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Sponsoren machen‘s möglich

Unterricht ganz ohne Frieren: Gemeinde Aschau am Inn setzt auf Lüftungs- statt Luftfilteranlagen

Ein Pilotprojekt ist die Lüftungsanlage in einem Klassenzimmer der Aschauer Grundschule. Mit Hilfe von Sponsoren hat die Gemeinde für ein Klassenzimmer ein Gerät angeschafft. Geschäftsstellenleiter Georg Zeiser (zweiter von links) und Martdirektor Siegfried Sieghart (rechts) der „meine Volksbank Raiffeisenbank“ Aschau überreichen an Schulleiterin Kristin Wolf und Bürgermeister Christian Weyrich einen Scheck über 2500 Euro.
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Ein Pilotprojekt ist die Lüftungsanlage in einem Klassenzimmer der Aschauer Grundschule. Mit Hilfe von Sponsoren hat die Gemeinde für ein Klassenzimmer ein Gerät angeschafft. Geschäftsstellenleiter Georg Zeiser (zweiter von links) und Martdirektor Siegfried Sieghart (rechts) der „meine Volksbank Raiffeisenbank“ Aschau überreichen an Schulleiterin Kristin Wolf und Bürgermeister Christian Weyrich einen Scheck über 2500 Euro.
  • Raphaela Lohmann
    vonRaphaela Lohmann
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Lüften, lüften, lüften – so lautet die Devise im Corona-Winter. Damit gehört eine Decke schon fast zur Standardausrüstung eines Schülers. Muss nicht sein: Die Gemeinde Aschau hat ein Klassenzimmer der Grundschule mit einem Lüftungsgerät ausgestattet. Sponsoren haben es möglich gemacht.

Aschau – Kurz vor dem Lockdown, der auch den Präsenzunterricht an Schulen vorzeitig beendete, hat die Gemeinde Aschau an der Grundschule die erste Lüftungsanlage installiert, die Kinder und Lehrkräfte vor Infektionen schützen soll.

Alle 20 Minuten für fünf Minuten bei weit geöffneten Fenstern lüften – was bis Herbst noch wunderbar funktioniert hat, kann jetzt zu Frostbeulen bei Schülern und Lehrern führen. Eine Alternative sind Lüftungsgeräte, doch die sind teuer. Die Grundschule Aschau hat mit Unterstützung von Sponsoren ein Gerät installiert. Überzeugen die Werte, will man auch andere Räume damit ausstatten.

Neben Maske gehört für manchen Schüler eine Decke unter der Schulbank zur Corona-Standardausrüstung im Winter. Denn um die Gefahr einer Corona-Ansteckung im Klassenzimmer zu verringern, empfiehlt das Umweltbundesamt das regelmäßige Lüften. Alle 20 Minuten und beim Unterrichtswechsel sollen fünf Minuten die Fenster weit geöffnet werden. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kann es dann im Klassenzimmer zwischenzeitlich abkühlen. Zumindest in einem Aschauer Klassenzimmer kann die Decke bis auf Weiteres daheim bleiben.

Luftaustausche reduziert Virenlast

Dort war auf nur einen Tag eine Lüftungsanlage eingebaut, die kontinuierlich Frischluft im Klassenzimmer verteilt und gleichzeitig die verbrauchte Luft absaugt. Mittels Wärmetauscher passiert das nahezu ohne Temperaturverlust. „Zweimal wird die Luft pro Stunde komplett in dem Raum ausgetauscht“, erklärt Arne Feichtinger vom Hersteller Zehnder. Damit soll die Virenlast im Klassenzimmer gesenkt werden, gleichzeitig bleibt die CO2-Belastung gering. Als langfristig Investition sieht es daher auch Bürgermeister Christian Weyrich.

An einem Tag war die Lüftungsanlage in einem Klassenzimmer der Grundschule Aschau eingebaut, die seitdem für einen regelmäßigen Luftaustausch sorgt. Davon überzeugten sich Walter Kirsch (von links), Bürgermeister Christian Weyrich, Stefan Hoferer, Geschäftsführer der Firma Manghofer und Arne Feichtinger vom Hersteller Zehnder.

„Ziel ist es, dass während der Schulstunde die Fenster nicht geöffnet werden müssen“, erklärt Stefan Hoferer, Geschäftsführer der Firma Manghofer, die das Gerät eingebaut hat. Sollte dennoch die CO2-Belastung zu hoch werden, könne das Gerät unter Volllast betrieben werden oder die Fenster werden eben doch geöffnet.

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Wie effektiv die Lüftungsanlage funktioniert, das soll der Vergleich mit einem zweiten Klassenzimmer zeigen. Dort wurden bis zu Beginn der Weihnachtsferien parallel Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO2-Gehalt gemessen und anschließend mit den Werten aus dem Klassenzimmer mit Lüftungsanlage verglichen.

Auf niedriger Stufe ist das Gerät akustisch nicht wahrzunehmen. Das bestätigt auch Schulleiterin Kristin Wolf, die in der Klasse unterrichtet. „Das Gerät ist eine Erleichterung, weil man nicht ans Lüften denken muss. Und für die Schüler ist es angenehmer, weil es nicht kalt im Klassenzimmer wird.“ Eine Einschätzung, die auch die Vergleichswerte bestätigen.

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Während in ihrem Klassenzimmer die Temperatur konstant über 20 Grad Celsius liegt, zeichnen sich die Lüftungszeiten an der Temperaturkurve im Nachbar-Klassenzimmer deutlich ab.

Deutlichen Schwankungen unterworfen ist auch die CO2-Belastung im Klassenzimmer ohne Lüftungsanlage. Im Zimmer nebenan steigt der Wert nur ein einziges Mal über den Grenzwert von 1000 ppm. Spätestens jetzt sollte in einem Klassenzimmer gelüftet werden, um Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwierigkeiten zu vermeiden.

Auch andereRäume nachrüsten

Für Weyrich die beste Alternative. Die seit der Corona-Pandemie oft eingesetzten Luftfilteranlagen würden zwar die Virenlast senken, die CO2-Belastung im Raum bliebe aber gleich. Doch Lüftungsanlagen werden im Vergleich zu Luftfiltern bislang nicht bezuschusst.

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Weyrich zweifelt nicht an dem Nutzen der Investition, doch ohne Förderung lassen sich die zehn Klassenzimmer an der Grundschule kaum entsprechend ausstatten. Knapp 10 000 Euro kostet die Lüftungsanlage, für die die Gemeinde Sponsoren gefunden hat. Neben dem Hersteller Zehnder und der Installationsfirma Manghofer hat sich auch die Geschäftsstelle Aschau der VR-Bank an den Kosten beteiligt. Einen Scheck über 2500 Euro überreichten Marktdirektor Siegfried Sieghart und Geschäftsstellenleiter Georg Zeiser an Bürgermeister Christian Weyrich. „Damit wurde unser Pilotprojekt erst möglich. Die Werte geben unseren Vermutungen recht und wir wollen hier nicht aufhören.“

Ausweichmöglichkeit für Grundschule

Noch zeichnet sich nicht ab, wie nach den Weihnachtsferien der Unterricht fortgeführt wird. Doch Bayerns Ministerpräsident schließt nicht aus, dass es über den 10. Januar hinaus weiter Wechselunterricht geben könnte. Die Gemeinde Aschau hat für diesen Fall einen Plan B in der Hinterhand und könnte dennoch zu 100 Prozent Präsenzunterricht anbieten. Die sechs Klassen der Grundschule würden dann in die Gemeinde- und Turnhalle sowie in die Schulungsräume des Berufsbildungswerks Waldwinkel ausweichen. Seit Beginn des Schuljahres gibt es die Möglichkeit, die mindestens bis zum Schulhalbjahr bestehen bleibt. „Kommt es zum Wechselunterricht, werden wir versuchen, unseren Schülern Präsenzunterricht anzubieten“, sagt Bürgermeister Chrisitan Weyrich. Ob diese Option am Ende gezogen wird, das entscheide aber nicht die Gemeinde, sondern das Schulamt.

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