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Kleine Bronzemünze beweist frühes Christentum in römischer Zeit

Sensationeller Münzfund in Tüßling

OVB
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Die Vorderseite der römischen Münze aus Tüßling mit dem Portrait des Kaisers Valentinian I.

Tüßling - Schon häufiger sind in Tüßling archäologische Funde gemacht worden, zuletzt auch bei der Sanierung des Marktplatzes, wo etwa Fundamente verschiedener mittelalterlicher Bauten ergraben wurden.

Doch diesmal, so ist sich Heimatpfleger Rudolf Roßgotterer sicher, hat man auf einem Acker südlich von Tüßling einen kleinen sensationellen Fund gemacht: Dabei handelt es sich um ein Objekt gerade einmal 22 Millimeter im Durchmesser und nur 1,37 Gramm schwer. Es handelt sich laut Heimatforscher eine römische Bronze-Münze, ein sogenannter Centenionalis aus der Zeit des Kaisers Valentinian I., etwa um 364 bis 367 nach Christus.

Nachweis des Chistentums

Das Portrait des Kaisers ist unschwer auf der Vorderseite der Münze zu erkennen; auch eine Beschriftung verweist auf den Dargestellten. Das besondere aber, so Roßgotterer, sei auf der Rückseite zu sehen: Dort ist die personifizierte Glorie Roms dargestellt und sie weist mit der linken Hand auf ein ganz besonderes Symbol, nämlich das "PX" des Christuszeichens.

Damit dürfte nach Meinung des Tüßlinger Heimatpflegers wohl der früheste Nachweis des Christentums in unserer Heimat vorliegen. Bereits im Jahre 313 nach Christus habe unter dem damaligen römischen Kaiser Konstantin des Großen (306 bis 337, alleinherrschender Kaiser ab 324) mit dem sogenannten Mailänder Edikt das Christentum seine Anerkennung und in der Folge auch seine Aufwertung zur "Staatsreligion" erfahren.

Die Münze, die bereits 2004 gefunden wurde, ist zwar stark korrodiert, konnte nun kürzlich aber dennoch von einer Spezialistin der Staatlichen Münzsammlung in der Münchner Residenz bestimmt werden. Die Bestimmung war im Auftrag der Abteilung Bodendenkmalpflege des Bayerischen Landesdenkmalamtes in München erfolgt, wo alle Funde vom Heimatpfleger aus Tüßling gemeldet und zur Beurteilung vorgelegt werden.

Dr. Martin Pietsch, der zuständige Beamte des Denkmalamtes, ein außerordent-lich erfahrener und bekannter Wissenschaftler der römischen Archäologie, ist als solcher etwa auch Mit-Autor des Buches "Die Römer in Bayern". Mit seiner Hilfe konnte schon so mancher archäologischer Fund aus vergangener Zeit, der sich etwa im Tüßlinger Heimatmuseum befindet, näher beurteilt werden. Die jahrelange gedeihliche Zusammenarbeit Tüßlings mit diesem vorbildlichen Beamten hat sich auch im vorliegenden Fall erneut bestätigt.

Neben 300 anderen Münzen im Museum

Die Münze wird, wie schon die etwa 300 anderen aus römischer Zeit von nun an im Heimatmuseum im historischen Bahnhof ausgestellt werden. Geöffnet ist das Museum jeden ersten Samstag im Monats von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

re

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