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Lokalpolitik

SPD Unterbezirk Mühldorf hat gewählt - Das sind die Bezirks- und Landtagskandidaten

Patrick Mayer (links) und Sea Altmann sind glücklich über die Wahlergebnisse. Foto Becker
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Patrick Mayer (links) und Sea Altmann sind glücklich über die Wahlergebnisse.
  • Peter Becker
    VonPeter Becker
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Patrick Mayer wird für die SPD um das Direktmandat in den Bezirkstag kämpfen. Sea Altmann soll nach dem Willen der Genossen im Kreis direkt für den Landtag kandidieren.

Mühldorf - Am Mittwochabend stellte sich die Kreis-SPD in Mettenheim für den kommenden Wahlkampf auf. Mehr als 30 Genossen kamen zum Kreuzerwirt, um ihre Direktkandidaten für die anstehenden Bezirks- und Landtagswahlen sowie den Delegierten für den Landesparteitag am 22. Oktober zu bestimmen. Beim Bezirkstagsmandat hatte nur der Unterbezirksvorsitzende Patrick Mayer um die Gunst der 23 Stimmberechtigten geworben, doch beim Landtagsmandat hatten sie die Wahl zwischen Sea Altmann und Bogdan Curescu. Für den Landesparteitag wurde Patrick Mayer delegiert.

Der stellvertretende Landrat Richard Fischer freute sich in seinem Grußwort über „junge und bodenständige Bewerber“ und postulierte, dass nur die SPD die Bedürfnisse der Menschen am besten kenne. Die Genossen müssten den Bürgern Antworten geben und Lösungen vermitteln. Altbürgermeister Günther Knoblauch erkennt in einer guten Zusammenarbeit für die Region eine Chance, da beispielsweise Dr. Martin Huber (CSU) nun nicht mehr die Region, sondern die Regierung vertrete. Soziale Themen wie der Wohnungsbau seien wichtig und auch „das Innklinikum muss keine schwarzen Zahlen schreiben, sondern Leute gesund machen!“, so Mühldorfs Ehrenbürger.

Der in Traunstein ums Direktkandidat kämpfende Sepp Parzinger erinnerte, dass die Landesregierung die Region bei der ABS 38 und den „Wasserstoffprojekten“ der Firmen des Chemiedreiecks im Stich lasse. Der Altöttinger Unterbezirksvorsitzende Jürgen Gastel appellierte an die Bürger, beispielsweise bei den geplanten Stromtrassen im Landkreis Altötting keine Anträge mehr auf unterirdische Verlegung zu stellen, „damit die Genehmigungen nicht noch länger dauern“.
Die Bundestagsabgeordnete Bärbel Kofler wandte sich wegen der Sitzungswoche in Berlin nur in einer Videobotschaft an die Genossen und erinnerte an die vielen sozialen Beschlüsse der SPD-geführten Bundesregierung, wie dem neuen Kindergeld, die im Wahlkampf betont werden müssten.

Für das Bezirkstagsmandat soll bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung der Unterbezirksvorsitzende Patrick Mayer kandidieren. In seiner Vorstellung wies der 31-jährige Controller, der bei der Stiftung Ecksberg arbeitet, auf seine berufsbedingte Nähe zum möglichen Mandat hin: „Kostenübernahmen durch den Bezirk gehören zu meinem täglichen Geschäft“. Er sei daher auch mit den Problemen und Fallstricken vertraut und könne in dem Bereich über den Bezirkstag Lösungen und Verbesserungen erwirken. Auch für die regionalen Vereine will er im Falle seiner Wahl in den Bezirkstag da sein und helfen, das „Loch in der Kultur“, das Corona hinterlassen habe, wieder zu füllen.

Um das mögliche Direktmandat der SPD für den Landtag, bewarben sich mit Sea Altmann und Bogdan Curescu zwei Kandidaten. „Grundbedarf muss bezahlbar bleiben“, forderte Sea Altmann und verwies auf die Entlastungspakete der Bundesregierung, die in der Landespolitik keine Entsprechung fänden. ÖPNV und Sprit müssten bezahlbar bleiben, genau wie das „Kilogramm Gras“. Gemeint war zwar nicht Marihuana, doch mit Blick auf die Legalisierungsbemühungen der Bundesregierung kam dieser Versprecher bei den Genossen auch gut an. Zugegebenermaßen seien dies Bundesthemen, doch auch in Bayern sei ein 29-Euro-Ticket möglich.

Sea Altmann forderte die gleiche Bezahlung für alle Lehrer und prangerte das Versagen der Staatsregierung beim Lehrermangel an. Es folgten persönliche Worte: „Ich bin non-binary, 27 Jahre alt und habe kürzlich den Bachelor in Staatswissenschaften erreicht“. Feminismus und Antifaschismus seien „Herzensangelegenheiten“. Dass es in Bayern keinen Aktionsplan gegen Queer-Feindlichkeit gebe und dass Frauen es in Bayern bei Schwangerschaftsabbrüchen schwerer hätten, als in allen anderen Bundesländern, sei „besonders schlimm“.

Sea Altmann will ein „rotes Bayern, in dem der Mensch an erster Stelle ist“. Bayern solle künftig feministisch, sozialdemokratisch und antifaschistisch sein. Bogdan Curescu tat sich bei seiner Präsentation schwer. Kaum hörbar versuchte der 34-Jährige Mühldorfer, die Anwesenden für wirtschaftspolitische Themen zu begeistern. Doch dass die Genossen sich schwer taten, dem Verkäufer von Telekommunikationstechnik das „Schweizer Modell“ abzukaufen, konnte er auch nicht mehr mit der Forderung, die Menschen in diesen Zeiten hoher Inflation besser zu unterstützen, wettmachen. Er warb dafür, gemeinsam an einem Strang zu ziehen, wie er es auch als „Mitbegründer des Silver Club“ pflege, in dem sich regionale Unternehmen vernetzen könnten. Das brachte ihm immerhin sechs der 23 gültigen Stimmen ein, die übrigen 17 entfielen auf Sea Altmann.

Bei der abschließenden Delegiertenwahl setzte sich Patrick Mayer mit zehn vor Sea Altmann mit sieben und Bogdan Curescu mit fünf Stimmen durch, die aber beide Ersatzdelegierte sind.

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