Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Im Gespräch

Mühldorfer VdK-Kreisvorsitzender Reinhart Zuck berichtet, dass Beratungen um 7,6 Prozent gestiegen sind

VdK-Kreisvorsitzender Reinhart Zuck beantwortete unsere Fragen in der Redaktion in Mühldorf.
+
VdK-Kreisvorsitzender Reinhart Zuck beantwortete unsere Fragen in der Redaktion in Mühldorf.
  • Josef Bauer
    VonJosef Bauer
    schließen

Während der Corona-Pandemie hat der Sozialverband seine Beratungstätigkeit ausgebaut. Den größten Beratungsbedarf gab es im Bereich Arbeitslosengeld I mit 19.900 Terminen, für Erwerbsminderungsrente 110.000 Beratungen, im Bereich Grundsicherung für Arbeitssuchende waren es 7074 Beratungen.

Mühldorf – Mit rund 8.300 Mitgliedern zählt der VdK-Kreisverband Mühldorf-Altötting zu einem der größten VdK-Verbände. Der Sozialverband hat seine Arbeit in der Corona-Pandemie stark einschränken müssen. Die Beratungstätigkeit wurde jedoch weitergeführt. Im Mittelpunkt dabei stand dabei die Sozialrechtsberatung. Wir sprachen mit VdK-Kreisvorsitzenden Reinhart Zuck über die Arbeit des Sozialverbandes in schwieriger Zeit.

Wie hat die Corona-Pandemie die VdK Arbeit beeinflusst?

Reinhart Zuck: Die vergangenen Monate haben unser Land auf eine harte Probe gestellt, doch die Corona-Krise hat auch gezeigt, wie stabil und zuverlässig der Sozialverband VdK Bayern ist. Das vielfältige Verbandsleben in den Kreis- und Ortsverbänden musste zwar vielerorts erheblich heruntergefahren werden, aber die ehrenamtlichen Aktiven haben alles getan, um weiterhin für ihre Mitglieder da zu sein um Trost und Stütze zu bieten. Seit Ende März 2020 konnten die VdK Ortsverbände keine Jahreshauptversammlungen mehr veranstalten, da die Gastronomie komplett dicht gemacht wurde.

Welche Themen standen im Vordergrund?

Zuck: Bei den 29 VdK-Ortsverbänden in den Landkreisen Mühldorf und Altötting war nach bekannt werden der Corona Pandemie der persönliche Kontakt zu den VdK Mitgliedern stark eingeschränkt worden. Veranstaltungen wie Stammtische, Ausflüge, Busfahrten, Versammlungen und Sonstiges waren nicht mehr möglich. Im Vordergrund stand, wie mit dieser Situation umzugehen ist. Glückwünsche zum Geburtstag, Ehrungen für langjährig treue Mitgliedschaft mit Urkunde und Abzeichen Weihnachtsbriefe wurden postalisch versendet. Dies war ein kleines Zeichen für die Mitglieder, dass sie vom VdK nicht vergessen wurden. Die Ortsvorsitzenden mit den Mitgliedern der Vorstandschaft haben dafür große Anstrengungen unternommen.

Welche Hilfen kann die VdK-Geschäftsstelle anbieten?

Zuck: Zum Schutz der VdK-Mitglieder und den hauptamtlichen VdK Mitarbeiterinnen in der VdK-Kreis-geschäftsstelle in Mühldorf wurde der Publikumsverkehr am 16.Dezember 2020 auf Anweisung des VdK-Landesverband komplett eingestellt. Die Geschäftsstelle ist jedoch zu jeder Zeit telefonisch unter 0 86 31/58 44, per Fax unter 0 86 31/1 49 75, per E-Mail unter kv-muehldorf@vdk.de erreichbar. Die Mitarbeiter-innen kümmern sich um Ihre Anliegen, beraten Sie und helfen Ihnen gerne weiter.

Wie intensiv war die Beratungstätigkeit?

Zuck:Die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den VdK-Geschäftsstellen stehen den VdK-Mitgliedern nach wie vor zuverlässig zur Seite. Hier bewährt sich das flächendeckende Netz der VdK-Anlaufstellen für unsere Mitglieder. Das sozialrechtliche Beratungsangebot des VdK Bayern wurde im März 2020 mit entsprechenden Hygienekonzepten und der Ausweitung auf telefonische Beratungen angepasst. Die Kolleginnen und Kollegen haben Ihre Arbeit professionell zum Wohle unserer Mitglieder fortgesetzt. Mit großem Erfolg: Die Zahl der Beratungen ist im Jahresvergleich 2019 und 2020 um 7,6 Prozent gestiegen - und das trotz aller Einschränkungen. Besonders viel Nachfragen gab es in den Bereichen Arbeitslosengeld, Krankengeld, Rente und Pflege.

Lesen Sie auch: „VdK ist der Anwalt der Menschen“

Der Sozialverband VdK Bayern hat auch im vergangenen Jahr seine Mitglieder bestens vertreten. In allen Rechtsgebieten, in denen der VdK tätig ist, erreichte er Nachzahlungen in Höhe von Achtzig Millionen Euro. Fast 400.000 sozialrechtliche Einzelberatungen Fanden in den 69 Kreisverbänden statt. Es wurden 83.400 Anträge gestellt, fast 30.000 Widersprüche und etwa 7490-mal Klage erhoben. Dazu kamen noch 213 Berufungen. Genau waren es 79.975 Millionen Euro. Den größten Beratungsbedarf gab es im Bereich Arbeitslosengeld I mit 19.900 Terminen, für Erwerbsminderungsrente 110.000 Beratungen, im Bereich Grundsicherung für Arbeitssuchende waren es 7074 Beratungen. Entsprechend dankbar zeigten sich auch viele, und immer wieder sagten VdK-Mitglieder

Gibt es Anzeichen von Vereinsamung bei ihren Mitgliedern?

Zuck: Es gibt zum jetzigen Zeitpunkt keine gesicherten Erkenntnisse darüber, wie viele VdK Mitglieder davon betroffen sind.

Welche sozialen Schwerpunkte haben Sie im vergangenen Jahr beschäftigt?

Zuck: Die für den März 2020 geplante VdK Großdemonstration unter dem Motto „Soziales Klima retten“ in München wurde zum Schutz aller teilnehmenden Personen und aus Sicherheitsgründen abgesagt. Da die aufwendigen Vorbereitungen dazu schon sehr weit fortgeschritten waren ist diese Absage den dafür Verantwortlichen nicht leichtgefallen. Der VdK fordert eine allgemeine Erwerbstätigenversichrung, bei der alle, also Arbeitnehmer, Selbständige, Beamte und Abgeordnete, in eine gemeinsame Rentenkasse einzahlen. Zur solidarischen Finanzierung von Alterseinkommen gehört auch eine energische Umverteilung. Es kann nicht sein, dass schon kleine Renten besteuert werden, vermögende aber verschont bleiben. Doch die VdK-Botschaften für eine gerechte Renten-, Arbeits-, Pflege- und Steuerpolitik konnten sich dennoch politisch Gehör verschaffen.

Welche sozialen Schwerpunkte sehen Sie in der nächsten Zeit?

Zuck: Mit seinen Forderungen nach Einführung einer Erwerbstätigenversicherung und einer Pflegevollversicherung, nach Abschaffung des Zwei-Klassen-Medizinsystems und für mehr Umverteilung durch ein gerechtes Steuersystem wird der VdK auch zur Bundestagswahl 2021 für Zündstoff sorgen. Wir freuen uns darauf, mit ihnen gemeinsam den Politikerinnen und Politikern wieder gehörig auf den Zahn zu fühlen.

Kommentare