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Kampf gegen Corona

Apotheker spricht von Staatsversagen: Viel zu wenig Testangebote im Landkreis Mühldorf

Seit einem Jahr gibt es das Testzentrum auf dem Mühldorfer Volksfestplatz, dort wurden über 50000 Abstriche genommen. Aktuell, das kritisieren vor allem Apotheker, ist das Testangebot im Landkreis viel zu niedrig.
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Seit einem Jahr gibt es das Testzentrum auf dem Mühldorfer Volksfestplatz, dort wurden über 50000 Abstriche genommen. Aktuell, das kritisieren vor allem Apotheker, ist das Testangebot im Landkreis viel zu niedrig.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Deutliche Kritik haben Apotheker am derzeitigen Corona-Testangebot im Landkreis geübt. Nach ihrer Meinung ist es nicht ausreichend.

Mühldorf – So kritisiert der Neumarkt-St. Veiter Apotheker Ulrich Geltinger. „Es gibt zur Zeit eine Testwelle, wir kommen nicht nach.“ Immer wieder muss er Interessenten abweisen, weil seine Teststation ausgelastet ist. „Die Kapazitäten im Landkreis sind sehr gering“, betont er und spricht von „Staatsversagen“.

Gemeinden und Landkreis in der Pflicht

Reiserückkehrer, Drei-G-Regel und ein deutlich abgeschwächtes Angebot machen ihm das Leben schwer. „Ich sehe den Landkreis und die Gemeinden in der Pflicht, vor allem in Mühldorf.“

Susanne Engelmann, Apothekerin in Waldkraiburg, hat kaum Zeit, auf Fragen zu antworten, sie ist auf dem Sprung in den Wohnwagen, der der Apotheke als Teststation dient. „Draußen stehen schon 15 Leute, die warten“, berichtet sie. „Wir sind aber außer der DLRG die Einzigen, die hier noch testen.“ Auch sie sagt: „Das Angebot ist zu niedrig.“

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Gesundheitsamtsleiter Dr. Benedikt Steingruber weist den Vorwurf zurück, zu wenig getan zu haben. Zwar hätten mit sinkenden Inzidenzen und rückläufiger Nachfrage Apotheken ihr Testangebot eingestellt. Auf das Ansteigen der Nachfrage im August habe das Gesundheitsamt aber reagiert. „Es wurde bei allen angefragt, ob sie den Testbetrieb wieder aufnehmen würden. Da nur ein Teil diesem Wunsch nachkam, hat der Landkreis auf den Anstieg der Neuinfektionen direkt reagiert und das Schnelltestangebot ausgeweitet sowie zusätzliche Teststationen in Haag geschaffen.“ Dazu komme die mobile Impfstation.

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

Der Landkreis weist auf seiner Internetseite aktuell das Testzentrum auf dem Volksfestplatz als Anlaufstelle für PCR-Test aus, dazu gibt es neun Schnelltestangebote in Aschau, Buchbach, Haag, Mühldorf Neumarkt-St. Veit und Waldkraiburg. „Ziel ist es, die Schnelltests möglichst flächendeckend anzubieten“, sagt Sprecherin Parstorfer. Das gilt vor allem für Orte, in denen die Infektionen zeitweilig stark angestiegen sind. Um das zu gewährleisten, arbeitet der Landkreis mit der DLRG zusammen.

DLRG im Großeinsatz

Alexander Fendt organisisiert diese Arbeit, er hat derzeit fast 40 Mitarbeiter im Einsatz. Die nahmen seit Mitte März über 33 000 Abstriche. „Die Leute haben uns überlaufen“, sagt er, aktuell sind es bis zu 500 Tests täglich. Weil es insgesamt aber zu wenig sind, erhöht die DLRG ihre Kapazität, wann immer es geht.

Alle Teststationen im Landkreis Mühldorf stehen auf der Internetseite des Landkreises

Ein Jahr Testzentrum

Wo jetzt Riesenrad und Weißbierzelt stehen sollten, sperren seit einem Jahr rot-weiße Barken den Weg zu Containern, in denen die Teststationen untergebracht sind. An jedem Nachmittag fahren Autos durch, Mitarbeiter der Firma 21Dx nehmen Abstriche. Positiv, also mit Corona infiziert, hieß es im zurückliegenden Jahr 3110 mal. Zunächst ermittelte das Rote Kreuz zusammen mit niedergelassenen Ärzten das Ergebnis, seit Januar der private Anbieter 21Dx.

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Wie hoch das Arbeitsaufkommen im Corona-Testzentrum in den vergangenen zwölf Monaten war, belegen Zahlen: 53 450 Tests wurden laut Landratsamt durchgeführt. Wie viele es insgesamt im Landkreis sind, kann niemand beziffern. Denn auch Apotheken boten und bieten Tests an, derzeit ist vor allem die DLRG aktiv.

Testzentrum bleibt weiter geöffnet

„Aufgrund des zentralen Standorts und der entsprechenden Infrastruktur war es möglich, jederzeit flexibel zu reagieren und kurzfristig je nach Bedarf zusätzliche Teststrecken einzurichten“, erklärt Sprecherin Julia Parstorfer im Rückblick. Das Testzentrum auf dem Volksfestplatz bleibt nach Angaben des Landratsamts auf jeden Fall noch vier Monate bis Ende des Jahres in Betrieb. Apothekerin Engelmann rechnet allerdings damit, dass der Andrang ab Oktober zurückgeht. Dann kosten Tests nämlich Geld.

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