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Doppelter Grund zu feiern

Soziale Arbeit ist langfristig gesichert - Grundsteinlegung für neues Caritas-Zentrum Mühldorf

Es darf gemauert werden: Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl setzt einen Ziegelstein auf die Grundsteinmauer, beobachtet von Caritas-Kreisgeschäftsführer Richard Stefke, den Abgeordneten Sandra Bubendorfer-Licht (FDP) und Stephan Mayer (CSU) und Landrat Maximilian Heimerl (von links). Bartschies
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Es darf gemauert werden: Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl setzt einen Ziegelstein auf die Grundsteinmauer, beobachtet von Caritas-Kreisgeschäftsführer Richard Stefke, den Abgeordneten Sandra Bubendorfer-Licht (FDP) und Stephan Mayer (CSU) und Landrat Maximilian Heimerl (von links).
  • Frank Bartschies
    VonFrank Bartschies
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Doppelten Grund zum Feiern hat der Caritas-Kreisverband: das Jubiläum „75 Jahre Caritas-Zentrum Mühldorf“ und die Grundsteinlegung für das neue Haus, das seit Juli an der Münchner Straße 52 in Mühldorf im Bau ist.

Mühldorf – 4,8 Millionen Euro investiert die Hausverwaltung Greimel KG aus Dorfen in den Neubau, den Ende nächsten Jahres die Caritas mit Tagespflege, Tagescafé und allen sozialen Diensten als Mieter beziehen wird.

Gabriele Stark-Angermeier, Vorsitzende des Caritas-Verbandes München-Freising, erinnerte an die Anfänge der Caritas-Arbeit im Landkreis Mühldorf mit Gründung der ersten Kreisstelle in der Friedhofstraße in Mühldorf im Juli 1946.

Im Landkreis hätten im vergangenen Jahr über 2800 Menschen die ambulanten Angebote und Beratungsmöglichkeiten der Caritas in Anspruch genommen, so die Vorsitzende. 110 Mitarbeiter seien im Kreisverband tätig. Im Zuge der gesellschaftlich notwendigen Weiterentwicklung erschließe die Caritas neue Handlungsfelder und Kooperationen, beispielsweise mit dem Job-Center im Mühldorf. Armutsbekämpfung bezeichnete Stark-Angermeier als ein Kernthema der Caritas, mit der Rückkehrberatung für Flüchtlinge genieße sie Alleinstellung in Südostbayern.

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Ein wichtiger, starker und vertrauensvoller Partner des Landratsamtes in vielen sozialen Belangen ist Landrat Maximilian Heimerl zufolge die Caritas. Sie biete „passgenaue Unterstützung“ in allen schwierigen Lebenssituationen. Das neue Zentrum gebe Raum für die vielfältigen Aufgaben und erleichtere die Arbeit der Helfer, wobei Heimerl auf die sich schnell verändernden sozialen Lebenssituationen und die Herausforderungen durch die Pandemie hinwies. Ein Grundstein für die Zukunft werde an diesem Tag gelegt, sagte Bürgermeister Michael Hetzl.

Die Baustelle an der Münchner Straße lässt die Dimensionen des neuen Caritas-Zentrums erkennen.

Verbände entscheidend für Sozialstaat

Innenstaatsserkretär CSU-Stephan Mayer bezeichnete Deutschland als starken Sozialstaat, der ohne Sozialverbände aber deutlich schwächer wäre. Die Bedeutung der Caritas verdeutlichte er mit dem Hinweis, sie sei der größte privatrechtliche Arbeitgeber in Deutschland. Für die sozialen Berufe, die besonders herausfordernd und anspruchsvoll sowie physich und psychisch belastend seien, attestierte Mayer deutlichen Verbesserungsbedarf bei der Vergütung.

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Aufgrund einer bundesgesetzlichen Vorgabe dürfe die Pflegeversicherung ab dem 1. September nächsten Jahres Betreuungseinrichtungen nur noch zulassen, wenn dort nach Tarif oder nach den Bestimmungen kirchenrechtlicher Arbeitsverträge bezahlt werde. Seitens des Bundes würden derzeit 50 Prozent des Haushalts für Soziales ausgegeben. Eine Zäsur sah Mayer in Folge der Corona-Pandemie: Hier sei es sozial Schwächeren schlechter gegangen als besser Gestellten – und diese Schere dürfte sich noch weiter öffnen.

Sketsch zur Geschichte des Hauses

In einem Sketch stellten Caritas-Geschäftsführer Richard Stefke, Bernhard und Matthias Greimel und Alexander Groh vom Architekturbüro Anger Groh aus Erding die Geschichte der Entscheidung zum Bau des Caritas-Zentrums nach. Kreisdekan Ulrich Bednara segnete das Kreuz, das in die Grundsteinkapsel eingelegt wurde.

Und die Derfi-Musi spielte auf

Die Derfi-Musi umrahmte die Feier klanglich.

Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte auch die noch stellvertretende Caritas-Kreisgeschäftsführerin Alexandra Bohn. Sie folgt Stefke nach, der Ende November die Leitung des Diözesan-Caritas-Verbands übernimmt.

Das neue Caritaszentrum

Das neue Zentrum an der Münchner Straße hat nach Auskunft von Projektleiter Matthias Greimel eine Bürofläche von 1700 Quadratmetern. Die Tiefgarage bietet 20 Stellplätze sowie vier Elektro-Ladestationen. Mit der Fertigstellung wird Ende 2022 gerechnet, die Baukosten belaufen sich auf 4,8 Millionen Euro. Mit den Bau seien überwiegend regionale Firmen beauftragt worden.

Untergebracht werden in dem neuen Zentrum nach Mitteilung von Andrea Langstein vom Caritas-Verband München-Freising die Tagespflege, ein Tagescafé, die Fachambulanz für Suchtkranke, die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche, die Schuldner- und Insovenzberatung, Migrationsberatung, Soziale Beratung, Wohnungslosenberatung und Rückkehrberatung für Flüchtlinge. Das bisherige Soziale Zentrum am Kirchplatz werde nach dem Umzug aufgegeben, das Seniorenheim in der Altstadt sei von der Neuausrichtung nicht betroffen.

Eine Kapsel für die Ewigkeit

Die Metallkapsel für den Grundstein wurde mit folgenden Dokumenten und Gegenständen bestückt: Bauplan, Caritas-Aufsichtsratsbeschluss für den Bezug des neuen Zentrums, Kreuz, Münzen, Kaffeetasse als Symbol für gute Zusammenarbeit, Festschrift „75 Jahre Caritas-Zentrum Mühldorf“ und „Mühldorfer Anzeiger“ vom 14. September 2021.

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