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MIT ZWEI ZUM ERSTEN MAL AUF DEN BRETTERN

Skiprofi ist sein großer Traum: Junger Taufkirchner hat Sprung ans Sportgymnasium geschafft

Joseph Mußner ist beim Slalomfahren in seinem Element.
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Joseph Mußner ist beim Slalomfahren in seinem Element.

Mit 15 Jahren hat er sein erstes großes Ziel erreicht: Joseph Mußner aus Taufkirchen hat es aufs CJD, ein hochkarätiges Sportgymnasium geschafft. Auf das Eliteinternat schickt der Deutsche Skiverband DSV die besten Nachwuchswintersportler aus der ganzen Region.

Von Sonja Hoffmann

Taufkirchen – Mit zweieinhalb Jahren stand Joseph zum ersten Mal auf Skiern. Eigentlich sollte seine Schwester zum Kurs fahren, aber der kleine Bruder wollte unbedingt mit. Seine Mutter, Karin Mußner, hat die Ambitionen ihres talentierten Sohnes immer unterstützt. „Ich war selbst Leistungssportlerin im Schwimmen und Lateinamerikanischen Tanz. Und Joseph war von Anfang an total bewegungsbegeistert und sportlich ehrgeizig. Als er sagte, er will auch, haben wir ihn drauf gestellt und er hat gleich versucht, alles selbst zu machen.“

Sein großes Talent fiel schnell auf

Seine Eltern waren eher mäßig gute Skifahrer. Obwohl er gerade einmal zehn oder elf Skitage im Jahr zusammenbrachte, fiel das Talent des Buben schnell auf. Als er fünf war, hieß es zum ersten Mal: „Der steht so gut auf den Skiern, der muss mit zum Schnuppertraining.“ Das war beim SC Haag, wo er heute noch Mitglied ist.

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Lange Zeit fuhr er mit seinem Trainer Johannes Denner zweimal die Woche ans Sudelfeld. In der zweiten Klasse hörte er zum ersten Mal vom Elite-Internat für Wintersportler und wollte unbedingt hin.

Next Generation Skicross des DSV gewonnen

Seit Januar 2012 hat er Kreiscup-Rennen bestritten, seit 2014 Kinderrennen des Skiverbund Inngau. 2019 hat er den Next Generation Skicross des DSV gewonnen. Plätze auf dem Siegertreppchen in verschiedenen regionalen Wettbewerben qualifizierten ihn für die Teilnahme an den Rennen des Deutschen Schülercups und der Deutschen Schülermeisterschaft, die Corona-bedingt aber leider ausfiel.

Joseph an seinem ersten Skitag am 15. Dezember 2007.

Im Februar 2020 wurde er dafür Fünfter im Slalom bei der Bayerischen Schülermeisterschaft. Im Team von Profitrainer Franz Ringsgwandl, das der nur fürs Training aufgebaut hat, war Joseph schließlich so gut, dass der DSV ihn für das CJD auswählte. Seit Juli 2020 geht er nun in Berchtesgaden aufs Internat.

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Am Waldkraiburger Gymnasium, das er vorher besuchte, war er sportlich breiter aufgestellt. Neben dem Skifahren war er im Triathlonteam und in der Sportleistungsklettergruppe des DAV Mühldorf. Die Schule hat das immer unterstützt, trotz vieler Fehltage. „Aber Joseph tut sich schulisch sehr leicht“, sagt seine Mutter. Seit er vom Skiverband auf das CJD berufen wurde, hat er sich auf das Skifahren konzentriert.

Im Winter wird in den Ferien trainiert

Im Internat gefällt es dem 15-Jährigen sehr gut. „Das Schönste ist, dass ich hier immer unter Sportlern, unter Gleichgesinnten bin. Und ich mache das, was mir am meisten Spaß macht.“ Wenn er etwas vermisst, dann vielleicht Familie und Freunde, aber „es gibt ja Videoanrufe“.

Nicht in allen Ferien geht es nach Hause, im Winter werden die freien Tage fürs Training am Jenner genutzt. Das ist das Haupttrainingsgebiet der jungen Sportler. Ihre Trainer sind vom DSV, echte Profis. Das sei ein großes Privileg, denn es werde auch für alles gezahlt, erklärt die Mutter. Leider gibt es in der aktuellen Situation keine Rennen im Nachwuchsbereich. Aber es wird dennoch trainiert, so wie es eben geht. Josephs Trainer ist der erfahrene Sportler Thomas Aschauer.

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Die Schüler am CJD sind richtig durchgetaktet, müssen neben Schule und Sport auch selbst Wäsche waschen und sich um ihr Skimaterial kümmern.

Oft endet der Tag erst nach 21 Uhr

Oft endet der Tag erst nach neun Uhr abends. Aktuell findet die Schule, wie überall, im Homeschooling statt. Das heißt in diesem Fall, die Internatsschüler lernen auf ihren Zimmern. Ganz normale Schüler aus Berchtesgaden, die von zu Hause kommen, gibt es hier sonst auch.

Der 15-jährige Joseph Mußner mit seinem Trainer im Nachwuchskader 4, Thomas Aschauer. privat

„Ein Schritt nach dem anderen“, sagt Joseph, der seit zwei Jahren im Nachwuchskader vier fährt. „Jetzt will ich erst mal in den Kader drei kommen.“ Im Frühjahr, normalerweise Ende März, entscheidet sich, wer aufrückt. Möglicherweise wird die Frist Corona-bedingt aber auch verlängert. „Das ist ein Riesendilemma“, erklärt Karin Mußner. „Bei uns darf immer nur eine bestimmte Anzahl an Personen trainieren. Andere Länder bringen ihren Nachwuchs jetzt permanent in den Schnee, die werden uns deutlich überholen.“ Seit Sommer 2019 startet Joseph nun für den SC Hammer, der zum Chiemgau gehört.

Sein großer Traum: Schladming

Aber den einen großen Traum, den muss es doch geben? „Als Kind wusste ich noch nicht, dass man das beruflich machen kann, aber ich wusste bald, ich wollte hierher. Wenn ich heute die Augen zumache und mir vorstelle, was ich einmal gewinnen möchte, sehe ich mich in Schladming, wie ich durchs Ziel fahre und neben leuchtet die grüne Eins auf.“

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