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Landschaftsarchitektin im Gespräch

Verein für Gartenbau und Landespflege Mühldorf: Tipps vom Profi fürs Garteln

Lothar Köppl: Unterhalb des Krankenhauses befindet sich eine ideale Obstbaumwiese: Totholz als Lebensraum für die Tiere und im Hintergrund die vor Jahrzehnten gepflanzten Bäume des Vereins für Gartenbau und Landespflege.
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Lothar Köppl: Unterhalb des Krankenhauses befindet sich eine ideale Obstbaumwiese: Totholz als Lebensraum für die Tiere und im Hintergrund die vor Jahrzehnten gepflanzten Bäume des Vereins für Gartenbau und Landespflege.
  • Peter Becker
    VonPeter Becker
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Landschaftsarchitekt Lothar Köppl ist Vorsitzender des Vereins für Gartenbau und Landespflege und gibt Tipps für die Arbeit im Garten, die im Frühjahr ansteht. Für steht aber auch fest, dass nicht jeder Baum beschnitten werden muss.

Mühldorf– Lothar Köppl ist nicht nur der Vorsitzende des Mühldorfer Vereins für Gartenbau und Landespflege. Der Landschaftsarchitekt lebt generell für schöne Gartenanlagen und weiß, dass es um diese Jahreszeit kaum mehr einen Gartenbesitzer drinnen hält.

Gemüsebeete anlegen, die Baumpflege oder das Aussäen von Sommerblumen; die Betätigungsfelder sind vielfältig. Dennoch empfiehlt der Experte, jetzt nicht in sinnlosen Tatendrang zu verfallen: „Nicht jeder Baum muss geschnitten werden!“, betont der Fachmann, „dann lieber ein Hochbeet bauen“, so Lothar Köppl. Lediglich Obstbäume müssen geschnitten werden, aber nur, wenn sie im Herbst auch geerntet werden sollen.

Walnussbäume muss man nicht schneiden

„Walnussbäume muss man gar nicht schneiden und Kirschen erst nach der Frucht“, erklärt Lothar Köppl. Zu oft würden Baumbesitzer aber im Frühjahr in wilden Aktionismus verfallen, der oft zu unerwünschten Ergebnissen führt.

Zu starker und unsachgemäßer Rückschnitt beispielsweise mündet in vielen Wassertrieben, die dann senkrecht aus Ästen sprießen und im schlechtesten Fall sogar zur neuen Baumspitze werden. „Schießt ein Wassertrieb an der falschen Stelle auf, kann der ganze Baum instabil werden“, weiß der Fachmann. Denn ein Baum besteht nicht nur aus dem Stamm, den Ästen und der Krone, sondern er hat immer im gleichen Maße Wurzelwerk zu deren Versorgung ausgebildet. Wird der Baum nun zu stark beschnitten, werden die Nährstoffe andernorts verbaut.

Am Meisten gibt der Baum seiner Natur gemäß an den höchsten Trieb des Baumes ab. Befindet sich dieser aufgrund eines beherzten Beschnitts nun beispielsweise auf einem Seitenast, wird der Baum sein Gleichgewicht verlieren.

Bei Bäumen sollte man sich informieren

Probleme können den Gartenbesitzern aber nicht nur die Bäume selbst machen, denn „auch unter den Fachbetrieben gibt es schwarze Schafe“, erklärt Lothar Köppl. So würden sich manche den natürlichen Drang eines Baumes, seine Krone der Wurzelmasse anzugleichen zunutze machen, nur damit sie dann jedes Jahr erneut von den Eigentümern beauftragt werden.

„Die wollen nur Holz raus schneiden“, meint der Landschaftsarchitekt, anstatt beispielsweise den Bäumen zu einem besseren und zielgerichteteren Wuchs zu verhelfen. Nadelbäume würden sich wiederum „gar nicht zum Formen eignen“.

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Zu oft werden diese hoffnungslos verschnitten, wofür der Fachmann alleine im Stadtgebiet Mühldorfs zahllose Beispiele kennt. Allerdings gibt es auch eine Reihe empfehlenswerter Fachbetriebe in der Region, bei denen man sich beispielsweise umfassend beim Setzlingskauf informieren kann und die auch für die Gartenpflege zu Rate gezogen werden können.

Gerade bei Bäumen solle man sich daher vorab mit dem Thema in Form eines Fachbuches informieren, das sowohl über die Wahl der richtigen Baumart, als auch über deren Pflege aufklärt.

Gartenbauverein pflanzte Obstbäume

Wie es richtig gut werden kann, zeigt Lothar Köppl, nicht ohne einen gewissen Stolz, am Krankenhaus-Fußweg. Schließlich hat er zusammen mit dem Gartenbauverein dort eine ganze Reihe von Obstbäumen selbst gepflanzt und gepflegt. Auch die „Einheitslinde“ wächst, blüht und gedeiht dort seit inzwischen mehr als 30 Jahren.

Dass der am Fuße der Linde liegende Stein seit der deutschen Wiedervereinigung bisher noch keine Widmung oder Plakette erhalten hat, sei vernachlässigbar. Denn umso mehr freut sich der Landschaftsarchitekt darüber, dass in dem Areal auch Totholz steht, das gezielt stehen gelassen wird: „Das ist sehr wichtig für die Artenvielfalt“, erklärt Lothar Köppl. In so einem abgestorbenen Obstbaum nisten nicht nur Vögel, sondern auch Nager finden dort ein zuhause, genau, wie die unzähligen Insekten und Käfer, die das Totholz über die Jahre zerlegen werden.

„Wir haben hier jetzt drei Generationen Obstbäume auf der Wiese – so sollte es sein!“, freut sich der Vorsitzende des Vereins für Gartenbau und Landespflege. Solange man nicht befürchten muss, dass ein alter Baum beim Umfallen einen Schaden anrichtet, rät Lothar Köppl dazu, ihn auch im heimischen Garten stehen lassen.

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