+++ Eilmeldung +++

Masern-Impfpflicht bleibt: Bundesverfassungsgericht weist Eltern-Klagen ab

Urteil am Donnerstag

Masern-Impfpflicht bleibt: Bundesverfassungsgericht weist Eltern-Klagen ab

Seit März 2020 gibt es in Deutschland eine Masern-Impfpflicht - aber ist sie auch verfassungsgemäß? …
Masern-Impfpflicht bleibt: Bundesverfassungsgericht weist Eltern-Klagen ab
Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Treffen von Viehvermarktern in Mettenheim

Landwirte kritisieren McDonald‘s: Zu wenig Geld für zu hohe Ansprüche?

Jürgen Straub und Dagmar Kunecke von McDonald´s mussten kritische Fragen beantworten, was der -Vorstandsvorsitzende der Viehvermarktungsgenossenschaft Oberbayern, Hubert Mayer (rechts) aufmerksam verfolgte.
+
Jürgen Straub und Dagmar Kunecke von McDonald´s mussten kritische Fragen beantworten, was der -Vorstandsvorsitzende der Viehvermarktungsgenossenschaft Oberbayern, Hubert Mayer (rechts) aufmerksam verfolgte.

Die Themen Klimawandel und McDonald’s waren die beherrschenden Themen beim Treffen der Viehvermarktergenossenschaft Oberbayern-Schwaben. Dabei gab ein Wissenschaftler vorsichtige Entwarnung und die Systemgastronomie musste sich kritischen Fragen stellen.

Von: Dietmar Fund

Mettenheim – Als „Narrativ“, also als eine Erzählung, die unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt Werte und Emotionen bestimmt, hat Professor Wilhelm Windisch die angebliche Konkurrenz von Mensch und Tier um Lebensmittel und die starke Bedeutung der Tierzucht bei der Erderwärmung bezeichnet. Damit geäußert hat sich der Lehrstuhlinhaber für Tierernährung an der Technischen Universität München vor der Viehvermarktungsgenossenschaft (VVG) Oberbayern–Schwaben in Mettenheim.

Ein Fußballfeld für drei Menschen

Der Wissenschaftler sagte, dass die landwirtschaftliche Nutzfläche „bedrohlich knapp“ werde. Heute müsse eine Fläche von der Größe eines Fußballfeldes auf der Welt drei Menschen ernähren, 2050 wären es schon fünf Menschen. Weltweit würden ein Drittel der Getreideernte und die Hälfte der Sojaernte zur Verfütterung an Nutztiere angebaut.

Das Problem ist laut Windisch die Entsorgung von Biomasse, die bei der Ernte anfällt. Die Rückführung aufs Feld sei ineffizient und würde Stickstoff in die Atmosphäre und ins Grundwasser entlassen. Die Pflanzenabfälle zu Biogas zu vergären und organische, lagerbare Nährstoffe zu erzeugen, sei besser, denn für Pflanzenbauer seien Gärreste so wertvoll wie Festmist oder Gülle.

„Bei der Verfütterung an Nutztiere bekommt man aber obendrein etwas zu essen“, nannte Windisch das Hauptargument für die Nutztierhaltung. „Solange man nicht-essbare Biomasse verfüttert, ist das ein Segen und die Tiere sind kein Nahrungsmittelkonkurrent.“

Weil im Pansen der Kuh Methan gebraucht werde, gebe sie das Gas, das eine 85-mal höhere Treibhauswirkung als Kohlendioxid habe, auch an die Umwelt ab. Methan habe aber eine Halbwertszeit von acht Jahren und reichere sich in der Atmosphäre nicht an, während Kohlendioxid nicht abgebaut werde und seine Menge ständig anwachse.

Material zur Verfütterung

Insgesamt sei mit weniger Nutztieren zu rechnen, sagt Windisch, vor allem im Bereich der Schweine und des Geflügels, die mit Weizen, Mais und Soja gefüttert würden. „Ohne die Verfütterung von Biomasse gibt es aber keine signifikante Entlastung der Umwelt und des Klimas.“ Bei der Erzeugung veganer Lebensmittel falle viel Material an, das sich zur Verfütterung eigne, sagte der Wissenschaftler. In der Hafermilch zum Beispiel lande nur ein Drittel der Biomasse.

Daher plädierte Windisch dafür, dass Landwirte die Erzeuger veganer Lebensmittel als Partner begreifen und sie nicht bekämpfen sollten. Sein Fazit: „Die Sicherung der Lebensmittelversorgung, der Umwelt- und der Klimaschutz funktionieren nur in der Balance zwischen Nutzpflanzen und Nutztieren.“

Während der Vortrag Windischs von den 122 Besuchern der Generalversammlung positiv aufgenommen wurde, musste Referentin Dagmar Kunecke von McDonald´s in München kritische Fragen beantworten. Sie stellte das seit zehn Jahren angebotene Tierhaltungsprogramm „Best Beef 2.0“ vor, das mit Laufställen oder Weidegängen und einem Gesundheitsmanagement das Tierwohl fördern soll und den teilnehmenden Fleischerzeugern Preisaufschläge bringt.

Wie sie berichtete, haben im Jahr 2021 über das Programm 3778 Landwirte aus 21 Best-Beef-Erzeugergemeinschaften 39.270 Kühe abgesetzt. Das habe einem Rohwarenanteil von 9,2 Prozent entsprochen, der im ersten Schritt auf 20 Prozent ausgebaut werden solle.

Mit ihren Vorgaben könnten diese Zulieferer von McDonald´s die Haltungsstufe zwei mit Laufstall- oder Kombinationshaltung relativ schnell realisieren und künftig auch in die Haltungsstufe drei wechseln.

Skepsis wegen Siegel und Haltungsstufen

„Wir wollen verschiedene Haltungsformen abdecken, aber nicht ohne Sie“, erklärte Kunecke den Besuchern. Künftig solle „Best Beef“, also bestes Rindfleisch, mit dem Siegel QM+ verknüpft werden. Landwirten, die ihre Tiere in einer höheren Stufe hielten, sollten vier Cent pro Kilo Aufschlag gezahlt werden.

Die zusätzliche Stufe und das Siegel sorgten für ein Murren im Publikum. Bei der Fragerunde erklärte ein Landwirt, die Zuschläge seien zu gering. Darauf erwiderten Kunecke, für die meisten Betriebe sei das ein Mitnahmeeffekt, weil sie ohnehin einen Laufstall hätten. Ein anderer Zuhörer merkte an, die Bauern würden „den Müll von McDonald’s aus ihren Feldern aufsammeln und das Unternehmen zahle nichts dafür“.

Mehr zum Thema

Kommentare