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Eine Zumutung für berufstätige Eltern?

Streit um Kita-Platz: Mutter aus Niederbergkirchen wirft Behörden fehlende Flexibilität vor

Lena Schrödl-Häußel vor Kindergarten und Krippe Niedertaufkirchen. Ab Herbst muss sie ihre beiden Kinder in zwei verschiedenen Einrichtungen unterbringen. Die berufstätige Mutter empfindet das als Zumutung.
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Lena Schrödl-Häußel vor Kindergarten und Krippe Niedertaufkirchen. Ab Herbst muss sie ihre beiden Kinder in zwei verschiedenen Einrichtungen unterbringen. Die berufstätige Mutter empfindet das als Zumutung.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Ein und drei Jahre alt sind die Kinder von Lena Schrödl-Häußel. Beide besuchen die Kinderkrippe in Niedertaufkirchen, während die Mutter arbeiten geht. Bislang alles kein Problem. Jetzt aber steht die Mutter vor einem Dilemma.

Niedertaufkirchen – Weil ihr Bub für die Krippe zu alt ist, muss er in den neuen Kindergarten nach Niederbergkirchen wechseln, die Kinder werden getrennt. Erst im November, wenn die Tochter zwei Jahre alt wird, kann sie nach Niederbergkirchen nachkommen.

Die berufstätige Mutter muss also ab September zwei Kindergärten ansteuern, einer davon ist sechs Kilometer entfernt. Die Niederbergkirchenerin empfindet dies als Zumutung, weil es ihrer Meinung nach andere Lösungen gäbe.

„Das Problem ist nicht die Fahrerei, das haben wir ja jetzt schon. Wenn man aber zwei Einrichtungen anfahren soll, kann man in dem Alter die Kinder nicht mal schnell im Auto lassen. Man muss sie jedes Mal mit in die jeweilige Einrichtung des anderen mitnehmen, und das zweimal am Tag“, sagt Schrödl-Häusel.

Dazu komme zum nun beginnenden neuen Kindergartenjahr: Die Sommerferien in der Krippe und im Kindergarten überschneiden sich nicht, sondern sind nacheinander terminiert. „In unserem Fall sind das fünfeinhalb Wochen.“ Wie sollen die berufstätigen Eltern das abdecken?

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Den Behörden wirft sie fehlende Flexibilität vor. „Alles Bitten und Flehen, dass die Kinder zusammenbleiben können, blieb bislang unerfüllt. Ich finde es sehr traurig, dass es auf dem Land heutzutage ein Kampf ist, eine dem Kindeswohl entsprechende Lösung für einen Kindergartenplatz zu bekommen“, kritisiert die Niederbergkirchenerin. Sie ist auch im katholischen Kindergarten vorstellig geworden, doch auch dort kommt sie keinen Schritt weiter, scheitert an den rechtlichen Rahmenbedingungen.

Man muss sich an die rechtlichen Vorgaben halten

Kita-Verwaltungsleiter Michael Kulhanek will aus Datenschutzgründen nichts zum konkreten Fall sagen. Ganz allgemein erklärt er aber, dass man sich an rechtliche Vorgaben zu halten habe. „Wir haben in Niederbergkirchen einen Regelkindergarten mit Altersöffnung. „Kinder unter zwei Jahren dürfen nicht in den Regelkindergarten.“ Das sei Fakt, geltendes Recht. „Da kann man auch keine Ausnahme machen, wenn das Kind bereits zwei Monate später zwei Jahre alt wird“, bedauert er.

Nicht jeder Wunsch kann berücksichtigt werden

Georg Wagenbauer, Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Rohrbach, der auch Niederbergkirchen und Niedertaufkirchen angehören, bittet um Verständnis, wenn nicht jedem Einzelwunsch entsprochen werden könne. Es sei auf dem Land durchaus üblich, dass Eltern zwei Kinderbetreuungseinrichtungen anzufahren hätten.

Und Niedertaufkirchens Bürgermeister Sebastian Winkler verweist darauf, dass es schlichtweg keine freien Kita-Plätze in Niedertaufkirchen gebe. „Wir brauchen die Kindergartenplätze für die Niedertaufkirchener Kinder und haben für das Niederbergkirchener Kind derzeit keinen Platz. Die Entscheidung ist getroffen.“

Auch andere Geschwisterkinder sind betroffen

Laut Winkler gibt es in der Kita Niedertaufkirchen auch andere Kinder, deren Geschwisterkinder in Neumarkt in den Kindergarten gehen würden, „eben weil bei uns kein Platz ist“. Das schlage sich auch auf die Benutzungsgebühren nieder, für die die Gemeinde aufkommen muss. Alleine in diesem Jahr muss die Gemeinde im Rahmen der Betriebskostenförderung 84.700 Euro an auswärtige Kindergärten zahlen. Deswegen verfolge man die Vergrößerung des jetzigen Kindergartens bis 2024.

Gemeinde will Kita ausbauen

Das ist Zukunftsmusik, hilft Schrödl-Häußel aber nicht. „Ehrlich gesagt, bin ich nach einem Jahr Gesprächen, bitten und betteln, bangen und hoffen, hin- und hergeschubst werden müde und traurig.“ Sie ist davon überzeugt, dass es für das Problem der gleichzeitigen Unterbringung in ein und denselben Kindergarten einfache Lösungen gebe, „was aber leider an dem Unwillen der einen oder anderen Person scheitert“.

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