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Großer Ausfall auf vielen Feldern

Nach dem Unwetter in der Region: Getreide rund um Wasserburg kurz vor Ernte zerstört

Der Hagel hat die Hafer-Halme auf diesem Feld komplett umgeknickt. Die Ernte fällt aus und mittlerweile ist auch das Feld bereits umgeackert.
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Der Hagel hat die Hafer-Halme auf diesem Feld komplett umgeknickt. Die Ernte fällt aus und mittlerweile ist auch das Feld bereits umgeackert.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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In nur 15 Minuten hat ein starkes Unwetter auf Feldern im Landkreis große Schäden angerichtet. Landwirte müssen nun die Schäden begutachten und neu planen.

Update 30. Juni

Getreide rund um Wasserburg kurz vor Ernte zerstört

Wasserburg – Auch im Landkreis Rosenheim sieht die Lage teilweise düster aus, insbesondere im von der Superzelle getroffenen Albaching klagen viele Landwirte über zerstörte Felder. „Aber auch in anderen Teilen des Landkreises haben wir Ausfälle“, erklärt Rosenheimer Kreisobmann Josef Bodmaier. Beinahe der gesamte Landkreis sei betroffen. Dabei sei vor allem das unterschiedliche Ausmaß schockierend. „Bis zum Totalausfall habe ich schon alles gesehen.“

Lesen Sie auch: Unwetter im Landkreis Mühldorf: Umgestürzte Bäume, abgedeckte Häuser und Totalschaden auf den Feldern (Plus-Artikel)

Während Langreiter der Überzeugung ist, dass der Zeitpunkt für das angebaute Getreide und Mais nicht ungünstiger hätte sein können, da das Getreide sei kurz vor der Ernte zerstört wurde und es für eine Neuansaat wegen der kürzer und trockener werdenden Tage zu spät ist, sieht Bodmaier die Sache nicht ganz so eng. „Es gibt noch einige Sorten Frühmais, die angebaut werden können“, erklärt er. Schlimmer wäre es, wenn das Unwetter einige Woche später eingesetzt hätte.

Für Bodmaier liegt der Abschluss einer Versicherung jedoch im Ermessen der Landwirte. „Das muss jeder selber wissen“, auch er selbst sei nur zum Teil versichert. Bodmaier appelliert eher, sich beim Hagelforschungsverein zu engagieren. „Das bringt auch langfristig etwas“, sagt er.

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Der ursprüngliche Artikel vom 29. Juni:

Mühldorf – Nur noch Stoppeln stehen auf einigen Getreidefeldern im Landkreis. Doch lange, bevor die Ähren reif geworden sind, wurden die Felder bereits abgeerntet. Das Unwetter vergangene Woche hat vor allem das Getreide stark getroffen. Landwirte müssen nun genau überlegen, was sie tun sollen.

Für betroffene Landwirte gibt es jetzt viel zu tun. Der Schaden eines jeden Feldes muss gesondert betrachtet werden, auf den Höfen sind vielerorts Silofolien und Planen vom Hagel zerstört worden. „Bei Tieren gibt es wohl keine größeren Schäden“, sagt Veit Hartsperger, Geschäftsführer der Verbund-Geschäftsstelle Altötting/Mühldorf/Eggenfelden des BBV in Töging.

Manche Pflanzen erholen sich

Nach einer ersten Bestandsaufnahme bleibe nun für die Landwirte zu klären, wie sie auf die Unwetterschäden reagieren. Denn je nach Ausmaß gehen die Schäden von leicht aufgeschlitzten Blättern bis hin zu Feldern, auf denen nur noch die Stängel übrig geblieben sind. „Man muss die Schäden weiter beobachten. Die Kulturen können sich eventuell wieder erholen, aber es droht die Gefahr von Pilzen und Keimen“, fährt Hartsperger fort.

Lesen Sie auch: Zerstörte Kulturen, kaputte Dächer: Landwirtschaft beklagt große Schäden im Landkreis Mühldorf (Plus-Artikel OVB-Online)

Wenig Hoffnung für betroffene Getreidefelder hat Gerhard Langreiter, stellvertretender Kreisobmann beim Bayerischen Bauernverband. „Die Gerste zum Beispiel wäre bald zum Dreschen gewesen, da ist alles weg.“ Vielleicht eigne sich das Getreide nun noch für Biogasanlagen. Auch beim Mais sehe es größtenteils schlecht aus, lautet seine erste Einschätzung. Doch hier gebe es die Möglichkeit, dass er wieder nachwachse. Aber mit Einschränkungen: „Das muss man beobachten, aber eine gute Qualität wird er nicht haben“, sagt Langreiter. Vor allem betroffen von dem Unwetter waren die Regionen von Rechtmehring, Gars, Kraiburg bis nach Mühldorf. Auf manchen Höfen sei ein Totalausfall der Ernte durchaus denkbar.

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Für das angebaute Getreide und Mais hätte der Zeitpunkt nicht ungünstiger sein können. Das Getreide kurz vor der Ernte zerstört, für eine Neuansaat ist es jetzt zu spät, weil die Tage kürzer und trockener werden. Der Ausfall ist groß, Saatgut sei teuer, die Entscheidung für manchen Landwirt damit nicht einfach, was man tun solle. Auch im Gemüseanbau sei viel kaputt gegangen. Großflächig Hagelschutznetze anzubringen sei nicht möglich. Viele Wiesen liegen flach, ein Schnitt fällt aus. Somit könnte auf manchen Höfen das Tierfutter knapp werden. „Wir haben deshalb das Angebot einer Futterbörse erstellt, über die sich Landwirte melden können, die noch Futter übrig haben“, erklärt Langreiter. Die Landwirte seien solidarisch und würden sich untereinander helfen.

Viele Landwirte sind versichert

Jeder, dessen Felder verhagelt worden sind, wird den Schaden bei ihren Versicherungen anmelden. Sofern er eine hat: „Die Mehrheit ist versichert. Aber weil es seit mehr als 20 Jahren keine Hagelschäden mehr gegeben hat, könne es auch sein, dass der eine oder andere aus betriebswirtschaftlichen Gründen eine Solche gekündigt hat“, sagt Langreiter. Schon kurz nach dem Unwetter seien Hagelschätzer auf den Feldern unterwegs gewesen, um die Schäden zu begutachten. „Wer nicht versichert ist, wird ein Problem haben“, sagt Langreiter.

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