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Busfahren attraktiver machen

Verträge für fünf Buslinien im Landkreis Mühldorf laufen aus – Kommt der Zweistundentakt?

Der Landkreis will im Zuge der Konzessionsneuvergabe einige Lücken in den Busverbindungen schließen und Fahrpläne verbessern. Ein Zweistundentakt ist aktuell aber nicht drin.
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Der Landkreis will im Zuge der Konzessionsneuvergabe einige Lücken in den Busverbindungen schließen und Fahrpläne verbessern. Ein Zweistundentakt ist aktuell aber nicht drin.
  • Christa Latta
    VonChrista Latta
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Der Landkreis will im Zuge der Konzessionsneuvergabe einige Lücken in den Busverbindungen schließen und Fahrpläne verbessern.

Mühldorf – Die Konzessionen für fünf vom Landkreis beauftragte Buslinien laufen aus. Im Zuge der nötigen Neuausschreibung sollen einzelne Linien verbessert und Verbindungslücken geschlossen werden.

Insgesamt müssen dafür 442 000 Euro in den Haushaltsplanungen berücksichtigt werden. Der Kreistag stimmte den Vorschlägen der Verwaltung in seiner jüngsten Sitzung einstimmig zu.

Spritpreise werden Kosten erhöhen

Im Einzelnen geht es um die Buslinien 7509 Peterskirchen/Waldkraiburg-Mühldorf, 7510 Ampfing-Gars, 7516 Taufkirchen-Waldkraiburg-Kraiburg-Gars, 7517 Neumarkt-St. Veit-Mühldorf und 7518 Gars-Schwindegg-Oberornau. Laut Landrat Max Heimerl (CSU) sollen nach Möglichkeit mehrere Linien so zusammen ausgeschrieben werden, dass die Verträge gleichzeitig auslaufen. Er merkte auch an, dass sich die geplanten Kosten für die Buslinien weiter erhöhen würden, denn: „Die in der Beschlussvorlage genannten Gesamtausgaben je Linie wurden vor dem aktuellen Preisschock durch den Ukraine-Krieg kalkuliert.“

Kreisrat Dr. Georg Gafus (Grüne) regte an, für eine halbe Million Euro Mehrkosten für den Landkreis auf einigen Linien einen Zweistundentakt einzuführen: „Das macht Busfahren deutlich attraktiver. Die 500 000 Euro wären eine gute Investition.“

„Der Landkreis wird aus den wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges nicht so ungeschoren rauskommen wie bei Corona“, warnte Landrat Heimerl. „Wir wollen ohne Fahrgäste auch keine warme Luft im Bus herumfahren sondern einen finanzierbaren Mittelweg gehen.“ Es sei auch noch nicht absehbar wie sich vermehrtes Homeoffice und die steigenden Spritpreise auf die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel auswirken würden.

Keine warme Luft herumfahren

Die Grüne Lena Koch verwies darauf, dass künftig auch vermehrt Ukraine-Flüchtlinge auf den Bus angewiesen seien. Dem entgegnete Heimerl: „Ich habe schon mit vielen Flüchtlingen gesprochen. Die meisten von ihnen wollen so schnell wie möglich in die Ukraine zurückkehren.“

Lisa Sieber (ÖDP) wünschte sich mehr Werbung für den ÖPNV, etwa in den sozialen Medien: „Um die Busse und Fahrpläne in die Köpfe der Menschen zu bringen.“ Einen Vorschlag, wie das geschehen könne, hatte sie nicht. Für alle fünf Buslinien beauftragte der Kreistag die Verwaltung damit, Vorabbekanntmachungen mit den Fahrplänen zu veröffentlichen, gegebenenfalls Vergabeverfahren durchzuführen und die entsprechenden Haushaltsmittel zu berücksichtigen.

„Ohne Ranzen am Rücken fährt der Bus vorbei“

Alfons Linner (Grüne) hatte bei den Vorberatungen dieses Themas im Nahverkehrsausschuss von eigenen Erfahrungen und Erlebnissen anderer beim Busfahren berichtet: „Ich und andere haben den Eindruck, dass Busfahrer gar nicht das Gefühl haben, einen Linienbus zu fahren. Einige haben versucht, Bus zu fahren. Aber wenn man an der Haltestelle keinen Ranzen auf dem Rücken hat, hält der Bus gar nicht an, fährt einfach vorbei. In meinem Fall wusste der Fahrer gar nicht, was er für meine Fahrt verlangen sollte, er hatte nicht mal eine Kasse an Bord. Stattdessen hat er gefragt, ob ich das jetzt öfter vorhätte und hat mir schließlich den Fahrpreis erlassen.“

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