Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Protest gegen 150 neue Wohnungen

Proteste der Anwohner gegen neue Mietshäuser in Töging zeigen Wirkung - Stadtplaner beauftragt

Viele Anwohner kamen zur Diskussionsveranstaltung über das neuen Baugebiet in Töging. Sie halten die derzeitigen Vorstellungen für übertrieben. Becker
+
Viele Anwohner kamen zur Diskussionsveranstaltung über das neuen Baugebiet in Töging. Sie halten die derzeitigen Vorstellungen für übertrieben. Becker
  • Peter Becker
    VonPeter Becker
    schließen

Die Proteste der Anwohner gegen den Bau von 150 Wohnungen zeigt erste Wirkung: Die Stadt will die Pläne des Bauherrn von einem externen Fachmann beurteilen lassen.

Töging – Die Stadt Töging beauftragt einen Stadtplaner, sich das Bauvorhaben auf einem 11.000 Quadratmeter großen Acker zwischen Öderfeld-, Haberfeld-, Kirsch- und Wilhelm-Fulda-Straße anzuschauen. Das ist das Ergebnis einer Besprechung mit Bauherr und Anwohnern. Besitzer Johannes Schiller will dort zusammen mit dem Töginger Immobilienunternehmer Johann Bachmaier eine Mietshäuser für 150 Parteien bauen.

300 Unterschriften gegen den Entwurf

Eine Bürgerinitiative hat im vergangenen Monat knapp 300 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt und diese mit einer 25 Punkte umfassenden Protestnote an die Stadt Töging übersandt.

Jetzt diskutierten Bürgermeister Tobias Windhorst (CSU), Stadträte und die Urheber des Bauentwurfs darüber

Nach Stadtratssitzung aktiv geworden

„Ich habe mich da sofort nach der Stadtratssitzung mit Andreas Weinfurtner zusammengerufen und dann sind wir aktiv geworden!“, sagt Anwohner Franz Klingl. Für die Versammlung hatte Anlieger Christoph Wimmer ein Modell erstellt, das die Dimensionen deutlich machen soll.

Das erzürnte Planer Bachmaier nach der rund eineinhalbstündigen Diskussion, weil „die Bauhöhen doch überhaupt nicht so stimmen.“

Lesen Sie auch: Bauverbot für umstrittenes Grundstück an Töginger Straße in Mühldorf

Er hatte ein eigenes Modell im Gepäck, das den Planungsstand aus Sicht der Bauherren darstellt. Bürgermeister Tobias Windhorst betonte: „Bisher ist das doch nur ein Aufstellungsbeschluss! Eure Stellungnahmen kommen daher genau zum richtigen Zeitpunkt und werden jetzt im Genehmigungsverfahren berücksichtigt!“

Er versprach den Anliegern zudem, einen externen Dienstleister mit einem alternativen Bebauungsvorschlag zu beauftragen: „Ich werfe kein Geld zum Fenster hinaus, denn das ist es wert. Das soll sich ein Städteplaner ansehen.“, sagte das Stadtoberhaupt.

Auch Bürgermeister hält Bauhöhe für problematisch

Als Argument gegen die vorligenden Pläne führte Windhorst die geplante Bauhöhe von 12,50 Metern an, wodurch man in die Gärten und Häuser der Nachbarn blicken könne.

Unternehmer Bachmaier verwies dagegen darauf, dass es schon bestehende Bebauung gebe, die „noch höher“ sei.

Mehr zum Thema: Vierte Kindertagesstätte in Töging beschlossen - ohne Stimmen der SPD

Tatsächlich gibt es in der Öderfeldstraße 20 schon heute einen Wohnblock aus den 1960er Jahren, der auch auf zwölf Meter Bauhöhe kommt. „Das Gebäude ist aber insgesamt viel kleiner“, erklärte Eigentümer Hermann Schwarz den Unterschied zu den Plänen.

Windhorst: 150 Wohnungen sind sehr viel

Bürgermeister Windhorst räumte ein, dass 150 Wohnungen „tatsächlich sehr viel“ seien, wodurch es auch zu einem deutlich erhöhten Verkehrsaufkommen käme. „Wir wollen hier sicher keine Zustände, wie in Mühldorf-Nord!“, betonte der CSU-Bürgermeister.

Auch interessant: Pärchen aus Waldkraiburg und Töging baut gemeinsam Lego - und zwar sehr erfolgreich

Die Anwohner hatten in ihrer Protestnote errechnet, dass die geplante Tiefgarage unter dem Komplex, mit ihren 190 Stellplätzen sowie den 160 oberirdischen Stellplätze auch für die südlich gelegene Kindertagesstätte Löwenzahn eine unzumutbare Lärmbelastung und zusätzliche Gefahren bedeuten würden.

Anwohner fürchten viel Lärm durch Verkehr

„Da wird in einem Gutachten bezüglich der Tiefgaragenauffahrt von 55 Dezibel gesprochen“, kritisierte Hauptredner Andreas Weinfurtner. Dass diese direkt auf ein Bestandsgrundstück hinführt, dessen Eigentümer künftig mit mindestens 380 Fahrzeugbewegungen am Tag rechnen müssten, war ebenfalls einer der Gründe gegen den Planungsentwurf.

Am Feldrand stehen niedrige Einfamilienhäuser, vor ihnen sollen höhere Wohnblocks entstehen.

Bürgermeister Windhorst kritisierte, dass man bei der Prüfung der Unterlagen herausgefunden hatte, dass 45 Nicht-Töginger die Protestnote unterzeichnet hätten. Die Begründung hierfür lieferte Anwohnerin Ivonne Zintl. Nach ihren Angaben handelt es sich dabei um Kinder der Anwohner handele, die in der Vergangenheit gerne eines der 18 Grundstücke erworben hätten, die im geltenden Bebauungsplan vorgesehen waren. „Waren ihnen die gebotenen Summen zu gering?“, fragte sie in Richtung des Grundstücksbesitzers.

Besitzer verteidigt Vorgehen

Johannes Schiller scheute die Diskussion nicht und erklärte: „Wenn ich das Geld aus den Verkäufen nicht innerhalb von zwei Jahren reinvestiere, dann zahle ich 52 Prozent Steuern!“, begründete der Landwirt aus Töging seine Entscheidung, warum er die Planung mit der Firma Bachmaier Einzelverkäufen über Jahre hinweg vorziehe.

Die Immobilienfirma und auch der Eigentümer selbst wollen die geplanten jeweils 50 Ein-, Zwei- und Dreizimmerwohnungen zur Hälfte selbst vermieten. „Wir hatten nicht mit so einem Sturm der Entrüstung gegen diese Änderung des Bebauungsplans gerechnet!“, erklärte der SPD-Vorsitzende Marco Harrer.

Mehr zum Thema

Kommentare