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Zahlreiche Zeugen geladen

Verdacht auf Giftmord in Töging – Tochter (55) und Enkelin (33) auf der Anklagebank

Ab Dienstag müssen sich die 55-jährige Tochter und die 33-jährige Enkelin wegen gemeinschaftlichen Giftmords vor dem Schwurgericht Traunstein mit Vorsitzendem Richter Volker Ziegler verantworten.
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Ab Dienstag müssen sich die 55-jährige Tochter und die 33-jährige Enkelin wegen gemeinschaftlichen Giftmords vor dem Schwurgericht Traunstein mit Vorsitzendem Richter Volker Ziegler verantworten.
  • VonMonika Kretzmer-Diepold
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75-Jähriger starb an Medikamentencocktail: Auftakt zum Prozess am Dienstag vor dem Schwurgericht in Traunstein. Insgesamt sind 13 Termine anberaumt. Darum geht es bei dem Prozess.

Traunstein/Töging – Personen aus dem Umkreis eines am 5. August 2021 verstorbenen Rentners hatten den Verdacht, der Tod des 75-Jährigen gehe nicht auf eine natürliche Ursache zurück. Sie erstatteten Anzeige bei der Polizei. Ab nächster Woche müssen sich die 55-jährige Tochter und die 33-jährige Enkelin wegen gemeinschaftlichen Giftmords vor dem Schwurgericht Traunstein mit Vorsitzendem Richter Volker Ziegler verantworten.

An 13 Verhandlungsterminen versucht die Kammer, die Todesumstände zu klären. Der Prozess beginnt am Dienstag, 13. September, um 9 Uhr. Das Urteil wird Mitte November erwartet.

13 Verhandlungen sind eingeplant

Der Rentner war knapp eine Woche nach seinem Tod auf dem Friedhof Töging beerdigt worden. Etwa zwei Monate später in den frühen Morgenstunden des 1. Oktober 2021 wurde der Leichnam auf Order der Staatsanwaltschaft Traunstein exhumiert. Bei der Obduktion durch das Institut für Rechtsmedizin an der Universität München kam heraus: Der 75-Jährige hatte tödliche Dosen eines Medikamentencocktails im Blut. Im Zuge der Ermittlungen durch die Kripo wanderten die jetzigen Angeklagten in Untersuchungshaft. Staatsanwalt Markus Andrä vertritt in dem Verfahren die Anklage. Er wirft der Tochter und der Enkelin Mord aus Heimtücke vor. Dabei sollen sie unterschiedliche Motive gehabt haben.

Tod des Vaters, um finanziellen Ausgleich zu beanspruchen

Der Rentner hatte sein Haus im Jahr 2016 seinem Enkel in Form einer Schenkung übertragen. Die 55-Jährige hatte daraus einen so genannten „Pflichtteilergänzungsanspruch“, der sich jedes Jahr verringerte und binnen zehn Jahren ganz erlosch. Um wenigstens einen gewissen finanziellen Ausgleich zu erhalten, soll die Tochter beschlossen haben, den Vater zu töten.

30-Jährige mit der Versorgung überlastet

Die Enkelin wiederum lebte seit Jahren im Haus des 75-Jährigen – mit der Auflage, ihn zusammen mit weiteren Familienmitgliedern zu versorgen und bei Bedarf auch zu pflegen. Als der Großvater zunehmend Hilfe benötigte, soll die 30-Jährige das von der Belastung her nicht mehr geschafft und deshalb laut Anklage der Staatsanwaltschaft Traunstein beschlossen haben, den Opa zu töten.

Medikamente unter das Lieblingsgericht gerührt

Die Tochter soll aufgrund eines gemeinsamen Plans der Frauen drei Medikamente besorgt haben. Sie sollen Arzneimittel gewählt haben, die der 75-Jährige eigentlich hätte nehmen sollen, aber gemäß Anklage gar nicht nahm. Mit den Medikamenten in seinem Lieblingsgericht sollte ein natürlicher Tod vorgespiegelt werden.

Verstorbenen auf dem Sofa platziert

Letztlich verstarb der arg- und wehrlose Mann am Nachmittag des 5. August 2021. Todesursache war gemäß der toxikologischen Befunde eine Vergiftung. Die Angeklagten sollen den Verstorbenen auf einem Sofa platziert und dem Hausarzt am nächsten Tag erzählt haben, sie hätten ihn am nächsten Morgen nach dem Aufstehen dort vorgefunden. Im Herbst 2022 war auf dem Friedhof Töging die Leiche exhumiert worden, weil ein Verbrechen im Raum stand. Polizei und Staatsanwalt ermittelten – und vermelden schließlich Festnahmen. Jetzt geht es vor Gericht.

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