrer Chöre

Besondere Ehrung zu 50 Jahre Singen im Chor und 30 Jahre Chorleitung: Der Dekanatskantor Matthias Bertelshofer aus Traunstein überreicht Cornelia Klüter als Dankeschön eine Urkunde und eine Anstecknadel in Gold.
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Besondere Ehrung zu 50 Jahre Singen im Chor und 30 Jahre Chorleitung: Der Dekanatskantor Matthias Bertelshofer aus Traunstein überreicht Cornelia Klüter als Dankeschön eine Urkunde und eine Anstecknadel in Gold.

Fünf Chöre, zwei Orchester, Musik von klassisch bis modern, eine Urkunde für 50 Jahre Mitgliedschaft in einem Chor, ein paar heimliche Tränen und Applaus nach dem „Vater unser“ – was für ein Konzert.

Von Uwe Reuter

Töging – Es war ein Abschiedskonzert, denn Chorleiterin Cornelia Klüter verlässt Töging Ende des Sommers, nach der Pensionierung ihres Mannes, Pfarrer Johann-Albrecht Klüter.

Ein musikalisches Auf Wiedersehen

Es war eine Gelegenheit für die Chöre, ihrer Chorleiterin musikalisch Lebewohl zu sagen, denn der Weggang von Cornelia Klüter bedeutet auch das Ende für die meisten ihrer Chöre.

Von diesem melancholischen Hintergrund des Konzertes war in der Kirche St. Josef in Töging allerdings nichts zu spüren. Es war ein grandioses Potpourri der Chöre und ein abwechslungsreicher musikalischer Hochgenuss. Den Anfang machte das Vokal-Ensemble mit seinen klassischen und anspruchsvollen Klängen. Dieser Chor wurde im Herbst 2006 gegründet und gestaltete viele Gottesdienste vor allem in der Töginger Auferstehungskirche. Zu größeren Auftritten von einem kleinen Kammerorchester mit Flöte, Oboe, Fagott, Posaune und Piano begleitet, erhielt der Chor eine ganz besondere Klangbreite.

Anschließend durfte das kleine Kapell-Ensemble auf die Stufen des Altarraumes. Diesen Chor aus Sängern des Altöttinger Kapellchores übernahm Cornelia Klüter 2013. Das kleine Ensemble gestaltet regelmäßig Hochzeiten und Trauerfeiern und war bei „Gottesdienst anders“ in Töging zu Gast. Ihr Schwerpunkt liegt in der kirchlichen Musik. Sie glänzten mit ihren reinen und mehrstimmigen Klängen, unterstützt vom Orchester, das feine und harmonische Akzente setzte. Eine besondere Klangfülle bekamen beide Chöre zusammen bei sehr getragener Musik auch durch Cornelia Klüter selbst. Als ausgebildete Sängerin übernahm sie mit ihrer voluminösen Alt-Stimme einige Soli. Als Nächstes kamen die Kinder. Seit 2007 studiert Cornelia Klüter für den Weihnachtsgottesdienst mit Kindern ab vier Jahren ein Weihnachtmusical ein. Stellenweise standen an die 20 Kinder unter dem kirchlichen Weihnachtsbaum. Gemeinsam sangen sie ihre Fröhlichkeit heraus und lockten mit dem Schlussakkord „Bloß weg!“ beim Publikum einen begeisterten Zwischenapplaus hervor.

Der folgende ökumenische Chor bestehend aus acht Frauen, das Frauen-Vokal-Ensemble, entstand 2008 anlässlich eines Jubiläums des evangelischen Frauenbundes Töging und sollte ein einmaliges Projekt sein. Allerdings folgten viele weitere Auftritte vor allem zu den ökumenisch gestalteten Frauengottesdiensten, zum Weltgebetstag im März und in der Osternacht in der Auferstehungskirche. Mit „Sing to the Lord“ oder „Halleluja“ sind die Lieder dieses Ensembles moderner.

Zum Abschluss sangen alle Chöre zusammen mit dem Publikum das letzte Lied.

Der Gospelchor Masithi kam als letzter an die Reihe und erweiterte das Konzert mit beschwingten und rhythmischen Gospelliedern sowie Bongo, Bassgitarre und Piano. Letztere gehörten zur Jeremias Flickschuster Jazzband aus Vilshofen, die den Chor unterstützte. Cornelia Klüter gründete den Gospelchor bereits 1993 an der vorherigen Pfarrstelle ihres Mannes in Osterhofen und hatte schnell überregionalen Erfolg. So trat der Chor mit ihr auf dem Kirchentag in Leipzig, auf dem Landesposaunentag in Nürnberg oder zur Eröffnung der Landessynode in Regensburg. Der Name des Chors Masithi stammt aus dem Suaheli und heißt „Komm bete mit uns“. So waren auch die ersten Lieder in Suaheli gesungen und brachten viel Bewegung in die Reihen des Chores und das Publikum in den Kirchenbänken.

Berührend war das Duett „A natural woman“ zwischen der Chorleiterin und ihrer Tochter Catharina. Bereichert wurde das ganze Konzert in diesem Rahmen zwischen den einzelnen Sätzen mit Gebeten und Segen. Besonders beeindruckend war das musikalische „Vater unser“ vom Gospelchor. Zunächst als „Baba yetu“ in der Sprache Suaheli, gefolgt in der Version auf Deutsch mit anschließendem Applaus aus dem Publikum. Als Dankeschön für 50 Jahre Singen in einem Chor und 30 Jahre Chorleitung war Dekanatskantor Matthias Bertelshofer aus Traunstein angereist und überreichte der überraschten Cornelia Klüter eine Urkunde nebst Nadel in Gold. „Bis ein Chor so klingt, wie er jetzt klingt, das dauert“, meinte Bertelshofer und zollte seinen Respekt besonders mit Hinblick vor der Vielfalt der Chöre, die sie leitete.

Wer soll an ihre Stelle treten?

Als Vertrauensfrau des Kirchenvorstands der evangelischen Gemeinde dankte Karin Kolbinger im Namen der ganzen Gemeinde für das langjährige Engagement der Chorleiterin und auch den Chören: „Es war eine Freude, euch zu lauschen.

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Ohne euch wären manche Gottesdienste nur halb so schön gewesen.“ Besonders betonte sie die Energie und ansteckende Freude, mit der Cornelia Klüter ihre Chöre geleitet hat und erntete damit nicht nur kräftiges Kopfnicken der Chormitglieder. Sie brachte damit auch das Problem auf den Punkt: Wer kann Cornelia Klüter bei den Chören ersetzen? Da es keine Antwort auf diese Frage zu geben scheint, war dieses Konzert für Töging nicht nur ein Abschied von Cornelia Klüter als Chorleiterin, sondern auch ein Abschied von den meisten ihrer Chöre.

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