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Ausbau der katholischen Kinderwelt

Streit um finanzielle Beteiligung der Stadt Mühldorf bei Ausbau von Kindergarten als Inklusionseinrichtung

Bobbycar-Rennen auf dem Flur: Die Kinderwelt St. Laurentius ist der Inklusionskindergarten in Mühldorf. Er soll weiter ausgebaut werden, dafür gibt es Geld vom Erzbistum und der Stadt. Und eine Diskussion über die Höhe.
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Bobbycar-Rennen auf dem Flur: Die Kinderwelt St. Laurentius ist der Inklusionskindergarten in Mühldorf. Er soll weiter ausgebaut werden, dafür gibt es Geld vom Erzbistum und der Stadt. Und eine Diskussion über die Höhe.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Die Stadt Mühldorf beteiligt sich finanziell auch an Umbauten in kirchlichen Kindergärten. Jetzt gibt es Diskussionen darüber, ob der städtische Anteil hoch genug ist.

Mühldorf – Mit 520.000 Euro unterstützt die Stadt Mühldorf den weiteren Ausbau der katholischen Kinderwelt St. Laurentius als Inklusionseinrichtung. Auf etwa 1,3 Millionen Euro schätzt die Stadtkirche die Kosten für die Erweiterung, an der die Stadt sich beteiligen will. Das hat der Stadtrat einstimmig beschlossen. Nach ursprünglich anderen Signalen gibt sich die Kirche jetzt mit dieser Beteiligung zufrieden.

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Mit der Erweiterung will die katholische Kirche die Spezialisierung des Kindergartens in Altmühldorf für das Zusammensein von Kindern mit und ohne Behinderung fortsetzen. Nach Angaben der Stadtkirche soll durch die jetzigen Umbauten aber nicht die Zahl der Plätze in der Kinderwelt erhöht werden. „Es geht darum, das Haus so zu ertüchtigen, dass wir auch räumlich in der Lage sind, qualitativ hochwertige, inklusive pädagogische Arbeit zu leisten“, schreibt die Pfarrei.

Zusätzliche Räume für bessere Inklusion

Es geht um die Einrichtung von Therapieräumen auch für externe Hilfen wie die Frühförderstelle oder den mobilen Fachdienst, die von außerhalb zur Unterstützung in den Kindergarten kommen. Dazu sollen Räume für Elterngespräche oder den Fachaustausch entstehen.

Seit Jahren Zusammenarbeit zwischen Pfarrei und Stadt

Seit Jahren arbeiten die Stadt Mühldorf und die Stadtkirche bei der Schaffung von Inklusionsplätzen zusammen, nach Angaben des Geschäftsführers der katholischen Kindergärten, Ulrich Wunder, nimmt die Kinderwelt auch immer wieder Kinder mit erhöhtem Förderbedarf aus städtischen Kindergärten auf.

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Deshalb verstehen er und die Behindertenbeauftragte Claudia Hausberger (CSU) die Beschränkung der Beteiligung auf 30 Prozent der förderfähigen Kosten nicht. Hausberger verlangte während der Stadtratssitzung eine höhere Beteiligung der Stadt. Das Ordinariat habe angekündigt, dass ihm eine Zusage über 30 Prozent unter Umständen nicht ausreichen würde. Sie verlangte mehr Geld. Denn: „Wir haben beschlossen, dass das unser Förderkindergarten sein soll“, sagte Hausberger,

Stadträte für höhere Beteiligung

Unterstützung erhielt sie von Claudia Hungerhuber (SPD) und Dr. Georg Gafus (Grüne).

Kindergarten-Geschäftsführer Wunder bestätigte auf Anfrage, dass das Erzbistum ein größeres Engagement der Stadt erwartet. „Entweder die Stadt macht mehr oder wir lassen es ganz.“

Wunder erinnerte daran, „dass wir Inklusion für die ganze Stadt machen“. Es käme die Stadt wesentlich teurer, wenn sie diese Aufgaben ohne Unterstützung und Geld der Kirche machen würde. „Ich hoffe, dass es weiter geht“, sagte Wunder.

30 Prozent entspricht den Gepflogenheiten

Vor dem Stadtrat verteidigte Kämmerer Thomas Greß das Vorgehen. Es entspreche den Gepflogenheiten, bei solchen Vorhaben 30 Prozent der förderfähigen Kosten zu übernehmen. „Und wir unterstützen ja nicht nur die Investitionen, sondern häufig auch den laufenden Betrieb“, sagte er.

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Bürgermeister Michael Hetzl (UM) forderte ein stärkeres Engagement der Kirche. Das Erzbistum hat nach seinen Angaben im vergangenen Jahr einen Gewinn von 880 Millionen Euro gemacht und müsse zu seiner Verantwortung stehen, ohne mehr von der Stadt zu verlangen. „Die halbe Millionen Euro Zuschuss tut uns richtig weh“, sagte Hetzl.

Auf Anfrage der Heimatzeitung ist beim Erzbistum allerdings nicht mehr die Rede davon, die Erweiterung einzustellen, sollte die Stadt nicht mehr zahlen. „Kinderbetreuungsplätze bereitzustellen ist eine kommunale Pflichtaufgabe“, weist Sprecherin Ursula Hinterberger auf die grundsätzliche Regelung hin. „Aufgrund der hohen Bedeutung der Kinderwelt und damit der einzigen Inklusionseinrichtung in Mühldorf akzeptieren die Erzdiözese, die Kirchenstiftung und der Kita-Verbund die Beteiligung der Stadt in Höhe von 520.000 Euro.“

Erzbistum gibt sich mit städtischem Anteil zufrieden

Dieser „Mindestbetrag“ entspreche zwei Drittel der förderfähigen Kosten, anstelle von zwei Dritteln der tatsächlichen Kosten, wie es sonst üblich sei. „Dieses Vorgehen bleibt der besonderen Situation bezogen auf die Kinderwelt St. Laurentius in Mühldorf geschuldet und kann nicht übertragen werden auf andere Konstellationen“, betont Hinterberger.

Der Ertrag ist kein Gewinn

Der Ertrag ist das, was einem Unternehmen, in diesem Fall dem Erzbistum, nach Abzug aller Verbindlichkeiten, wie Steuern oder Produktionskosten, übrig bleibt. Diese Erträge beliefen sich nach Angaben des Erzbistums auf seiner Internetseite 2019 auf 887 Millionen Euro. Das ist aber nicht identisch mit dem Gewinn.

Denn davon musste das Erzbistum unter anderem Personalkosten oder Haushaltszuschüsse an die Pfarreien zahlen, sodass am Ende ein Ergebnis von rund 93 Millionen Euro stand. Auf Anfrage nannte Bürgermeister Hetzl seine Aussage ein Versehen.

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