Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


70 Jahre Idealismus und Kameradschaft

THW Mettenheim feiert runden Geburtstag und blickt sorgenvoll in die Zukunft

Ehrung Helferzeichen in Gold im Kranz: (von links) Tilman Gold, Stephan Mayer, Markus Hübner, Andreas Gölkel, Sebastian Pelz, Naita Pelz, Florian Schwarzenböck, Aaron Bussey, Florian Seemann, Sandra Bubendorfer-Licht . Auf dem Bild fehlt Marion Fohrmann.
+
Ehrung Helferzeichen in Gold im Kranz: (von links) Tilman Gold, Stephan Mayer, Markus Hübner, Andreas Gölkel, Sebastian Pelz, Naita Pelz, Florian Schwarzenböck, Aaron Bussey, Florian Seemann, Sandra Bubendorfer-Licht . Auf dem Bild fehlt Marion Fohrmann.
  • Hans Rath
    VonHans Rath
    schließen

Großer Bahnhof im Kulturhof Mettenheim, wo der Ortsverband des Technischen Hilfswerks auf 70 Jahre ereignisreiche Geschichte zurückschaute. Die Zukunft bereitet jedoch Sorgen.

Mettenheim – Im Kulturhof Mettenheim feierte der Ortsverband des THW Mühldorf sein 70-jähriges Bestehen. Nach seiner Begrüßung charakterisierte Ortsbeauftragter Florian Seemann das Technische Hilfswerk als „eine Organisation, die 365 Tage im Jahr an 24 Stunden da ist, um Gefahren abzuwehren – ehrenamtlich, spontan und nicht immer zur Begeisterung von Familie oder Arbeitskollegen.

30 Prozent weniger Haushaltsmittel

In den 70 Jahren nach der Gründung im Jahr 1952 hat sich vieles verändert, aber eines ist immer gleich geblieben – Idealismus, Freude und Kameradschaft. Wir haben eine hervorragende Zusammenarbeit mit den anderen Organisationen – Polizei, Feuerwehr, Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst, Wasserwacht, DLRG, Katastrophenschutz des Landratsamtes. Und das ist heute wichtiger denn je, man denke nur an den Ukrainekrieg und das Atomkraftwerk Saporischschja.“

„Was mir Sorgen macht, sind die massiven Kürzungen im Haushalt 2023, wo das THW mit 30 Prozent weniger Mitteln auskommen soll. Hier bitte ich die Politik um Hilfe“, so Seemann weiter.

Lesen Sie auch: Für den Notfall bereit? So will sich der Landkreis Mühldorf beim Katastrophenschutz neu aufstellen

Diakon Alfred Stadler hob in seinem Totengedenken besonders den tragischen Tod von Rainer Burdak hervor, der im August 1996 im Einsatz durch eine umstürzende Mauer zu Tode kam. Zwei Monate darauf starb auch noch das verdiente THW-Mitglied Alois Wilhelm.

Große Einsätze im Lauf der Geschichte

Herbert Brenzinger gab einen Rückblick auf die 70-jährige Geschichte des Ortsverbands, den der damalige Kreisbaumeister Franz Egerndorfer am 15. Oktober 1952 gegründet hatte, sieben Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Er war der erste Ortsbeauftragte. Erste größere Einsätze gab es im Jahr 1956 durch den Volksaufstand in Ungarn und im August 1964, als ein Unwetter zwei Bierzelte auf dem Mühldorfer Volksfest umgerissen hatte. In der damaligen Flussmeisterstelle oberhalb der Innbrücke hatte man das erste Quartier bezogen, später befand sich das THW in der Elbestraße und 1978 bezog der Ortsverband schließlich das heutige Quartier in der Färberstraße.

1975 wurde die erste Jugendgruppe gegründet, man führte ein Landesjugendzeltlager und später sogar ein Bundesjugendzeltlager durch – beides mit einem großen Aufwand verbunden.

Auch interessant: Droht Krise wie 2015? Mühldorfs Landrat prangert Fehler in Flüchtlings-Politik an

Flut, Schneemassen, Kriegsflüchtlinge – Krisen gehen nicht aus

Die Ortsbeauftragten hießen Siegfried Inninger, Alois Wilhelm, Günter Bartesch und Rainer Burdak, Andi Wageneder und Matthias Müller, bevor im Jahre 2018 Florian Seemann dieses Amt antrat. Weitere Einsätze betrafen das Elbe-Hochwasser, den Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall, zweimal den G7-Gipfel in Ellmau, die Schneemassen im Berchtesgadener Land und die Flutkatastrophe im Ahrtal. Zuletzt war wieder die schnelle Hilfe des THW gefordert, als im Frühjahr 2022 viele Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine im Landkreis eintrafen und im ersten Stock des Kulturhofes Mettenheim untergebracht werden mussten.

Auch interessant: Über 200 Einsätze: Starkes Unwetter sorgt im Kreis Mühldorf für Bilder der Verwüstung

Bundestagsabgeordnete Sandra Bubendorfer-Licht betonte: „Der aktuelle Haushalt liegt über dem Haushalt des Vorjahres, es haben aber auch die Herausforderungen zugenommen. Das Ehrenamt, das Sie beim THW ausüben, wird immer wichtiger. Ich stehe an Ihrer Seite und zusammen werden wir noch einiges schaffen: Ich danke Ihnen für ihren Einsatz in der Vergangenheit, im Jetzt und in der Zukunft. Kommen Sie immer gesund nach Hause, alles Gute für die nächsten 70 Jahre im THW-Ortsverband Mühldorf“.

Stephan Mayer stellte fest: „Der Ruf des THW-Ortsverbandes Mühldorf ist über die bayerischen Grenzen hinaus exzellent. Er ist gut aufgestellt und hoch qualifiziert.“ Mit dem Goethe-Zitat „Der Rettende fasst an und klügelt nicht“ charakterisierte Mayer den Ortsverband treffend: Anpacken ist gefragt, nicht schlaues Daherreden“. Der Bundestagsabgeordnete weiter: „Wer Menschen hilft, braucht eine zeitgemäße Ausrüstung. Die von der Ampel-Koalition geplanten Haushaltskürzungen von 30 Prozent beim THW müssen wir verbessern“.

Weitere Nachrichten aus dem Landkreis Mühldorf

Bester Ruf über Grenzen hinaus

Landrat Max Heimerl äußerte sich wie folgt: „Drei Jahre waren wir im Krisenmodus. Ich wüsste nicht, wie wir das ohne das THW und die anderen Hilfsorganisationen geschafft hätten. Wenn Motivation, technische Ausrüstung und Zusammenhalt stimmen, dann können wir hochprofessionell zusammenarbeiten. Die nächsten Krisen werden kommen: Corona ist noch nicht vorbei, ein Bus mit Asylbewerbern wurde uns angekündigt und die Flüchtlingszahl aus der Ukraine wird angesichts der Massenbombardierungen von Putin wieder steigen. Dazu kommen die exorbitant hohen Energiepreise und die steigende Inflation. Aber – wenn wir zusammenhalten und zusammenarbeiten, werden wir auch diese Krise meistern.

Nach einem kurzen Grußwort von Tilman Gold, Vertreter des THW-Landesverbandes, wurden verdiente Helfer geehrt.

Mit der Bayernhymne und der deutschen Nationalhymne, intoniert von den Mettenheimer Bläsern, endete der offizielle Teil. Es schloss sich ein gemeinsames Abendessen an, auch hier spielten die Mettenheimer Bläser auf.

(pet)

Mehr zum Thema

Kommentare