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„Wir befinden uns in Gottes Hand“

Stromkosten beeinflussen den Wasserpreis: Das kommt auf die Kraiburger zu

Wasserhahn auf: Weil Strom teurer geworden ist, steigt auch der Preis für Trinkwasser in Kraiburg.
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Wasserhahn auf: Weil Strom teurer geworden ist, beeinflusst das auch den Preis für Trinkwasser in Kraiburg.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Die explodierenden Strompreise treiben nicht erst seit Beginn des Ukraine-Kriegs die Nebenkosten in die Höhe. Das hat nun auch Auswirkungen auf die Wasserpreise. Das kommt auf die Kraiburger zu.

Kraiburg – Wenn nicht in vier Jahren die große Rechnung kommen soll, bleibt der Marktgemeinde Kraiburg jetzt gar nichts anderes übrig, als den Wasserpreis ab Dezember zu erhöhen. Bürgermeisterin Petra Jackl (CSU) führte hierfür in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats die gestiegenen Energiepreise an. Was das betrifft, befindet sich die Gemeinde wie im Blindflug. Der bisherige Stromversorger hat der Gemeinde den Vertrag zum Jahresende gekündigt, bei einer Bündelausschreibung gab es kein Angebot.

Kein Vertrag für die Gemeinde

„Wir rutschen in die Ersatzversorgung und befinden uns in Gottes Hand“, erklärte Petra Jackl das Dilemma. Auch der Grundversorger habe der Gemeinde keinen Vertrag angeboten, die Strompreise liegen aktuell mit 84 Cent deutlich über Vertragspreisen. „Die Preise für die Ersatzversorgung können allerdings ständig angepasst werden“, sagte Jackl. Eine Situation, die die Gemeinde am liebsten heute als morgen ändern würde. „Wir wollen das nicht darauf beruhen lassen, wir versuchen weiterhin, dass wir wenigstens für ein Jahr einen Vertrag bekommen. Aber wir hängen in der Luft“, sagte Jackl. Mit einer Verdreifachung des Strompreises habe man kalkuliert, wodurch sich die Ausgaben im Verwaltungshaushalt von rund 171.000 Euro auf 260.000 Euro erhöhen. Der Bayerische Gemeindetag hätte informiert, dass es wegen der gestiegenen Energiepreise zu einer Gebührenerhöhung von einem Euro pro Kubikmeter Wasser kommen könne.

Als „übertrieben“ empfindet Petra Jackl eine solche Verdopplung der Gebühren. In Kraiburg soll stattdessen der Wasserpreis von 0,95 Euro auf 1,38 Euro erhöht werden. Ohne die gestiegenen Energiepreise wäre eine Erhöhung sogar nur auf 0,99 Euro nötig. Also 39 Cent statt 99 Cent mehr für die Energiekosten. Die Grundgebühren – abhängig von der Zählergröße 54 beziehungsweise 66 Euro – bleiben unverändert.

„Bei 99 Cent zu bleiben, das wäre blauäugig. Dann würde es ein Defizit geben, und bei der nächsten Kalkulation müssten die Preise nachträglich angehoben werden“, erklärte die Bürgermeisterin. Also lieber später ein Plus haben als auf die Schnauze fallen, vertrat Franz Kifinger (UWG) die Meinung.

Für Familien rund 80 Euro mehr im Jahr

Sollte sich im Nachhinein allerdings herausstellen, dass Kraiburg zu stark die Preise erhöht hat, „landet es nicht im Säckl der Gemeinde“. Das würde als Sonderrücklage bei der nächsten Kalkulation berücksichtigt.

Die Gemeinde hat schon mal ausgerechnet, mit welchen Mehrbelastungen ein Vier-Personen-Haushalt zu rechnen hat: Bei einem Verbrauch von rund 186 Kubikmeter Wasser wären das Mehrkosten von 80 Euro im Jahr, rechnete Jackl vor.

Noch nicht neu kalkuliert ist bislang der Abwasserpreis. Das passiert erst im nächsten Jahr. Aber auch hier rechnet Petra Jackl auf Nachfrage von Gerhard Preintner (UWG) mit steigenden Preisen. Um die Energiekosten künftig besser im Griff zu haben, will die Gemeinde laut Jackl investieren. Zum Beispiel in eine Photovoltaikanlage am Hochbehälter. „Das wirkt sich dann positiv auf die Kosten aus.“

Ohne Gegenstimmen segnete der Gemeinderat die Gebührenerhöhung für Wasser ab. Ab Dezember steigt damit der Wasserpreis auf 1,38 Euro pro Kubikmeter.

Investitionen geplant

Die Kalkulation der Wasserpreise für die Gemeinder Kraiburg steht an. Die Nachkalkulation für die Jahre 2018 bis 2022 für die Wasserversorgungsanlage hat eine Überdeckung von 128 670 Euro ergeben. Die Überdeckung muss den Gebührenpflichtigen wieder ausgeglichen werden. In den kommenden Jahren sind Investitionen in die Wasserversorgung von insgesamt 470 000 Euro. Im Jahr 2021 waren rund 35 000 Euro beim Stromverbrauch für Betriebszwecke enthalten, für 2022 wurde der Betrag noch beibehalten. Die Gebührenberechnung hat unter Berücksichtigung gestiegener Energiepreise einen Gebührenbedarf von 1,38 Euro pro Kubikmeter ergeben. Ab Dezember tritt die neue Gebührensatzung in Kraft.

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