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Hoffenheim gegen FC Bayern: Spielabbruch inmitten der "Schickeria" erlebt

1899 Hoffenheim - Bayern M¸nchen
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Schmähplakat im Bayern-Fanblock beim Spiel Hoffenheim gegen den FC Bayern.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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„Hurensohn“ stand mit großen Lettern auf dem Banner, das Mitglieder der „Schickeria“, einem Fanclub des FC Bayern, beim Spiel am Samstag gegen Hoffenheim hochgehalten haben.

Neumarkt-St. Veit – Die Beschimpfung galt dem Mäzen der TSG Hoffenheim, Dietmar Hopp. Mittendrin: Christoph Eberl, Vorsitzender des Bayern-Fanclubs „Red & White“ Neumarkt-St. Veit. „Ich war etwas spät dran, deswegen war ich gezwungenermaßen im Fanblock, drei Reihen über der Schickeria.“

Eine Grenze überschritten

Von der Aktion der Ultras habe er zunächst nicht viel mitbekommen, „ich stand ja hinter denen“. Erst als es zu den Spielabbrüchen kam, habe der Grund dafür die Runde gemacht. Einen Ehrenmann wie Hopp, der bereits Millionen in karitative Zwecke gesteckt habe, zu diffamieren, empfindet Eberl als Schande. „Das geht gar nicht!“ Mit „Hurensohn“ seien Grenzen überschritten worden, „zumal Hopp nur das Bauernopfer ist und sich die Kritik ja in erster Linie an den DFB wendet!“

Der Neumarkter Christoph Eberl war am Samstag im Stadion, als es zu den unschönen Szenen in der Südkurve kam. re

Eberl hofft, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden, findet aber auch, dass bei den Sanktionen gegenüber den Ultras Augenmaß gefordert sei. „Ohne Schickeria wäre die Südkurve tot!“

DFB unternimmt zu wenig bei rassistischen Beleidigungen

Eine gewisse Doppelmoral wirft Eberl dem DFB vor, was dessen Reaktion auf Fehlverhalten von Fans betrifft. Als Hoeneß im Zuge seiner Steueraffäre unflätig beschimpft worden sei, habe der Fußballverband nicht reagiert. Auch bei rassistischen, verbalen Angriffen, etwa gegenüber dunkelhäutigen Spielern, werde nach Ansicht Eberls zu wenig unternommen.

Zum Verhalten der Mannschaften nach Wiederaufnahme des Spiels hat Eberl eine Meinung: Das Signal der Solidarisierung sei bemerkenswert, „aber da stand es bereits 6:0. Ich denke nicht, dass sich die beiden Mannschaften bei einem 1:0 die Bälle am Mittelkreis zugeschoben hätten.“ Er hält die Geste für übertrieben, „denn über Spielabbruch entscheidet alleine der Schiri!“, sagt der 35-Jährige.

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