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Überzeugter Milchbauer und Züchter

Der "Ploier Sepp" versorgt zusammen mit seiner Frau Karin die 55 Milchkühe im Stall.  Fotos wag
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Der "Ploier Sepp" versorgt zusammen mit seiner Frau Karin die 55 Milchkühe im Stall. Fotos wag

Die Landwirtschaft und hier besonders sein Milch- und Zuchtviehbetrieb ist für ihn schon mehr Berufung als. Beruf.

Mit seinen 55 Milchkühen auf dem Hof hat sich Josef

Mayerhofer, vielen

besser bekannt als der "Ploier Sepp", einem

arbeitsintensiven Zweig der Landwirtschaft verschrieben - und das aus Überzeugung, wie er betont.

Grünbach/Ploier - Etwa 80 Geburten pro Jahr im Stall kommen noch hinzu, das hält die Familie Mayerhofer ganz schön auf Trab. Aber schließlich wolle man ja auch schöne Kühe im Stall haben, die dann noch dazu den eigenen Nachwuchs für den Kuhstall sicherstellen.

Der heute 51-jährige Vollerwerbslandwirt wuchs mit zwei Schwestern auf dem elterlichen Hof auf und schon früh war klar, dass er die Hofnachfolge antritt. In jungen Jahren wandte er sich bereits der Jungzüchtervereinigung zu, nachdem in ihm nach seiner landwirtschaftlichen Ausbildung der Wunsch zum Züchten gereift war. Wenig später kam er in die Vorstandschaft der Jungzüchter und ist auch heute noch im Fleckvieh-Ausschuss des Zuchtverbandes Oberbayern Ost aktiv.

Als im Jahr 1997 die Hofübergabe erfolgte, stand er vor einer richtungsweisenden Entscheidung: weiterhin mit einem "Anbindestall" wirtschaften oder aber - was damals noch nicht alltäglich war - auf einen sogenannten "Laufstall" umstellen? Letztendlich, unterstützt durch die Erfahrungen eines befreundeten Landwirtes, der diesen Schritt ein Jahr vorher getan hatte, entschied er sich für die Laufstallvariante. Ein Entschluss, den er auch heute wieder so treffen würde. "Lediglich die Vorbereitung, wenn es vom Laufstall auf den Laufsteg, sprich zur Zuchtviehausstellung, geht, gestaltet sich etwas aufwändiger, da die Tiere ja die Bewegungsfreiheit gewohnt sind und nun plötzlich am Führstrick gehen sollen", sagt Mayerhofer und beschreibt den Aufwand, der vor so einer Ausstellung erforderlich ist. "Es ist wichtig, dass die Jungtiere in einem optimalen Zustand zur Versteigerung kommen und dort entsprechend präsentiert werden. Dazu gehört neben einigen Tagen Training am Führstrick auch das komplette Scheren, so dass keine Verschmutzungen im Fell das Bild beeinträchtigen."

Unterstützt wird er von seiner Frau Karin, die er im Jahr 2000 heiratete. Als "Landwirtschaftsfremde" - sie ist gelernte Einzelhandelskauffrau - und ohne jegliche bayerische Wurzeln, integrierte sich die lebenslustige "Neubäuerin" mit einer Selbstverständlichkeit in die tägliche Arbeit auf dem Hof, dass selbst ihr Sepp noch heute voller Bewunderung darüber ist. "Ohne jeglichen Bezug zur Landwirtschaft hab ich schon befürchtet, dass mir die Karin, nachdem ich ihr den Stall und die Arbeit auf dem Hof gezeigt hab, wieder den Rücken kehren würde."

Dabei trat genau das Gegenteil ein und die damals zweifache Mutter wurde zur Bäuerin auf dem Ploierhof, die, wie sie freudestrahlend erzählt, von der Familie sofort mit offenen Armen empfangen wurde. Und schon bald war das junge Glück mit der Geburt der gemeinsamen Kinder Josef und Magdalena, die beide mittlerweile die Realschule besuchen, komplett.

Doch am 2. Februar 2011 war plötzlich nichts mehr so, wie es vorher war. Neben seinen 50 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche hat Josef Mayerhofer auch noch elf Hektar Wald zu bewirtschaften - und bei dieser Arbeit geschah ein schrecklicher Unfall, in dessen Folge er mit schweren Schädelverletzungen fünf Wochen lang im Koma lag. Eine Zeit, in der man nicht sagen konnte, ob es wieder gut werden würde. Aber auch eine Zeit, in der seine Frau Karin erfahren durfte, welchen familiären und nachbarschaftlichen Zusammenhalt es in dieser Not gab. "Ich war ja von einer Minute auf die andere allein mit den Kindern, dem Hof, den Tieren und all den Arbeiten, die sonst mein Sepp immer gemacht hat. Zu all der Sorge um meinen Mann kam auch noch ein Gefühl der Hilflosigkeit, wie es weiter gehen sollte."

Doch diese Sorge wurde ihr von Familienmitgliedern, Freunden und Nachbarn abgenommen. Alle packten mit an und sorgten dafür, dass es auf dem Ploier Hof weiterging. " Diese Zuwendung und Unterstützung werde ich mein Leben lang nicht vergessen und ich möchte mich auch hier noch einmal bei allen bedanken, die uns geholfen haben", sagt Karin sichtlich bewegt. Ein Augenblick, in dem ihr Lächeln im Gesicht einer starken Rührung weicht. "Gott sei Dank liegt diese schwere Zeit nun hinter uns", sagt Josef Mayerhofer und die Betonung liegt dabei auf dem Anfang des Satzes. "Und wenn auch Einschränkungen geblieben sind, so kann ich doch heute wieder meiner Arbeit auf dem Hof nachgehen und mich meiner Familie und Freunden widmen."

Beim Rundgang über den Hof trifft man auch auf eine Kapelle, die nach dem Abriss eines Gebäudes noch vor Mayerhofers Unfall an dieser Stelle entstanden ist. "Da haben uns viele Ratschläge erreicht, was wir hier nach dem Abriss des alten Gebäudes hinbauen könnten. Für uns beide war aber klar, dass hier eine Kapelle entsteht, die auch unsere christliche Einstellung widerspiegelt", sagen Sepp und Karin auf die Frage nach dem Beweggrund dafür. Und seit dem schweren Unfall brennt hier ständig eine Kerze. wag

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