Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Regen hält die Blühpaten nicht ab

Trotz wetterbedingter Absage besichtigen die Bürger ihre Projektfläche in Töging

Mehr als 20 Blühpaten kamen trotz des strömenden Regens zum Ortstermin nach Töging.
+
Mehr als 20 Blühpaten kamen trotz des strömenden Regens zum Ortstermin nach Töging.

Nachschauen, was gewachsen ist, und sich über den Stand informieren: Das war den Blühpaten so wichtig, dass sie sich trotz Regens den Vortrag von Peter Falter, dem Geschäftsführer des Maschinenrings anhörten.

Mühldorf/Altötting – Der Maschinenring Altötting-Mühldorf hatte vor Kurzem zur Besichtigung von Blühwiesen geladen. Obwohl der Ortstermin wegen des Regenwetters kurzfristig abgesagt wurde, hatte die Nachricht nicht mehr alle Blühpaten erreicht. So gab es an der Blühwiese in Töging eine kleine Führung durch Peter Falter. Der Geschäftsführer des Maschinenrings legte inzwischen ein Video nach, in dem Franz Prinz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten die Blühpaten informiert.

Nach dem sogenannten Bienen-Volksbegehren im Winter 2018/19 wollte der Maschinenring die Idee unterstützen und suchte unter seinen Mitgliedern nach Landwirten, die Flächen zur Verfügung stellen könnten. „Insgesamt hatten sich 16 Landwirte gemeldet“, erinnert sich Falter. Gesucht wurden im Gegenzug Blühpaten, die bereit sind, 225 Euro jährlich dafür zu geben, dass 100 Quadratmeter potenzieller Ackerfläche als Blühwiese genutzt werden.

380 Paten finanzieren die Blühwiesen

Von den insgesamt 30.000 Unterschriften in den Rathäusern der Landkreise Altötting und Mühldorf blieben letztlich nur 380 Paten übrig, die aktuell drei Flächen mit insgesamt 11,4 Hektar erblühen lassen. Diese sollten nun, da die erste Mahd ansteht, auf den neuesten Stand über ihre Wiesen gebracht werden. Die Blühwiese in Töging misst nur 1,4 Hektar, die Fläche zwischen Ering und Weiding an der ehemaligen B 12 2,8 Hektar und das Areal in der Osterwies bei Altötting hat sogar 7,6 Hektar. Trotz des strömenden Wetters am geplanten Besichtigungstag waren zur Blühfläche nach Töging eine ganze Reihe von Paten gekommen. Auch eine Handvoll war es immerhin bei der Wiese bei Weiding.

Den geplanten Fachvortrag lieferte der Maschinenring per Video nach. Einige allgemeine Infos gab es auch beim Ortstermin. So erfuhren die Blühpaten in Töging, dass auf die Wiesen initial Saatgut von Georg Hans aus Oberbergkirchen aufgebracht wurde. Der Landwirt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten auf die Produktion von Saatmischungen mit möglichst vielen verschiedenen Gräsern und Kräutern spezialisiert. Die Vielfalt, die sich infolgedessen auf den drei Wiesen in den vergangenen zwei Jahren gebildet hat, bestätigt auch Lebensraumberater Franz Prinz vom Land für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. In Weiding entdeckte er Hornklee, Margerite, Glockenblume und Wilde Möhre: „Man geht davon aus, dass auf einem Hektar Blühfläche bis zu einer Million Individuen aus bis zu 3000 verschiedenen Arten leben“, so der Lebensraumberater.

Weitere Artikel und Nachrichten aus der Region Mühldorf finden Sie hier.

Davon profitieren neben den Insekten auch bodenbrütende Vögel, wie die Feldlärche, oder Hasen. Sie haben wegen der nur zweimal im Jahr gemähten Flächen nun genug Ruhe zur Aufzucht ihres Nachwuchses. Vögel hätten durch die vielen Insekten mehr Nahrung. Die Flächen könne man zwar mit Totholz noch weiter biologisch aufwerten, doch der ökologische Mehrwert dieser extensiv bewirtschafteten Flächen sei auch so schon sehr groß: „Die Obstbäume und die anderen Pflanzen haben jetzt alle schon abgeblüht, die Wiesen stehen immer noch“, sagt Prinz über die Wiesen, die auch ein wichtiger CO2-Speicher sind.

Von einer neuen politischen Vorgabe berichtete Falter den Blühpaten: Ab 2023 müssen die Landwirte vier Prozent ihrer Flächen brach liegen lassen. „Würde man auf dieser Fläche Mais anpflanzen, könnten damit 14.000 Haushalte über Biogas mit Strom versorgt werden“, so Falter. Besonders, dass die EU nicht einmal Blühflächen ermöglicht, sondern explizit Brachen vorschreibt, sorgt bei den Landwirten vielerorts für Unverständnis. Auf Nachfrage erklärt Falter, dass es inzwischen keine Blühstreifen mehr neben den Straßen gebe, weil „da mehr unerwünschtes und teils giftiges Unkraut gewachsen ist, als Blühpflanzen“.

Lebensraumberater Franz Prinz vom AELF in Töging erklärt im Video des Maschinenrings auf Youtube vor Ort, warum. e/MN

Mehr zum Thema

Kommentare