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Akademie in Töging geplant

Trotz Teilschließung der Landwirtschaftsschule: Neue Perspektive für Landwirte in Mühldorf

Um modern und umweltverträglich wirtschaften zu können, brauchen Landwirte eine solide Ausbildung. Die soll in der Region erhalten werden, auch wenn der klassische Unterricht in Töging demnächst wegfällt.
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Um modern und umweltverträglich wirtschaften zu können, brauchen Landwirte eine solide Ausbildung. Die soll in der Region erhalten werden, auch wenn der klassische Unterricht in Töging demnächst wegfällt.
  • Josef Bauer
    VonJosef Bauer
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Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber stellt in Töging die „Landwirtschaftsakademie“ vor. Sie soll nicht nur jungen Bauern neue Möglichkeiten bieten.

Mühldorf/Töging – Eine Landwirtschafts-Akademie soll ab 2023 die Arbeit an der Landwirtschaftsschule in Töging aufnehmen. Dort fällt Ende 2022 der klassische Ausbildungsgang für Landwirte weg. Erhalten bleiben die Bereiche Hauswirtschaft mit 40 Schülerinnen und das Bildungsprogramm Landwirt (BiLa). Das richtet sich vor allem an Nebenerwerbslandwirte, 24 Teilnehmer besuchen es jährlich.

Breites Angebot für lebenslanges Lernen

Innen-Staatssekretär Stephan Mayer (CSU)und die Bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU).

Das teilte Innen-Staatssekretär Stephan Mayer (CSU) am Wochenende mit. Das ist laut Mayer das Ergebnis von Verhandlungen mit der Bayerischen Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU), das die beiden Politiker in Töging Vertretern der Landwirtschaft und der Schule vorstellten.

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Sogenannte Profikurse für Landwirte, deren Berufsaus- länger zurückliegt, sollen ein überregionales, staatlich gefördertes Weiterbildungsangebot machen. Das Ziel sei es, ein möglichst breites Angebot für lebenslanges Lernen zu bieten. Diese „Profi-Lehrgänge“ helfen nach Angaben von Landwirtschaftsmininsterin Kaniber Betrieben bei der Bewältigung aktueller Herausforderungen und trügen dazu bei, deren Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Dabei gehe es um Themen wie Digitalisierung, Anpassung an den Klimawandel und Verbesserung des Risikomanagements sowie Tierwohl.

Forschung für die Praxis umsetzen

„Mit diesem neuen Ansatz kommen Erkenntnisse aus Forschung und Wissenschaft schneller in die Praxis“, sagte Kaniber. Lebenslanges Lernen sei für den Beruflichen Erfolg auch in der Landwirtschaft immer wichtiger. „Die Landwirtschaft muss sich enormen Veränderungen und wachsenden gesellschaftlichen Erwartungen stellen, da wird Weiterbildung unglaublich wichtig.“

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Genauere Angaben zum Konzept für die Fortbildungen kann das Ministerium noch nicht machen. „Sie werden beide neu entwickelt“, teilte dazu ein Sprecher auf Anfrage mit.

Auch für die Meisterkurse gibt es noch kein klares Konzept. „Die Meisterausbildung erfolgt nach Besuch der Landwirtschaftsschule im Rahmen von mehrtägigen Modulen“, sagt der Sprecher. Nach Abschluss eines laufenden Schulversuchs in Kaufbeuren und Weiden würden die Ergebnisse ausgewertet und in die Meistermodule einfließen, die ab 2024 für Oberbayern überregional am Standort Töging jeweils mehrtägig durchgeführt werden sollen.

Zwei neue Bereiche an der Schule

Die bei der Vorstellung der Pläne anwesenden Vertreter aus Landwirtschaft und Politik würdigten die beiden neue Bereiche der Schule. Sie sollen auch den Streit beilegen, der in den vergangenen Jahren zwischen Region und Landwirtschaftsministerium tobte.

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Kaniber hatte aufgrund stetig zurückgehender Schülerzahlen an der Landwirtschaftsschule das Ende des Bereichs Landwirtschaft angekündigt, Im vergangenen Jahr begann letztmals einneues erstes Semester. Jetzt haben Proteste und zahlreiche Gespräche dazu geführt, dass es ein neues Angebot an der Schule geben wird. Damit verbunden ist der Erhalt von fünf Lehrerstellen.

Konzept steht noch nicht fest

Bauernverbandsobmann Ulrich Niederschweiberer bedauert zwar noch immer das Ende des Landwirtschaftszweigs der Schule. „Das ist zwar kein Ersatz der klassischen Landwirtschaftsschule, die für unsere Betriebe immer noch wichtig ist.“ Zugleich nennt er die Akademie aber eine Aufwertung der Landwirtschaftsschule. Vor allem den Umbau der Meisterausbildung nennt er wichtig. Bislang läuft die Meisterausbildung laut Niederschweiberer parallel zur Ausbildung der Landwirte mit einem anschließenden dreivierteljährigen Meisterkurs.

Auch Josef Kobler. Chef des Töginger Landwirtschaftsamtes, war von der neuen Entscheidung überrascht. Er sieht durch diese Entscheidung eine Stärkung des Standortes Töging. Er steht auch den Profi-Seminaren positiv gegenüber steht. „Wir freuen uns auf unsere neuen Aufgaben.“

Mayer: Entscheidende Aufwertung

Innenstaatssekretär Mayer spricht von einer „Aufwertung zur Akademie“. Die Akademie Töging werde langfristig in Zusammenarbeit mit den landwirtschaftlichen Organisationen weiterentwickelt. „Für mich war immer wichtig, den erstklassig aufgestellten Agrar-Bildungsstandort vollständig zu erhalten.“ Desto erfreulicher ist es, dass nun sogar eine Aufwertung zur Akademie erreicht werden konnte und mit hochkarätigen Lehrgänge künftig ein großes Einzugsgebiet in Oberbayern und Niederbayern abgedeckt werden können.

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