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Gegen den Priestermangel

Verstärkung für die Gotteshäuser –Ausbildung zum Wortgottesdienstleiter in Ampfing

Pastoralreferentin Claudia Stadler leitet in der Ampfinger Kirche die praktische Ausbildung.
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Pastoralreferentin Claudia Stadler leitet in der Ampfinger Kirche die praktische Ausbildung.

Um das gottesdienstliche Leben im Pfarrverband aufrecht zu erhalten und eine Feier am Wochenende in der Pfarrei zu ermöglichen, gibt es im Pfarrverband ehrenamtliche Wortgottesdienstleiter. Sie müssen eine spezielle Ausbildung absolvieren.

Ampfing – Priestermangel ist in Deutschland zu einem echten Problem geworden. Laut dem Statistischen Bundesamtes und der Bischofskonferenz gab es noch vor etwa 25 Jahren 19 624 junge Menschen, die katholische Theologie studierten.

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2018/19 waren es noch 18 251, und die Zahl sinkt weiterhin. Folge des Priestermangels ist eine geringere sakramentale und seelsorgerische Versorgung der Gläubigen.

Die Menschen für Glauben begeistern

Eine Professorin der Theologie für die Theorie: Annette Langner-Pitschmann im Ampfinger Pfarrheim.

Ein echter Segen für die Kirche sind deshalb Menschen, die sich für sie stark machen. Um das gottesdienstliche Leben im Pfarrverband aufrecht zu erhalten und eine Feier am Wochenende in der Pfarrei zu ermöglichen, gibt es im Pfarrverband ehrenamtliche Wortgottesdienstleiter. Sie müssen eine spezielle Ausbildung absolvieren.

Annette Langner-Pitschmann aus Burghausen ist Professorin an der Universität in Frankfurt. Ihr Gebiet: Theologie. Claudia Stadler aus Mühldorf ist Pastoralreferentin bei der Stadtkirche in Mühldorf. Ihr Schwerpunkt: Gestaltung von Wortgottesdiensten. Die beiden Frauen sind Kursleiterinnen bei der Wortgottesdienstausbildung, aktuell im Pfarrheim Ampfing. „Bis Ende 2016 fand die Ausbildung zum Wortgottesdienstleiter noch in München statt. Seit Anfang 2017 in Gars, Zangberg, Niederbergkirchen und nun in Ampfing“, sagt Stadler. Die Ausbildungsorte seien nicht immer gleich. Mit freundlicher Unterstützung des Ampfinger Pfarrers Florian Regner konnte der theoretische Teil der Ausbildung im Pfarrheim und der praktische Teil in der Pfarrkirche St. Margaretha stattfinden.

19 Frauen und Männer

Die künftigen Wortgottesdienstleiter bereiten sich in der Ampfinger Pfarrkirche auf ihren Einsatz vor.

Dass für viele Menschen der Glaube ein sehr wichtiger Teil des eigenen Lebens ist, sieht man an der Teilnehmerzahl. 19 Frauen und Männer aus dem Landkreis Mühldorf und Umgebung ließen sich aktuell zum Wortgottesdienstleiter ausbilden. Das Interesse daran ist groß, sodass auch in Zukunft weitere Kurse folgen werden. An drei Veranstaltungstagen lernen sie, wie man eine Wort-Gottes-Feier lebendig gestaltet und das Wort Gottes überzeugend vermittelt. Die Ausbildung beinhaltet unter anderem die Grundzüge des Offenbarungsbegriffs und das Wort Gottes in der Liturgie, sowie die richtige Auswahl von Texten für Lesung, Evangelium und Fürbitten und von Liedern. Die Teilnehmer lernen verschiedene Formen des Wortgottesdienstes kennen, die Grundlagen einer Statio und wie man diese verfasst. Der dritte Teil der Ausbildung beinhaltet unter anderem liturgietheologische Grundlagen, Symbole, Zeichen, Haltungen, liturgische Orte und Symbole, andere Gottesdienstformen, Tagzeitenliturgie und Andachten.

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Im praktischen Teil setzen die Teilnehmer ihr erlerntes Wissen in der Kirche um. Gründe, weshalb die Teilnehmer sich zum Wortgottesdienstleiter ausbilden lassen, gibt es einige. Sie sind bereits in ihrer Pfarrei aktiv und möchten mit ihrem Engagement Gutes zum gemeinschaftlichen Leben beitragen. Sie wollen noch mehr für ihren Glauben tun und wertvolle Tipps bekommen, wie sie selbst erfolgreich einen Gottesdienst abhalten. Hinzu kommt, dass sie dem Nachwuchsproblem in den Kirchengemeinden entgegen wirken und die Zukunft des Wortgottesdienstes sichern wollen. Denn Fakt ist, dass die meisten Wortgottesdienst-Teams völlig überaltert sind.

Vermittler der Frohen Botschaft

Langner-Pitschmanns und Stadlers Kurse sind sehr lehrreich, lebendig und tiefgründig. „Wir sind die Vermittler der Frohen Botschaft. Ganz wichtig ist, dass die Leute gerne zum Gottesdienst kommen, egal ob Kind oder Senior. Man sollte die Menschen für die Kirche begeistern, eine gewisse Ruhe ausstrahlen und einfach locker sein“, sagt Stadler, die mit ihren Tipps vor allem auch Ängste nehmen möchte.

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Auch ein Kirchendiener ist nicht vor Lampenfieber gefeit. „Im Direktorium kann ich alles erfahren, was ich für meinen Gottesdienst brauche. Ganz wichtig ist, dass man sich mit dem hauptamtlichen Seelsorger abspricht“, setzt sie fort. Ein gutes Verhältnis zwischen Pfarrer und Wortgottesdienstleiter ist enorm wichtig und sorgt für Harmonie auch im Gotteshaus. Wer musikalisch ist, ist für eine Messe ein echter Segen. So wie die Mühldorfer Pastoralreferentin, die in der Kirche gerne zur Gitarre greift und singt.

Was Wortgottesdienstleiter in der Kirche dürfen

Ihre Aufgabe ist die Verkündigung des Wortes Gottes aus der Bibel. Wortgottesdienstleiter dürfen unter anderem Kinderchristmetten, Täuflingstreffen, generell alle Taufen und den Wortgottesdienst am Aschermittwoch abhalten. Bei der Vorbereitung auf die Erstkommunion bieten Tischmütter sogenannte Weg-Gottesdienste an. Schließlich zählen auch das Rosenkranzgebet vor der Messe, der Sterberosenkranz, der Oktoberrosenkranz, die Allerseelenrosenkränze sowie die Kreuzwegandachten in der Fastenzeit zu den Wortgottesdiensten. Auch Kindergottesdienste, Schulgottesdienste, Andachten in Kindergärten, im Seniorenkreis und beim Frauenbund sind als Wortgottesdienste einzustufen.

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