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Traber könnten zurückkehren

Sensation in Mühldorf: Zieht die Münchner Trabrennbahn Daglfing bald an den Inn?

Ein Schnappschuss aus glorreichen Mühldorfer Trabrenntagen: 1991 siegt Lokalmatador Walter Nagl im Sulky mit Un Roi beim Flutlichtrennen.
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Ein Schnappschuss aus glorreichen Mühldorfer Trabrenntagen: 1991 siegt Lokalmatador Walter Nagl im Sulky mit Un Roi beim Flutlichtrennen.
  • Nicole Petzi
    VonNicole Petzi
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Der Münchner Trabrenn- und Zuchtverein (MTZV) prüft mit der Verlegung von Rennen aus Daglfing eine Wiederbelebung der Mühldorfer Trabrennbahn. Die Stadt als Besitzer der Bahn reagiert überrascht. Das sind die Hintergründe.

Mühldorf– Es kommt einer Sensation gleich: Der Münchner Trabrenn- und Zuchtverein (MTZV) schielt auf das Mühldorfer Rennbahngelände als Standort für Trabrennen, die bisher in Daglfing über die Bahn gehen. „Die Idee befindet sich momentan in der Machbarkeitsprüfung", bestätigt Vereinspräsidentin Angelika Gramüller auf Anfrage.

Gute Voraussetzungen am Inn

Das großzügige Rennbahngelände neben dem Volksfestareal wird aktuell nicht von Trabern genutzt, bietet aber noch 1000-Meter-Bahn und Nebenanlagen.

Auch die gute Anbindung an München, ein ständig wachsendes Einzugsgebiet sowie die Nähe zu renommierten Rennbahnen in Pfarrkirchen und Wels locken den MTZV, zählt Gramüller auf.

Kein Neuland für Mühldorf

Beste Voraussetzungen also für die Münchner, neben Daglfing eine neue „Zentrale“ für den bayerischen Trabrennsport in Mühldorf aufzutun?

Zumindest hofft Angelika Gramüller auf positive Signale seitens der Stadt Mühldorf, sobald die Idee festere Formen angenommen hat und die Mitglieder zustimmen.

Positive Signale

Für den Inntaler Traberverein Mühldorf, der in der Tradition des Zuchtvereins Mühldorf nach vielen Jahren des regen Betriebs in Mühldorf 2011 das vorerst letzte Rennen veranstaltet hat, klingen diese Aussichten verheißungsvoll. „Wir stehen voll hinter dieser Idee“, freut sich Vereinsvorsitzende Ute Luber, die mit dem MTVZ in ersten Gesprächen steht.

Zusammenlegung steht im Raum

Wobei man, sagt Luber, gegen viele Gerüchte präzisieren müsse: Daglfing zieht nicht nach Mühldorf um. Vielmehr solle es zu einer Art Zusammenlegung kommen, die die Vorteile beider Standorte miteinander verknüpfe.

Hintergrund ist, dass der Rennbetrieb auf der laut Luber überdimensionierten Daglfinger Rennbahn dem Münchner Verein seit Jahren viel zu hohe Kosten bereitet. Das Mühldorfer Stadion wäre besser dimensioniert, die Daglfinger Rennbahn könnte besser im Winter genutzt werden, so die Überlegungen von Ute Luder. Jetzt gehe es darum, für Mühldorf einen Sponsor zu finden und dann an die Stadt heranzutreten.

Noch keine Gespräche mit der Stadt

Die ist über die Heilggeistspitalstiftung Besitzerin der Rennbahn. Bisher sei der MTVZ bei ihm nicht vorstellig geworden, bemerkt Bürgermeister Michael Hetzl, „Eigentlich gehört das Gelände der Heiliggeistspital-Stiftung, die wenig risikofreudig ist“, lässt Hetzl durchblicken, der die hochtrabenden Ideen der Münchener und Mühldorfer Trabfreunde „mutig“ nennt.

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Solange man nicht bei der Stadt vorstellig werde, sieht er keinen Handlungsbedarf. Hier müsste der MTVZ noch Überzeugungsarbeiten leisten.

Motorassportler skeptisch

Überzeugt werden will obendrein Josef Frohnwieser Vorstand des Motorsport-Clubs Mühldorf (MSC), der derzeit alleiniger Pächter des Rennbahnstadions ist, wo gerade die Langbahnweltmeisterschaft ausgetragen wurde. „Man entscheidet erst, dann fragt man“, ärgert sich Frohnwieser über die Idee der Doppelnutzung des Geländes zusammen mit den Trabern. Viel Geld und Zeit hätten die Motorsportler in die Pflege des Geländes gesteckt, allein die 40 000 Euro für den Sandbelag seien ein Pfund. Über die Nutzung früherer Tage mit dem Trabverein Mühldorf und dem Inntaler Traberverein war und ist er nicht erfreut. Schon allein die unterschiedliche Sandbelagsqualität für Pferde einerseits und Motorräder andererseits schließe eine Doppelnutzung aus, unterstreicht der MSC-Vorstand.

Stadt und MSC nicht informiert

Den Trabersport hält er nicht mehr für zeitgemäß, in Mühldorf müssten obendrein noch Gebäude und Stallungen gebaut werden. Eine große Investition für den Standort, wo anno dazumal der Mühldorfer Verein wegen Misswirtschaft pleite gegangen sei, glaubt Frohnwieser. Keine guten Vorzeichen, wo doch auch die Finanzlage der Münchner nicht berauschend sei. „Hier sind Schwierigkeit vorprogrammiert.“

Frohnwieser macht klar: Der multifunktionale Platz mit Rennbahn, Fußballfeld und einem für Konzerte unter anderem bestens geeigneten Gelände soll weiterhin nur unter der Ägide des MSC bleiben.

Nicht nur für MSC-Chef Frohnwieser gibt es viele offene Fragen.

Wer soll es bezahlen?

Elementar für alle Beteiligten sind die Kosten. Über die Finanzierung stünden Gespräche mit Günther Karl, dem Besitzer des Daglfinger Bahngeländes, noch aus, sagt die Dagelfingerin Angelika Gramüller. Die Mühldorferin Ute Luber hofft auf lokale Sponsoren. Auch an eine lokale Toto-Genehmigung am Rennbahngelände sei zu denken, weil es heute einfach sei. „Das Wetten war vor Jahren mit 20 Rechnern ein komplexes Verfahren und geht heute digital über die Bühne“, erklärt Luder. Für sie und ihre Münchner Kollegin ist die Idee eines Mühldorfer Trab-Mekkas innerhalb weniger Jahre eine für alle Seiten lohnende Idee.

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