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Nachruf

Trauer um Josef Steinbichler: Die Integrationsfigur für Lokalhistoriker

So kannte man ihn: Als profunden Kenner der Heimatgeschichte, der mit seinem hintersinnigen Humor sein Wissen auf unterhaltsame Weise näher brachte.
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So kannte man ihn: Als profunden Kenner der Heimatgeschichte, der mit seinem hintersinnigen Humor sein Wissen auf unterhaltsame Weise näher brachte.
  • vonPeter Becker
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Ein großer Geschichtsforscher und Heimatkundler lebt nicht mehr: Im Alter von 78 Jahren ist Josef Steinbichler unerwartet einem Herzinfarkt erlegen. Groß ist die Trauer über den plötzlichen Verlust nicht nur in seiner Familie.

Töging – Auch seine Heimatstadt Töging und Heimatforscher aus der ganzen Region werden Josef Steinbichler und seinen trockenen Humor vermissen. Steinbichler hatte jederzeit eine hintergründige Geschichte auf Lager. Am Freitag wurde seine Urne auf dem Töginger Friedhof wegen der Pandemie-Beschränkungen im kleinen Kreis beigesetzt.

Integrationsfigur für alle Lokalhistoriker

Neben seinem Beruf, in dem er für die Deutsche Bahn zunächst in seiner Heimatstadt Töging und dann in Mühldorf tätig gewesen ist, war er vor allem eine Integrationsfigur für die Lokalhistoriker der beiden Nachbarstädte. Im Geschichtsverein „Heimatbund Mühldorf“ fand Steinbichler einen geeigneten Ort, um seinen Tatendrang zu kanalisieren: In der traditionellen Bahnerstadt Mühldorf gab er über ein Vierteljahrhundert lang das Jahresbuch „Mühlrad“ heraus und redigierte andere ortsgeschichtliche Bücher mit.

Am 15. November 1989 war er an der Gründung des Töginger Heimatbundes maßgeblich beteiligt. Allerdings übernahm er dort erst 2004 als stellvertretender Vorsitzender eine führende Funktion innerhalb der Vorstandschaft. Von 2014 bis Anfang 2020 war er Vorsitzender und hatte in dieser Zeit den Verein entscheidend vorwärts gebracht.

Erfolgreicher Kampf für Heimatmuseum

So kämpfte er bis 2011 erfolgreich für die Errichtung des Heimatmuseums über der Töginger Stadtbücherei. Das Museum ist eine wertvolle Sammlung historischer Funde und Quellen, die für alt und jung interessant sind und deren Zugänglichkeit ihm stets ein Anliegen war. Auch seine historischen Beiträge im „Töginger Stadtblattl“ erschienen zuverlässig jeden Monat und wurden von Geschichtsinteressierten aufmerksam verfolgt. Die nächsten Beiträge hatte Josef Steinbichler schon vorgefertigt. Sie werden auch noch erscheinen, wie seitens des Heimatbundes zu vernehmen war.

Mit Bürgermedaille Verdienste gewürdigt

Wegen seiner Verdienste um seine Heimatstadt Töging hatte sich der Stadtrat im Januar mit überwältigender Mehrheit dafür ausgesprochen, Steinbichler die Bürgermedaille zu verleihen. Wegen der Corona-Pandemie konnte ihm diese Ehre nun aber nicht mehr zu Lebzeiten überreicht werden: 2020 konnte keine Bürgerversammlung stattfinden, die normalerweise den Rahmen für die Verleihung der Bürgermedaille bildet. Aus der Begründung, warum der Verstorbene die Bürgermedaille erhalten sollte, erfährt man auf mehr als zwei Seiten, dass er die Geschichte seiner Heimatstadt Töging wie kaum ein Anderer kannte. Davon überzeugen konnte man sich unter anderem im Heimatmuseum, bei seinen öffentlichen Vorträgen, bei Ausflügen des Heimatbundes oder Kirchenbesichtigungen in der Region, die Josef Steinbichler teils mit kirchlicher, teils mit volkstümlicher Musikuntermalung organisiert hatte.

Steinbichler war auch ein Entertainer

Vermissen wird man daher künftig die Hingabe und den hintersinnigen Humor, mit denen Josef Steinbichler so manchen hoch bezahlten Entertainer in den Schatten gestellt hätte, wobei er alleine mit Anekdoten aus Töging und Umgebung aus dem Stegreif ganze Abende zu füllen wusste.

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