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SCHÄFFLERTANZ IN MÜHLDORF

Streit um Geld und Anerkennung: Mühldorfer Schäffler treffen sich und ringen um die Zukunft

Im gleichen Schritt? Die Zukunft des Schäfflertanzes in Mühldorf ist weiter offen.
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Im gleichen Schritt? Die Zukunft des Schäfflertanzes in Mühldorf ist weiter offen.
  • Frank Bartschies
    VonFrank Bartschies
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Die Trennungsankündigung war wie ein Paukenschlag, jetzt folgte ein erstes Gespräch miteinander: Der neue Schäfflerverein und die Schäfflerabteilung des TSV Mühldorf setzten sich zusammen. Dabei wurde Verbindendes deutlichm aber auch tiefe Gräben.

Mühldorf – Es war ein von Emotionen geprägtes Treffen des neuen Schäfflervereins mit dem TSV Mühldorf. Zu der Aussprache waren etwa 20 Personen gekommen. Der Initiator des neuen Vereins, Thomas Linhart, war nicht anwesend, ihn vertraten Josef Bichlmaier, bisher Kassier der TSV-Abteilung, und Uli Gössl.

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Sie betonten vor allem finanzielle Gründe für die Abspaltung. Bichlmaier kritisierte, dass aus den letzten beiden Tanzsaisonen – 2012 und 2019 – über 20 000 Euro Einnahmen aus der Abteilung an den TSV geflossen seien, die Schäffler einen Zuschuss zu einer Griechenland-Reise aber nicht erhalten hätten. „Wenn man das ganze Geld nimmt, ist das nicht das Beste.“

Der leidige Streit ums Geld

TSV-Vorsitzender Stefan Schörghuber sagte, dass der Verein nicht alle Kosten tragen könne. „Wenn ich zu einem Tennisturnier fahre, muss ich das auch selbst bezahlen.“ Laut Schörghuber ist der Abteilung immer Geld verblieben, um Kleidung zu beschaffen oder ein Fest zu besuchen. Schörghubers Vorwurf: „Es geht nicht um Schäffler, es geht nicht um Tradition, es geht nur ums Geld – das find‘ ich jämmerlich!“

Uli Gössl konterte, dem neuen Verein gehe es um den Schäfflertanz und dessen Weiterentwicklung. Catrin Rost von der Geschäftsleitung des TSV stellte klar, dass alle Abteilungsgelder Vermögen des Hauptvereins seien.

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Neben den Geldfragen spielte auch enttäuschte Kameradschaft unter den Schäfflern und die Vorgehensweise bei der Gründung des neuen Vereins eine Rolle. „Der Weg war nicht richtig“, kritisierte Hermann Veigl, dass zuerst einen Verein gegründet und dann der Vorstand der TSV-Abteilung informiert worden sei. Man habe mit dem TSV-Vorstand sprechen wollen, dies sei abgelehnt worden, sagte Bichlmaier. Darauf Rösler: Dieses Gesprächsangebot sei erst nach der Vereinsgründung gekommen. Der frühere Schäfflermeister Sepp Loibl sagte, die Gründung eines neuen Vereins sei seit 2012 im Gespräch und immer das Bestreben Linharts gewesen. Das sei ein Grund für seinen Rücktritt vom Amt des Schäfflermeisters gewesen.

TSV will weiter tanzen

Schörghuber verdeutlichte, dass der TSV die Schäfflerabteilung nicht aufgeben werde. „Sie richtet den nächsten Schäfflertanz aus – zu 100 Prozent.“ Der neue Verein werde nichts vom Equipment der Abteilung erhalten. Zweiter TSV-Vorsitzender Rainer Press bemühte sich um eine gütliche Einigung: „Gibt es unüberbrückbare Hindernisse für eine Einheit? Was kann der TSV tun?“ Dazu sagten die Vertreter des neuen Vereins nichts. Zu dem Coronatanz, der heuer für Herbst geplant ist, kam von Preiss die Anregung, ihn gemeinsam auszurichten, was auch Bichlmaier und Gössl befürworteten. Veigl schlug vor: „Machen wir den Coronatanz und reden wir dann weiter.“ Die nächste reguläre Tanzsaison findet 2026 statt.

Versöhnliches zum Ende

Damit traten versöhnlichere Töne in den Vordergrund. Es wurde deutlich, dass man sich in Freundschaft begegnen wolle. Martin Röser zollte Bichlmaier und Gössl Anerkennung, dass sie sich als Vertreter des neuen Vereins der Aussprache gestellt hätten. Man einigte sich darauf, dass es zur aktuellen Situation ein Gespräch zwischen der engeren TSV-Vorstandschaft und der Vorstandschaft des neuen Vereins geben soll.Frank Bartschies

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