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Schulen und Kitas

Mancherorts ist Corona-Notbetreuung so besucht wie Normalbetrieb - Und im Landkreis Mühldorf?

Bestens betreut in der Notbetreuung: Praktikantin Lea Pohlhammer genießt die medizinische Betreuung durch Raphael, Jonas, Leo und Yasmine. An Corona leidet die Mitarbeiterin im Kindergarten von St. Peter und Paul laut Diagnose der Drei- und Vierjährigen allerdings nicht. Die Kinder halten vielmehr eine Operation für angebracht.
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Bestens betreut in der Notbetreuung: Praktikantin Lea Pohlhammer genießt die medizinische Betreuung durch Raphael, Jonas, Leo und Yasmine. An Corona leidet die Mitarbeiterin im Kindergarten von St. Peter und Paul laut Diagnose der Drei- und Vierjährigen allerdings nicht. Die Kinder halten vielmehr eine Operation für angebracht.
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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In großen Städten stehen Schulen und Kindertageseinrichtungen vor großen Problemen Bis zu zwei Drittel der Kinder, die normalerweise in die Einrichtungen kommen, müssen auch die Notbetreuung nutzen. Im Landkreis Mühldorf ist die Situation dagegen weitgehend entspannt. Die Verantwortlichen nennen dafür einen Grund.

Mühldorf – Im Kindergarten St. Peter und Paul in Mühldorf ist es ungewohnt ruhig, als Erzieherin Lena Schranner die Tür öffnet. Sie trägt eine FFP2-Maske, hinter der Tür hängt der Spender für Desinfektionsmittel und das Schild, dass Eltern bitte draußen warten sollen. Die Gänge sind leer, keine Kinder rennen durch die Räume.

Erst im Gruppenraum so etwas wie Normalität, wenn auch in deutlich kleinerem Maßstab. Vier Kinder stehen in der Spielecke um Praktikantin Lea Pohlhammer herum und verarzten sie. „Wir könnten mehr Kinder betreuen“, sagt Schranner, alle zehn Erzieherinnen stehen zur Verfügung. Derzeit sind es nur zehn Kinder, die in zwei Gruppen spielen, 50 kommen im Normalbetrieb.

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Damit spiegelt der Kindergarten Peter und Paul die Situation der Corona- Kindernotbetreuung im Landkreis gut wider. Während in großen Städten Schulen und Kindertageseinrichtungen vor großen Problemen stehen, ist die Situation im Landkreis weitgehend entspannt. Das sagen übereinstimmend Vertreter von Schulen und Kindertagesstätten.

Nach Angaben von Schulamtsleiter Hans Wax nutzen im Landkreis derzeit sechs Prozent der Schüler das Angebot der Notbetreuung an Grund- und Mittelschulen. Das sind laut Wax im Durchschnitt 5,5 Schüler je Gruppe. „Wir kommen nirgends auch nur annähernd an normale Klassenstärken“, betont der Schulamtsdirektor. „Und wir überschreiten auch an keiner Schule die Zahl von 15 Kindern in einer Gruppe.“

Belegung meist unter 20 Prozent

Nach Ansicht von Hans Wax läuft die Organisation gut. Trotzdem, betont er, sei es für die Lehrerinnen belastend, weil sie meist auch noch im Online-Unterricht tätig seien. Grundsätzlich versuche das Schulamt, Klassleiter von der Notbetreuung auszunehmen. „Aber es kann trotzdem vorkommen.“ Und auch für die Kinder sind Notbetreuung und Fernunterricht nicht optimal: „Es ist nicht gleichwertig zum Präsenzunterricht.“

Als Grund für die relativ entspannte Situation in den Betreuungen sieht Wax die Situation in den Familien. „Offensichtlich ist die Zahl der Haushalte, in denen beide berufstätig sind, niedriger als zum Beispiel in München.“

Wie die Schulen sind die Betreuungseinrichtungen für kleinere Kinder gefordert. Aber auch dort ist die Situation im Landkreis nicht kritisch. „Aktuell findet in jeder städtischen Kinderbetreuungseinrichtung eine Notbetreuung statt“, betont Monika Pingitzer, Sprecherin der Stadt Mühldorf. Pro Einrichtung seien ein bis zwei Notgruppen eingerichtet worden. „Durchschnittlich besuchen täglich 150 Kinder die Notbetreuung.“ Das ist laut Stadt etwa ein Viertel aller, die normalerweise in die Betreuung gehen. „Sollte sich ein höherer Bedarf zeigen und die Kinderzahlen steigen, werden wir die Notbetreuung entsprechend ausweiten“, betont Pingitzer.

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In den kirchlichen Einrichtungen sind es unter 20 Prozent aller Kinder, die derzeit in die Einrichtungen kommen, berichtet Geschäftsführer Ulrich Wunder. „Ich war überrascht, dass es so wenige sind“, sagt er nach den ersten Wochen der Notbetreuung.

Auch in Waldkraiburg kein Problem

Nach seiner Auffassung bemühen sich die Eltern sehr um ihre Kinder, damit die Corona-Schutzmaßnahmen durchgeführt werden können und sich der Andrang in den Einrichtungen in Grenzen hält. Ausweiten könne der katholische Kindertagesstättenverband aber jederzeit: „Alle Mitarbeiterinnen sind da.“

Auch in der größten Stadt im Landkreis ist die Situation überschaubar. In den beiden städtischen Kindertagesstätten Waldkraiburgs werden derzeit gut 30 Kinder betreut, normalerweise besuchen über 150 Kinder die beiden Einrichtungen. „Die Kinder werden in den eigenen Gruppen betreut, die Gruppen sind derzeit nicht größer als fünf Kinder“, sagte Sprecherin Stephanie Till.

In kleinen Gemeinden noch weniger Kinder

Diesen Trend bestätigen auch kleinere Gemeinden wie Buchbach. Im Kinderhaus St. Monika werden laut Gemeinde derzeit 32 Buben und Mädchen betreut, normalerweise kommen mehr als dreimal so viele in die Kita. Noch geringer ist der Andrang in Lohkirchen. Nur sieben Kinder gehen dort derzeit in den Kindergarten, vor der Corona-Schließung waren es 46.

Für sie gilt die Notbetreuung

  • Kinder, deren Eltern die Betreuung nicht auf andere Weise sicherstellen können, insbesondere, wenn sie ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen müssen,
  • Kinder, deren Betreuung zur Sicherstellung des Kindeswohls von den zuständigen Jugendämtern angeordnet worden ist,
  • Kinder, deren Eltern Anspruch auf Hilfen zur Erziehung haben.
  • Kinder mit Behinderung und Kinder, die von wesentlicher Behinderung bedroht sind.

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