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Urlaub mit Abstrichen

Untragbare Zustände beim Pauliwirt in Erharting? Radlgruppe weigert sich, die Hotelrechnung zu bezahlen

Fred Burgstaller (rechts im Bild) wollte mit seinen Freunden seine ehemalige Heimat erkunden. Vom Aufenthalt im Pauliwirt war er enttäuscht. Der Betreiber weist allerdings alle Vorwürfe zurück.
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Fred Burgstaller (rechts im Bild) wollte mit seinen Freunden seine ehemalige Heimat erkunden. Vom Aufenthalt im Pauliwirt war er enttäuscht. Der Betreiber weist allerdings alle Vorwürfe zurück.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Frühstück unter Plastikfolie, kein Personal, keine Küche: Eigentlich wollte der frühere Töginger Fred Burgstaller (79) Radlurlaub in seiner alten Heimat machen. Doch im „Landgasthof Pauliwirt“ habe er derart schlechte Erfahrungen gemacht, dass er seinen Aufenthalt vorzeitig abgebrochen hat.

Erharting/Töging –Die Zustände im Hotel, das seit September 2020 von der „NonStop Hotel Group“ geführt wird, seien nicht tragbar. Der Betreiber weist alle Vorwürfe zurück.

Burgstaller, der in Töging aufgewachsen ist und heute in Germering lebt, wollte mit seinen Radlfreunden Anfang September seine ehemalige Heimat erkunden. Quartier wurde beim Pauliwirt bezogen – doch schon beim Einchecken habe es die erste Ernüchterung gegeben.

Keine Gastronomie und kein Personal

„Als wir am Anreisetag ankamen, wurden wir mit der Forderung konfrontiert, sofort den Übernachtungspreis für alle fünf Nächte zu bezahlen.“ Für Burgstaller schon ein erster Warnschuss, „dass wir offensichtlich in einem kundenunfreundlichen Hotel gelandet waren“. Er sei nicht bereit gewesen, diese Zahlung zu leisten.

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Viel Widerspruch seitens des Hoteliers habe es nicht gegeben, die Rezeption sei nur von 14 bis 20 Uhr besetzt. „In der übrigen Zeit ließ sich kein Personal blicken“, berichtet Burgstaller.

Späte Info über Schließung des Restaurants

Es gebe weitere Punkte, die ihm sauer aufstoßen. Bei der Buchung im Juni habe der Gasthof darauf hingewiesen, dass der Restaurantbetrieb noch geschlossen sei. Man sei aber im Hotel davon ausgegangen, dass sich das bis September ändern werde. „In der Reisebestätigung fand sich dann kein Wort darüber, dass die Gastronomie geschlossen ist.“ Erst bei einem Kontrollanruf am 2. September sei man darüber informiert worden.

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Keine Minibar und auch sonst kein Getränkeautomat

„Mangelnde Aufenthaltsräume“ beklagt Burgstaller ebenso. Als er mit seiner Gruppe am Anreiseabend nach einem auswärtigen Abendessen in das Hotel zurückkehrte, sei alles stockfinster gewesen. Keine Möglichkeit, den Tag in einer gemütlichen Runde ausklingen zu lassen. Eine Minibar im Zimmer vermisste Burgstaller ebenso wie einen Getränkeautomaten im Gasthaus.

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Reichhaltiges Frühstück unter Folie

Als er sich tags darauf auf das angepriesene „reichhaltige Frühstück“ freute, war die Enttäuschung umso größer, „als ich die vorportionierten und mit Klarsichtfolie abgedeckten Teller vor dem Frühstückszimmer auf einem Tisch aufgereiht stehen sah. Wie lange diese Teller dort schon standen, wussten wir nicht“. Kein einziger Tisch im Frühstückszimmer sei eingedeckt gewesen. „Alles lieb- und stillos und eines Drei-Sterne Hotels absolut unwürdig.“ Im Bad des Hotelzimmers sei auch noch das Wasser abgesperrt gewesen. Nicht einmal die Hände konnte man sich waschen, klagt Burgstaller.

Trostlose Situation statt Urlaubshotel

„Wir hatten ein Urlaubshotel gebucht und eine trostlose Situation vorgefunden. Es war für mich und für uns alle nicht zumutbar, länger in dem Hotel zu bleiben“, sagt der 79-Jährige. Man habe nicht davon ausgehen können, dass die Mängel kurzfristig zu beheben gewesen wären. Burgstaller hätte daher eine erhebliche Minderung der Übernachtungspreise er wartet.

Landet der Streit vor Gericht?

Burgstaller war bereit, eine weitere Übernachtung zu bezahlen, „weil ich das Zimmer erst am Nachmittag geräumt habe, auch wenn dies nach Sachlage nicht von mir, sondern von der mangelnden Besetzung der Rezeption vor 14 Uhr verursacht worden ist“. 190 der ursprünglichen Buchungskosten in Höhe von 475 Euro habe er bezahlt. Beim Restbetrag von 285 Euro habe er sich aber geweigert.

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Zwei Mahnschreiben bereits verschickt

Darauf jedoch beharrt die „NonStop Hotel Group“, die seit September 2020 Pächter des Pauliwirts ist. Anstelle einer Entschuldigung verschickte der Pächter bereits zwei Mahnschreiben wegen der noch ausstehenden Zahlungen.

Hotelbetreiber fordert Entschuldigung der Reisegäste

Sämtliche Vorwürfe der Radlgruppe weist Frederik Lange, Geschäftsführer der „NonStop Hotel Group“, die seit September 2020 Pächter des Pauliwirts ist, zurück. Er fordert stattdessen eine Entschuldigung von Fred Burgstaller. Lange sieht keinen Grund, den Radlgästen finanziell entgegenzukommen. „Gebucht ist gebucht“, der offene Betrag sei zu begleichen.

Vorkasse sind bei Reisen ganz normal

Er rechtfertigt die Vorkasse damit, dass man in heutigen Zeiten nicht einmal mehr Urlaubsgästen trauen könne. Dies habe sich einmal mehr in der Causa Burgstaller bewahrheitet, meint Lange. „Wenn ich eine Reise buche, muss ich doch auch gleich Flug, Hotel und so weiter bezahlen. Wenn ich nicht fahre oder die Reise abbreche, fallen die Kosten trotzdem an“, argumentiert er und betont, dass die Rezeption „ausreichend“ besetzt gewesen sei.

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Extreme Personalprobleme im Restaurantbereich

Es handele sich tatsächlich um ein Drei-Sterne Haus, teilt Lange mit. „Wohlgemerkt mit Coronafolgen“, ergänzt Lange mit dem Verweis auf extreme Personalprobleme, die durch die Pandemie ausgelöst worden seien. „Aber die Radel-Rambos erwarteten bei ihrer Ankunft gleich mal einen Kofferträger“, sagt er.

Geschäftsführer macht Corona-Situation für die Probleme verantwortlich

Für die Kritik der Gäste zeigt er kein Verständnis. Er kann auch nicht verstehen, wozu man eine Rezeption benötigt, um sein Zimmer zu verlassen: „Türe zu und weg. Das ist das Tolle an Vorkasse. Er hat den Ablauf wohl nicht verstanden“, wirft er Burgstaller vor. Dass das Restaurant geschlossen ist, sei bekannt gewesen. Zum Vorwurf der mangelnden Zugänglichkeit der Aufenthaltsräume, meint Lange: „Wir hatten immer noch Corona! Es war verboten!“ Das sei auch der Grund gewesen, dass es kein Frühstücksbuffet gegeben habe.

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Auch das Wasserproblem sei umgehend behoben worden

Einzig das Wasserproblem gibt Lange zu: „Es ist ein altes Haus und es gab ein kleines Wasserproblem. Dieses wurde von einem Techniker umgehend behoben.“

Beide Parteien zeigen sich „streitbereit“

Wie soll es nun weitergehen? „Ich bin streitbereit, aber an einem weiteren Streit in dieser Sache nicht interessiert“, sagt Burgstaller, der noch auf eine Kulanzlösung hofft. Doch Lange erwidert: „Auch wir sind streitbereit, vor allem bei solch einem Verhalten.“ Der offene Betrag sei zur Zahlung fällig, ansonsten werde er eingeklagt. Und: „Wir bitten diese Personen, unser Haus nicht mehr zu buchen.“ Burgstallers Kommentar dazu: „Damit haben wir keine Probleme.“

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