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Umweltschutz nahe der Gleise: Gutachter erforscht Natur an Bahnstrecke Mühldorf - Freilassing

Tierarten wie die Zauneidechse zählen zu häufen Bewohnern an Bahnstrecken.
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Tierarten wie die Zauneidechse zählen zu häufen Bewohnern an Bahnstrecken.
  • Josef Bauer
    vonJosef Bauer
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Für einen umweltfreundlichen Ausbau der Strecke München–Mühldorf–Freilassing (ABS 38) untersuchen Gutachter noch ein Jahr die Tier- und Pflanzenwelt. Nach dem Abschnitt Markt Schwaben–Ampfing folgt Tüßling bis Freilassing. Anhand der Ergebnisse werden Maßnahmen für schützenswerte Arten abgeleitet.

Mühldorf – „Neben der technischen Umsetzung des Streckenausbaus haben wir immer auch die Natur und die Umwelt im Blick. Bedrohte Tiere und Pflanzen zu schützen, liegt uns dabei besonders am Herzen. Deshalb untersuchen wir schon während der frühen Planungen des Projekts, welche Arten nahe der Bahnstrecke zu Hause sind“, erklärt Tonci Ujdur, DB-Projektleiter für den Streckenabschnitt Tüßling–Freilassing.

Seltene Tierarten an der Strecke vermutet

Neben weit verbreiteten Tierarten wie Haselmäusen oder Zauneidechsen kann der knapp 60 Kilometer lange Streckenabschnitt bedrohte Lebewesen wie die Ringelnatter beherbergen. In Abstimmung mit der höheren Naturschutzbehörde Oberbayerns erfassen externe Umweltgutachter im Auftrag der Deutschen Bahn daher, welche Arten an der Bahnstrecke leben.

Nachhaltiger Schutz der Tier- und Pflanzenwelt

In einem bis zu 200 Meter breiten Korridor rechts und links der Gleise legen die Gutachter zum Beispiel künstliche Verstecke für die Tiere an. Auf diese Weise beobachten sie eine Vegetationsperiode lang deren natürlichen Lebensraum. Die daraus gewonnen Ergebnisse helfen den Planern der Deutschen Bahn, die Auswirkungen der Baumaßnahmen abzuschätzen. So können sie schützenswerte Tiere und Pflanzen bei den weiteren Planungen berücksichtigen.

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„Egal, ob vor, während oder nach dem Ausbau – wir möchten möglichst wenig in den Lebensraum der Tier- und Pflanzenwelt an der Strecke eingreifen“, erklärt Ujdur. Gelingt dies nicht, entwickeln die Umweltexperten im Rahmen eines landschaftspflegerischen Begleitplans Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zum Schutz der Flora und Fauna. Diesen reicht die Deutsche Bahn beim Genehmigungsverfahren zusammen mit den anderen Planungsunterlagen für den Streckenausbau ein.

Bahnausbau kommt Industrie zugute

Mit ihren knapp 145 Kilometern verbindet die Bahnstrecke von München über Mühldorf nach Freilassing und Burghausen Menschen in der Region Südostbayern mit dem Großraum sowie dem Flughafen Münchens. Der zweigleisige Ausbau in weiten Teilen und die durchgehende Elektrifizierung lässt eine Anhebung der Streckenhöchstgeschwindigkeit auf bis zu 200 Kilometer pro Stunde zu.

Dies ermöglicht Unternehmen im „bayerischen Chemiedreieck“ einen schnelleren Transport ihrer Erzeugnisse. Als Teil des transeuropäischen Eisenbahnnetzes wird der internationale Fern- und Güterverkehr zudem schneller von Paris nach Budapest verkehren können. Nicht zuletzt verringert mehr Verkehr auf der Schiene statt auf der Straße und der Einsatz von Elektroanstelle von Dieselloks den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase.

Vermessungen am Piracher Berg

Im Rahmen der Bahn-Elektrifizierung finden an den Wochenenden 13./14. und 27./28. März 2021 Vermessungen im Bereich des Piracher Bergs statt.

„Der Piracher Berg ist ein prägnanter Streckenpunkt unserer Ausbaustrecke. Wir planen, den aktuell mehr als 20 Promille steilen Berg so abzuflachen, dass es die Elektroloks später schaffen, die Güterwagen ohne Zugteilung und Zeitverzug ins Chemiedreieck nach Burghausen fahren zu können“, erklärt Sven Kluba, Leiter des Ausbaus in diesem Bereich.

Lesen Sie auch: Ausbau der Bahnstrecke Mühldorf-München soll 2024 starten

Für die aktuellen Vermessungsarbeiten werden die im Fahrplan angegebenen regulären Zugpausen ausgenutzt. „Selbstverständlich werden private Grundstücksflächen nur betreten, wenn uns die Besitzer dies zuvor erlaubt haben“, betont Kluba.

Elektroloks sollen künftig auf der gesamten Ausbaustrecke zwischen München - Mühldorf und Freilassing Dieselloks ersetzen, weil sie leiser sind und bis zu 30 Prozent weniger CO2 ausstoßen.

103 Kilometer Ausbaustrecke

Auf insgesamt 103 Kilometern zwischen Markt Schwaben und Ampfing sowie Tüßling und Freilassing wird die Strecke zweigleisig ausgebaut – abschnittsweise für eine maximale Geschwindigkeit von bis zu 200 Kilometern pro Stunde. Insgesamt werden 166 Brücken, 43 Bahnübergänge und 19 Bahnhöfe um- oder neu gebaut.

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