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SECHS MIETPARTEIEN MÜSSEN RAUS

Töging will Wohnhaus leeren, um zu sanieren - Alternative für Mieter ist Mangelware

Zwar gab es bereits einzelne Verbesserungsmaßnahmen, doch nun soll das dringend sanierungsbedürftige Wohnhaus(rechts) geräumt werden, um umfassende Arbeiten zu ermöglichen.
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Zwar gab es bereits einzelne Verbesserungsmaßnahmen, doch nun soll das dringend sanierungsbedürftige Wohnhaus(rechts) geräumt werden, um umfassende Arbeiten zu ermöglichen.
  • Peter Becker
    VonPeter Becker
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Die Stadt will ein Wohnhaus in der Töginger Siedlung für eine umfassende Sanierung leeren. Für eine umfassende Sanierung muss das Gebäude nach Ansicht des Bürgermeisters leer sein. Dr. Tobias Windhorst (CSU) kann aktuell aber nur zwei bereits sanierte Wohnungen in der Mainzer Straße anbieten.

Töging – Die Stadt will ein Wohnhaus in der Töginger Siedlung für eine umfassende Sanierung leeren. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in der Robert-Koch-Straße fünf größere Wohnhäuser für jeweils zehn Parteien gebaut. Im Jahr 2012 hatte die Stadt unter dem damaligen Bürgermeister Horst Krebes (SPD) diese Gebäude von der gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft „Oberbayerische Heimstätte“ übernommen.

Eines dieser nach 1949 gebauten Gebäude ist noch immer nicht renoviert. Die anderen vier Gebäude wurden, nachdem die Mieter umgesiedelt worden waren, von zwei ortsansässigen Immobilienspezialisten in den vergangenen Jahren generalsaniert und sind optisch top in Schuss: farbenfroh gedämmte Fassaden, neue Fenster und Dächer und teilweise sogar Photovoltaik auf den Dächern.

Zwei Häuser sind noch im Urzustand

Die Hausnummern eins und drei befinden sich, bis auf einige erneuerte Fenster, noch im Urzustand. Aus einem Schreiben von Bürgermeister Tobias Windhorst (CSU) an die verbliebenen sechs Mietparteien geht hervor, was alles fehlt: kein zentrales Warmwasser, keine Zentralheizung, keinerlei Dämmung. Der Dachstuhl ist sanierungsbedürftig und die Schornsteine müssen dringend erneuert werden.

Die Anbindung ans Wasser- und Abwassernetz der Stadt ist unzureichend und die Elektrik war vielleicht in den 1950er Jahren modern. Die Treppenhäuser müssten gegen Trittschall gedämmt werden, nicht einmal das Regenwasser wird vor Ort versickert, wie es der geltende Bebauungsplan für Neubauten vorschreibt.

Für die Sanierung muss das Gebäude leer sein

Das Problem ist aber nicht nur, dass im Jahr 2021 hierzulande überhaupt noch Menschen unter solchen Bedingungen leben müssen. Für eine derart umfassende Sanierung müssen die Gebäude nach Ansicht des Bürgermeisters leer sein.

Windhorst kann aktuell aber nur zwei bereits sanierte Wohnungen in der Mainzer Straße anbieten, die der städtischen Kultur- und Existenzgründergesellschaft gehören. Zwei Mieter haben auch bereits Interesse angemeldet. Die Zeit drängt auch für die anderen, denn das städtische Bauamt weiß bereits, dass der Kaminkehrer in diesem Jahr keine neue Betriebsfreigabe mehr erteilen will.

Bürgermeister ist sicher, dass Lösung gefunden wird

Tobias Windhorst zeigte sich auf Nachfrage gelassen, dass auch die anderen Parteien eine passende Lösung finden werden. „Wohnungsgeld wird bei Bedarf ja auch an einem neuen Ort gezahlt“, so der Bürgermeister.

Jedenfalls bestehen „mehrere hunderttausend Euro“ Investitionsbedarf, die der städtische Haushalt wegen Corona nicht hergibt, wie aus dem Rathaus zu erfahren ist. Bürgermeister

Am liebsten wäre Windhorst eine Spezialfirma

Tobias Windhorst würde das Gebäude daher am liebsten an die „Firma Demmelhuber veräußern“, die wegen ihrer Spezialisierung auf Wohnungsrenovierungen die Grundsanierung „für einen Bruchteil der Kosten, die auf die Stadt zukämen“, abwickeln könne.

Die Firma hat in der Vergangenheit bereits zwei der insgesamt fünf Wohnhäuser in der Robert-Koch-Straße renoviert. Dort würden nach Aussage eines Anwohners nun hauptsächlich Mitarbeiter der Firma selbst wohnen. Die früheren Mieter hätten ihre angestammten Wohnungen nach der Sanierung jedoch nicht mehr bezogen.

Respektvollen Umgang eingefordert

Durch das Schreiben des Bürgermeisters brüskiert, hatte sich eine Angehörige einer langjährigen Mieterin an den Stadtrat Günter Zellner gewandt. In seiner Antwort verwies der SPD-Fraktionssprecher auf seine Bürgermeisterkandidatur im vergangenen Jahr, als er bereits die Renovierung des Gebäudes gefordert habe.

Die Stadt müsse mit den Mietern respektvoll umgehen und auch nach der Renovierung sollten die Mieten für die aktuellen Bewohner bezahlbar sein.

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