Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Steigende Mitgliederzahlen bei Sozialberatung

Sozialberatung des VdK Mühldorf gefragt wie nie: „Sozialen Ungerechtigkeiten entgegenwirken“

Mühldorfs VdK-Orts- und Kreisvorsitzender Reinhart Zuck beim Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen.
+
Mühldorfs VdK-Orts- und Kreisvorsitzender Reinhart Zuck beim Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen.
  • Josef Bauer
    VonJosef Bauer
    schließen

Der VdK war auch während der Corona-Pandemie stark gefordert. Im Mittelpunkt stand dabei die Sozialberatung der Mitglieder. Die Mitgliederzahlen des Sozialverbandes steigen auf allen Ebenen weiter an. Der VdK-Kreisverband Mühldorf-Altötting wird in diesem Jahr auf rund 8700 Mitglieder anwachsen.

Mühldorf – Die Corona-Pandemie traf die ältere Generation und die kranken Mitbürgerinnen und Mitbürger besonders schwer. Wir sprachen mit Reinhart Zuck über die Arbeit des Sozialverbandes VdK in Coronazeiten. Der Verband hat seine gesellschaftlichen Veranstaltungen abgesagt und der Kontakt zur VdK-Geschäftsstelle war für Ratsuchende auch nicht immer einfach. Trotz dieser Schwierigkeiten war der VdK gefragt wie selten zuvor.

Welche Aufgaben musste der Sozialverband während der Pandemie verstärkt in den Landkreisen Altötting und Mühldorf übernehmen?

Reinhart Zuck: Die große Stärke des VdK Sozialverbands ist die Sozialrechtsberatung. Sehr viele Mitglieder kommen in letzter Zeit auf die Geschäftsstelle um sich beraten zu lassen. Der Sozialverband VdK Bayern hat auch im vergangenen Jahr seine Mitglieder bestens vertreten. In allen Rechtsgebieten, in denen der VdK tätig ist, erreichte er Nachzahlungen in Höhe von rund 80 Millionen Euro. Diese große Summe betrifft alleine nur den Landesverband Bayern.

Gibt es konkrete Zahlen, was der VdK für seine Mitglieder bearbeitet hat?

Zuck: Ja, die gibt es. Es wurden 83.400 Anträge gestellt, fast 30.000 Widersprüche eingelegt, und etwa 7940 Mal wurde Klage erhoben. Dazu kamen noch 213 Berufungen. Es ist jetzt schon abzusehen, dass diese Zahlen heuer noch mal überschritten werden. Genaue Zahlen liegen für dem Kreisverband Mühldorf-Altötting nicht vor. Die Arbeit des VdK Sozialverbands wird immer mehr gewürdigt.

Wie drückt sich dieses Engagement bei den Mitgliederzahlen aus?

Zuck: Man sieht das deutlich an den steigenden Mitgliederzahlen. Der VdK Ortsverband Mühldorf wird bis Ende September die 1200er-Marke erreichen. Der VdK Kreisverband Mühldorf-Altötting wird auf über 8700 Mitglieder anwachsen. Der VdK Bezirksverband Oberbayern hat im September die 200.000 überschritten. Der VdK Landesverband Bayern hat in den ersten acht Monaten 2021 34.000 neue Mitglieder aufgenommen und steht derzeit bei 745.000, Tendenz steigend. Der VdK Bundesverband Deutschland hat bereits die 2.100.000 Mitglieder erreicht.

Was Sie auch interessieren könnte: Sozialverband: Obst und Gemüse werden für Arme zum Luxus

Die steigenden Zahlen sind darauf zurückzuführen, dass der VdK gebraucht wird, um den sozialen Ungerechtigkeiten entgegen zu wirken. Als Ortsvorsitzender des VdK Ortsverbandes Mühldorf und als Kreisvorsitzender des VdK Kreisverbandes Mühldorf-Altötting bedanke ich mich bei allen neu aufgenommenen Mitgliedern für ihre Mitgliedschaft. Natürlich bedanke ich mich bei unseren Stammmitgliedern für Ihre langjährige treue Mitgliedschaft.

Welchen Standpunkt vertritt der VdK Mühldorf-Altötting in Bezug auf flexible Lösungen beim Renteneintrittsalter?

Zuck: Der Sozialverband VdK fordert flexible Lösungen beim Renteneintrittsalter. Wer etwa ein Leben lang in körperlich und psychisch anstrengenden Berufen gearbeitet hat, muss früher in Rente gehen können, und zwar ohne Abschläge auch schon mit 63.

Bei der Vorstellung einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsförderung (DIW) Berlin zur Lebenserwartung verschiedener Berufs- und Einkommensgruppen warnte der VdK vor einer pauschalen Erhöhung des Renteneintrittsalters. Dies würde die soziale Spaltung in der älteren Bevölkerung weiter verschärfen und zu noch mehr Altersarmut führen.

Wie steht der VdK zur Rente mit 68 Jahren?

Zuck: Verlängerung der Lebensarbeitszeit ist eine reine Rentenkürzung. Der wissenschaftliche Beirat beim Wirtschaftsministerium hat mit einem Gutachten für Aufsehen gesorgt.

Aufgrund der zu erwartenden hohen Rentenausgaben empfahl er, bis 2060 das Renteneintrittsalter künftig der steigenden Lebenserwartung anzupassen und zunächst auf 68 Jahre anzuheben. Der VdK lehnt dies ab. Niemand kann die demographische Entwicklung, und die Ausgaben des Bundeshaushalts bis 2060 seriös voraussagen. Wir brauchen Vertrauen in das Rentensystem und keine Panikmache.

Deshalb fordert der VdK ein verlässliches Rentenniveau von mindestens 50 Prozent, aber auch die Anhebung des Mindestlohns, um ausreichend Rentenpunkte erwerben zu können. Schon die aktuelle schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre führt oft zu Einbußen.

Gerade wer in körperlich oder psychisch herausfordernden Berufen arbeitet, schafft es nicht, so lange zu arbeiten, und muss Abschläge in Kauf nehmen. Da lässt sich die Schraube nicht noch fester anziehen.

Mehr zum Thema

Kommentare